Wirtschaft

Du blühst nicht nur …: Preise für Weihnachtsbäume in Salzburg kräftig gestiegen

Bei Weihnachtsbäumen hat es binnen eines Jahres im Land Salzburg eine Preissteigerung von fast sechs Prozent gegeben. Zu diesem Ergebnis ist die Arbeiterkammer gekommen.

Preise für Weihnachtsbäume sind teils deutlich gestiegen. SN/APA/BARBARA GINDL
Preise für Weihnachtsbäume sind teils deutlich gestiegen.

Beim Christbaumverkauf prallen die Extreme aufeinander: Während die Durchschnittspreise aller Größen- und Qualitätskategorien im Vergleich zum Vorjahr mit einem Anstieg von 5,68 Prozent über der Inflation liegen, beträgt die Teuerung bei der günstigsten Qualität nur 0,77 Prozent.

Auch die Preisspannen sind enorm: Die billigste Tanne mit 1,5 Metern gibt es bereits um acht Euro. Für den teuersten Baum in dieser Größe müssen 50 Euro hingeblättert werden. Ausschlaggebend dafür ist vor allem die Qualität des Baums - sprich Wuchsform -, weniger die Größe.

"Wer sparen will, dem raten wir, die Augen offen zu halten und Preise zu vergleichen", sagt AK-Konsumentenschützer Christian Obermoser. Erfreulich: Regionalität ist Trumpf - lediglich an zwei von 34 Standorten war kein heimischer Baum zu finden.

Die Arbeiterkammer Salzburg hat bei 34 Verkaufsständen in Stadt und Land Salzburg (Flachgau und Tennengau) die Preise für Christbäume analysiert. Für die gängigen Größen bei Nordmanntannen gibt es folgende Ergebnisse:

  • bis zu 1 Meter: die billigste Tanne (Aktionsware) 8, die teuerste 35 Euro (Durchschnittspreis 20,87 Euro). Preisspanne: 337,5 Prozent.
  • bis zu 1,5 Meter: die billigste Tanne ebenfalls in Aktion 8, die teuerste 50 (Durchschnittspreis 26,59 Euro). Preisspanne: 525 Prozent.
  • bis zu 2 Meter: die billigste Tanne 19, die teuerste 64,90 Euro (Durchschnittspreis 39,10 Euro). Preisspanne: 241,58 Prozent.
  • bis zu 2,5 Meter: die billigste Tanne 19, die teuerste 90 Euro (Durchschnittspreis 52,17 Euro). Preisspanne: 432 Prozent.

AK-Konsumentenschützer und Erhebungsleiter Christian Obermoser: "Im Extremfall (1,5 Meter) bis zu 42 Euro Unterschied beziehungsweise 525 Prozent zwischen dem teuersten und dem günstigsten Angebot zeigen, dass es sich lohnt, die Augen offen zu halten."

Apropos Preise: Zusatz-Services wie Einnetzen und Zuspitzen der Bäume ist bei mehr als der Hälfte der erhobenen Anbieter im Kaufpreis inbegriffen. 14 der 34 Verkaufsstände berechnen dafür zwischen 10 Cent und 1,10 Euro. Allerdings wird das Zuspitzen nicht überall angeboten.

Auf die Größe kommt es nicht an

Die teils enormen Preisspannen lassen sich vor allem auf Qualitätsunterschiede zurückführen, weniger auf die Größe. "Möchte man einen Baum, der rundum gleichmäßig bzw. durchgängig formschön ist, wird man wohl bei den günstigsten Angeboten schwer fündig werden", gibt Obermoser zu bedenken.

Wurden früher Christbaumpreise sehr häufig ganz einfach anhand von Größenkategorien festgesetzt, kommt der Qualität bei der Preisgestaltung seit einigen Jahren immer mehr Bedeutung zu. Lediglich an neun von 34 Standorten erfolgt die Preisgestaltung nur nach Größe. Mehr als zwei Drittel der untersuchten Betreiber bieten unterschiedliche Qualitätskategorien an. Die beste Qualität ist dabei im Schnitt mehr als die Hälfte teurer als die günstigste Variante (+57,88 Prozent).

Wenn das Lockangebot nicht gefällt …

Wer bei der Christbaumsuche sein Hauptaugenmerk aufs Haushaltsbudget richtet und einen möglichst günstigen Baum (zwischen 8 und 15 Euro) erstehen möchte, der wird unter Umständen bei den großen Möbel- und Bauhäusern fündig. Aber Achtung: Auch an den vermeintlich günstigen Standorten werden Premiumbäume angeboten. Wenn das Lockangebot nicht zusagt, kann es teuer werden.

Beispiel Möbelhäuser: Aktionsbaum um 8 Euro, Premiumbaum der gleichen Größe um 35 Euro. "Hier kostet der Ein-Meter-Baum in Premiumqualität gleich mehr als das Vierfache", sagt Obermoser.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Durchschnittspreise aller Größen- und Qualitätskategorien um 5,68 Prozent stark angestiegen und liegen über der Inflation. Anders präsentiert sich das Bild beim Preisvergleich von Bäumen der günstigsten Qualität. Diese sind im Schnitt nur um 0,77 Prozent teurer geworden. Gemessen an der allgemeinen Teuerung sind sie faktisch günstiger geworden.

Tipps beim Baumkauf

* Den Baum vor dem Kauf kurz schütteln, verliert er bereits Nadeln, besser nicht kaufen.

  • Das Holz unter der Rinde sollte feucht sein. Die Schnittstelle am Stamm sollte weiß bzw. hell und nicht verharzt sein.
  • Heimische Bäume kaufen, das bedeutet allein schon durch geringere Transportwege einen Beitrag zum Klimaschutz.
  • Der gekaufte Baum sollte kühl (je kühler, desto besser) und bei hoher Luftfeuchtigkeit aufbewahrt werden.
  • Beim Aufstellen den Baum besser im Netz belassen und erst nach der Fixierung das Netz entfernen (von unten nach oben).
  • Den Baum in einen mit Wasser gefüllten Christbaumständer geben und vorher beschneiden. Er benötigt je nach Zimmertemperatur zwischen zwei und vier Liter Wasser am Tag.

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Aufgerufen am 17.01.2022 um 07:32 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/du-bluehst-nicht-nur-preise-fuer-weihnachtsbaeume-in-salzburg-kraeftig-gestiegen-114155893

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