Wirtschaft

Eisenwerk Sulzau: Großauftrag aus Indien lässt die Walzen rollen

Die Stahlindustrie hat fast weltweit Probleme. Das Eisenwerk Sulzau kann - gegen den Trend in der Branche - eine gute Zwischenbilanz ziehen.

Eisenwerk Sulzau: Großauftrag aus Indien lässt die Walzen rollen SN/esw/lois lammerhuber
Die Mitarbeiter produzieren jährlich rund 2000 Walzen.

Die Erwartungen im Werk in Tenneck waren gedämpft, aber das Zwischenergebnis kann sich sehen lassen: Das Eisenwerk Sulzau-Werfen (ESW), auf dem Weltmarkt einer der größten Erzeuger von High-Tech-Walzen aus Stahl, konnte heuer im ersten Halbjahr seinen Umsatz im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahrs um 13,5 Prozent steigern.

Wichtige Märkte, die sich auch im aktuellen Geschäftsjahr gut entwickelt haben, sind Mexiko, die USA und Deutschland. "Vor wenigen Wochen erhielten wir einen Auftrag der Jindal South West India-Gruppe aus Indien in der Höhe von 4,4 Millionen Euro", sagt Vorstandsvorsitzender Georg Hemetsberger, der für die nächsten Jahre vor allem in Asien noch Potenzial für die Zukunft sieht. "Es wird auf absehbare Zeit kein Wachstum in Europa geben." Für das Eisenwerk gelte es, durch hochwertige Produkte und Serviceleistungen die Mengen zu halten. "Für unsere Produkte zeichnen sich mittel- und langfristig insbesondere Indien und Indonesien als potenzielle Wachstumsmärkte ab. Wir möchten diese Märkte noch intensiver und erfolgreicher als bisher bearbeiten."

Das Familienunternehmen will den Vertrieb verstärken

Zu diesem Zweck will sich das traditionsreiche Pongauer Familienunternehmen im Vertrieb verstärken. In der Folge soll auch das Team am Stammsitz in Tenneck vergrößert werden. Das Eisenwerk ist mit knapp 260 Mitarbeitern einer der wichtigsten Arbeitgeber im Pongau. Der Nettoumsatz belief sich im Jahr 2015 auf 64,5 Millionen Euro. Die Exportquote beträgt 99 Prozent und die Eigenkapitalquote 63 Prozent der Bilanzsumme.

Trotz der guten Entwicklung bezeichnet der Manager das aktuelle Umfeld als schwierig. "Besonders die Überschwemmung des Marktes mit billigem Stahl aus China stellt die Stahlindustrie in den etablierten Industrieländern vor große Herausforderungen. Man sieht dennoch, dass viele unserer Kunden, die ähnlich wie wir qualitativ hochwertige Nischenprodukte erzeugen, erfolgreich sind." Kritisch zu beurteilen seien die politischen und in der Folge wirtschaftlichen Entwicklungen in den für das Eisenwerk wichtigen Exportländern Brasilien, Russland und Ukraine.

Für den weiteren Verlauf des Jahres zeigt sich der Vorstandschef optimistisch. "Wir können auf Grund der derzeitigen Auftragslage die Produktion bis Jahresende auf einem sehr hohen Niveau belassen. " Die ursprünglichen Erwartungen dürften jedenfalls übertroffen werden.

Quelle: SN

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