Es gibt kein Allheilmittel

Die kleinen Skigebiete warten auf den Heiland, der all ihre Probleme löst. Aber was tun, wenn er nicht kommt oder sein Füllhorn nicht so üppig ausfällt, wie erhofft?

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Standpunkt Karin Portenkirchner

Wie können kleine Skigebiete auf Dauer bestehen? Dafür gibt es kein allgemeingültiges Rezept. Den Zusammenschluss mit einem größeren Partner - diese Strategie wird derzeit in Annaberg und Rußbach probiert. Ein guter Plan, aber kein Allheilmittel, wie die Gaißauer Bergbahnen erfahren mussten. Ihre Zeit als Teil der Saalbacher Bergbahnen brachte weder neue Investitionen noch mehr Tagesgäste oder Betten. Jetzt sind die Gaißauer Bergbahnen in der Hand eines chinesischen Investors, für den Lifte und österreichische Besitzverhältnisse mit vielen verschiedenen Grundeigentümern Neuland sind.

Klar ist für alle Skigebiete: Wenn sie überhaupt in den kommenden Jahrzehnten bestehen wollen, müssen sie spätestens jetzt eine künstliche Beschneiung bauen. Die kleinen Bergbahnen können solche Investitionen aber nicht oder nur unzureichend aus dem laufenden Betrieb finanzieren. Da spielen auch die Banken nicht gerne mit.

Ein Grundproblem in kleinen Skigebieten ist, dass das unternehmerische Denken oft beim eigenen Pachtvertrag endet. Den großen Bergbahnen innergebirg geht es nicht zuletzt deshalb so gut, weil alle Beteiligten an einem Strang ziehen und Hotelbesitzer an den Liften beteiligt sind und umgekehrt.

Egal, wie man es dreht und wendet: Die Kleinen werden in den nächsten Jahren alle ihre Kräfte zusammennehmen müssen, wenn sie bestehen wollen.

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