Wirtschaft

Dorfgastein - der gezähmte Wildbach liefert jetzt auch sauberen Strom

Die Bundesforste eröffnen diese Woche ihr siebtes Kleinkraftwerk in Österreich. Die Gemeinde Dorfgastein bekommt daraus zwar keine Einnahmen, ist aber trotzdem zufrieden.

Projekte verschiedener Interessenten gab es hier seit Jahren. Den Bundesforsten ist es gelungen, am Luggauerbach in Dorfgastein ein Wasserkraftwerk zu verwirklichen. Die Gemeinde hat zwar finanziell nichts davon, ist aber dennoch froh.

Am Freitag wird das Kraftwerk offiziell eröffnet. Ab 13.45 Uhr gibt es einen Tag der offenen Tür. Nach nur acht Monaten Bauzeit - trotz eines langen Winters - konnte im März der Probebetrieb beginnen. Seit Juni läuft der Normalbetrieb. Das Kraftwerk kann rund 1000 Haushalte mit Strom versorgen. Die geplante Jahreserzeugung liege bei etwa vier Millionen Kilowattstunden. "Es ist mittlerweile unser siebtes Kleinwasserkraftwerk", sagt Bundesforste-Vorstand Georg Schöppl. In Salzburg sind es drei: Luggauerbach, Dienten und Taurach (Untertauern). Zum Teil kooperiert das Unternehmen dabei mit Partnern. So hält in Untertauern die Hotel Lürzerhof GmbH 40 Prozent. Das KW Taurach, das deutlich mehr um die Natur besorgte Kritiker auf den Plan gerufen hat als jenes im Gasteiner Tal, befindet sich bereits im Probebetrieb, die Eröffnung ist für das nächste Jahr vorgesehen.

Insgesamt habe sich bei den Bundesforsten die Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen (einschließlich Wind und Biomasse) in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt, so Schöppl. Derzeit könnte man damit eine Stadt in der Größenordnung von Salzburg versorgen.

In Dorfgastein sagt Bürgermeister Rudolf Trauner (SPÖ): "Es freut uns, dass es erneuerbare Energie ist." Auch die Bauabwicklung sei so positiv wie bei kaum einem anderen Projekt gewesen. Ursprüngliche Natur sei nicht geopfert worden, weil das Gewässer durch notwendige Wildbachverbauungen ohnehin schon eingeschränkt sei.

Technisch herausfordernd war die 1,6 Kilometer lange, unterirdisch verlegte Druckrohrleitung über steiles Gelände. Die Fallhöhe gibt der Betreiber mit 270 Metern an, den Wirkungsgrad mit mehr als 90 Prozent. Das Krafthaus ist mit Lärchenholz verkleidet. Eine Glasfront gibt den Blick auf Turbine und Generator frei.

Die Bundesforste verweisen zudem auf ökologische Maßnahmen: eine naturnahe Rampe für Fische, die Rücksicht auf ein Erlenwäldchen, ein renaturiertes Biotop, ein zusätzlicher Tümpel für Amphibien sowie eine neu gefasste Trinkwasserquelle.

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