Wirtschaft

Ein Steirer kauft die Postalmlifte von Gössl

Karl-Heinz Prentner hat die Postalm-Lifte von Gerhard Gössl übernommen. Der steirische Unternehmer überrascht mit Investitionsideen.

Knalleffekt auf der Postalm: Trachtenhersteller Gerhard Gössl, der mit seinen ehrgeizigen Plänen auf viel Widerstand in der Region gestoßen ist, ist nicht mehr Eigentümer der Postalm-Lifte. Er hat die Gesellschaft, die vor dem Konkurs steht, vor wenigen Tagen an Karl-Heinz Prentner weiterverkauft. Der 52-Jährige stammt aus Gratwein bei Graz und ist in der Sportbranche gut vernetzt: Prentner hat in der Vergangenheit die technische Ausstattung für das Skifliegen am Kulm sowie Teile der Ausstattung für die Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel gemacht. Auch die Tennisturniere in Stuttgart und Graz hat er technisch ausgestattet. Sein Credo: "Ich will, dass wieder Ruhe auf der Postalm einkehrt."

Prentner und Gössl sind seit Jahren persönlich befreundet

Der Sportevent-Ausstatter Karl Heinz Prentner (52) ist ein persönlicher Freund von Trachtenhersteller Gerhard Gössl. Er wurde von ihm vor einer Woche angesprochen - und hat nun Gössl die Postalm-Lifte abgekauft. Prentner: "Ob man mir gratulieren darf, weiß ich noch nicht. Ich will aber, dass das ganze Skigebiet wieder ins richtige Fahrwasser kommt und allem an einem Strang ziehen." Seine Vision, wer künftig Urlaub auf dem 1200 Meter hohen Plateau machen sollte, das zuletzt mangels Schnee 150.000 Euro Abgang pro Saison produziert hat, beschreibt er so: "Wenn die Großeltern mit ihrem Enkerl, das Skifahren lernt, eine Woche Winterurlaub machen wollen, ist die Postalm ideal. Das Kind macht einen Skikurs, die Großeltern gehen Langlaufen, oder machen eine Kutschenfahrt und gehen danach gut essen." Und das Kind könne neben dem Skifahren auch rodeln gehen. "Und es sollte auch Wellness-Möglichkeiten geben, das kann aber auch unten im Tal sein." Auch als Standort für Firmen-Events ("etwa für Motivations-Seminare, wo man daneben Skitouren-Gehen kann") wolle er die Alm positionieren. Wichtig sei der richtige Mix - und Investitionen, die aber nicht zu groß sein dürften. Prentners Ansatz: "Die Postalm ist eine feine Landschaft, in die man aber nicht zu viel eingreifen sollte." Er teile die Meinung, dass die Alm mehr Betten benötige - aber nicht jene 1500, die Gössl gewollt habe. Prentner: "Das würde auch die Infrastruktur oben gar nicht vertragen und es gäbe dann Probleme mit dem Landschaftsschutzgebiet." Nachsatz: "Visionen sind schon wichtig, aber ich bin Realist."

Gemeinde wie auch Raika wollen dem neuen Eigentümer Chance geben

Denn ersten Praxistest hat der verheiratete Vater von zwei Kindern, der in seiner Heimatgemeinde Gratwein auch einen Badeteich betreibt, bestanden: Sowohl die Gemeinde Strobl, der die Liftgesellschaft 180.000 Euro schuldet, sowie die Raika Strobl, bei der die Schulden dem Vernehmen nach rund 600.000 Euro betragen dürften, wollen ihre Kredite nicht fällig stellen. Auch der Obmann der größten Agrargemeinschaft bestätigte den SN, dass er bereit sei, Prentner die für den Liftbetrieb nötigen Dienstbarkeiten zu gewähren.

Außerdem hat der neue Eigentümer bereits Ideen, wie er die kommende Wintersaison mit einer schwarzen Null bewältigen will: "Wir brauchen, um lebensfähig zu sein, einen Liftstart mit Mitte Dezember und daher eine bessere Beschneiung." Es gäbe aber Alternativen zu einem Beschneiungsteich: "Eine Möglichkeit wäre ein Kühlturm für das Wasser. Der ließe sich kurzfristig machen." Prentner sagt, dass derzeit die Gefahr eines Konkurses noch nicht gebannt sei, ist aber optimistisch: "Es ist fünf vor und nicht fünf nach zwölf."

Aufgerufen am 20.09.2018 um 04:15 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/ein-steirer-kauft-die-postalmlifte-von-goessl-1028329

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