Wirtschaft

E-Commerce: Neue Lehre bietet ausgezeichnete Jobchancen - auch in Salzburg

Der Online-Handel boomt: Seit 2013 kletterte der Umsatz in Salzburg von 360 auf 460 Mill. Euro - Tendenz weiter stark steigend. Der E-Commerce-Kaufmann oder die E-Commerce-Kauffrau sollen die große Personalnachfrage im Handel decken. Im ersten Jahr starteten neun Lehrlinge, heuer waren es 13.

260.000 Salzburgerinnen und Salzburger im Alter von 16 bis 74 Jahren haben im Vorjahr mindestens einmal bei einem Internethändler eingekauft. Das ergab eine Erhebung der KMU Forschung Austria. Seit dem Jahr 2003 hat sich der Anteil der Online-Shopper mehr als verfünffacht. Der Großteil der Ausgaben − im Vorjahr waren es rund 460 Mill. Euro − geht an ausländische E-Commerce-Plattformen. 42 Prozent kaufen Kleidung und Sportartikel im Internet. Weiters: Büchern und Zeitschriften (26 Prozent), Haushaltsgüter wie Spielzeug und Möbel (24 Prozent) sowie Computer-Software, Spiele und Apps oder Filme und Musik (je 18 Prozent).

Zehn Prozent kaufen Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs im "Netz".

Eine weltweit einzigartige Ausbildung ins Leben gerufen

Die Sozialpartner haben auf diese Entwicklung reagiert und den Lehrberuf E-Commerce-Kaufmann und -frau ins Leben gerufen. Landesrätin Maria Hutter: "Mit dieser weltweit einzigartigen Ausbildung haben wir die perfekte Möglichkeit, Inhalte im Bereich des Online-Handels sowohl theoretisch als auch praktisch zu vermitteln. Jobgarantie inklusive!"

Bereits 62 Prozent der Konsumenten kaufen im Internet ein

Michael Moser, Obmann des Landesgremiums des Versand-, Internet- und allgemeinen Handels der WK Salzburg: "Der neue Lehrberuf bildet die Online-Fachkräfte der Zukunft aus. Die Handelsbetriebe beschäftigen neben Werbeagenturen zunehmend eigene Mitarbeiter, die Websites sowie Webshops gestalten, betreuen und bewerben. Diese Entwicklung schreitet voran. 88 Prozent der Konsumenten nutzen bereits das Internet und 62 Prozent kaufen im Internet ein - Tendenz steigend. Der Onlinehandel boomt seit Jahren. Selbst Betriebe, die ihre Produkte nicht online vertreiben, haben oder brauchen eine Internetpräsenz."

In Salzburg haben heuer 13 Jugendliche einen Lehrvertrag abgeschlossen

Österreichweit sind derzeit 180 E-Commerce-Kaufleute in Ausbildung. In Salzburg haben vor einem Jahr die ersten neun Lehrlinge die dreijährige Ausbildung begonnen, heuer haben bereits 13 Jugendliche einen Lehrvertrag abgeschlossen. Unterrichtet werden die angehenden Fachkräfte in der Landesberufsschule St. Johann im Pongau. Michael Moser: "Unser Ziel sind 20 Lehranfänger pro Jahr, damit wir ohne Probleme eine Berufsschulklasse füllen können. Mittelfristig soll dann eine zweite Klasse dazu kommen."

Eine Chance auch für kleine und mittlere Handelsbetriebe

Renommierte Unternehmen wie Spar, Unito (Universal Versand, Otto), Hervis oder Kaiser+Kraft bilden die Lehrlinge aus. Julia Peham-Zver, Geschäftsführerin des Landesgremiums des Versand-, Internet- und allgemeinen Handels der WK Salzburg: "Jetzt geht es darum, auch kleine und mittlere Handelsbetriebe, die einen Webshop betreiben, zu ermutigen, E-Commerce-Lehrlinge aufzunehmen. Voraussetzung ist ein Ausbilder mit entsprechenden E-Commerce- und Online-Marketing-Kenntnissen."

Neuer Lehrberuf bietet nicht nur eine kaufmännische Ausbildung

E-Commerce-Kaufleute erhalten nicht nur eine kaufmännische Ausbildung. Sie eignen sich auch fundiertes Wissen in den Bereichen IT, Logistik, Marketing sowie Werbung und Öffentlichkeitsarbeit an. "In unseren Handelsbetrieben brauchen wir Fachkräfte, die in Marketing und Vertrieb eine Verbindung von stationärem- und Onlinehandel schaffen", meint Moser. Das reicht vom Aufbau, der Betreuung und der Optimierung von Online-Shops über die Präsentation von Waren im Online-Shop und die Erstellung von Marketing-Maßnahmen bis zur Analyse des Online-Shops und des Kaufverhaltens von Kunden und der Mitarbeit bei Social-Media-Aktivitäten.

Der Praxisbezug bei der Ausbildung ist hoch

Bei der Ausbildung wird großer Wert auf Praxisnähe gelegt. Ein eigens entwickeltes Online-Tool ermöglicht es den Lehrlingen, eine Website zu bauen und mit Inhalten zu befüllen. Auslandspraktika sind ab dem zweiten Lehrjahr möglich. Die Berufsaussichten der angehenden E-Commerce-Kaufleute seien hervorragend, sagt Michael Moser. "Die Absolventen werden später nicht nur im Handel, sondern auch in Marketingabteilungen, Werbeagenturen und im Tourismus arbeiten. Die Fachkräfte sind zum Beispiel als Webshop-Manager bzw. -Administrator, E-Business-Manager, E-Commerce-Assistent oder als Webshop-Content-Manager einsetzbar."

Berufsakademie Handel bietet Möglichkeit zur Weiterbildung

Lehrabsolventen können sich in der Berufsakademie Handel weiterbilden. Nach zwei Jahren Praxis haben sie die Möglichkeit, das Bachelorstudium "Akademischer Handelsmanager" und in weiterer Folge das Masterstudium "Handelsmanagement" zu beginnen. "Damit qualifizieren sie sich für Leitungsfunktionen und können etwa als Chief Digital Officer Karriere machen oder als Vorstand eines großen Unternehmens für Digitalprojekte zuständig sein", erklärt Moser. "Mit dem neuen Lehrberuf haben wir eine attraktive Ausbildung für junge Nachwuchsfachkräfte geschaffen, die am Puls der Zeit ist und eine hervorragende Ausgangsbasis für eine Karriere im E-Commerce bildet."

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