Wirtschaft

Fachkräftemangel: Immer mehr Betriebe würden Flüchtlinge einstellen

Der Fachkräftemangel verschärft sich zunehmend. Einer Befragung zufolge würden immer mehr heimische Mittelstandsunternehmen Flüchtlinge einstellen - auch in Salzburg.

Symbolbild. SN/APA (dpa)/A3472 Frank May
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Von 900 befragten Unternehmen mit 30 bis 2000 Mitarbeitern sagten bei der Befragung des Beratungskonzerns EY im Dezember 2016 85 Prozent, sie würden einem Flüchtling mit Arbeitsberechtigung einen Job geben. Vor einem Jahr, im Jänner 2016, hatten dazu erst 76 Prozent "ja" oder "eher ja" gesagt. 57 Prozent würden derzeit Flüchtlinge sogar unabhängig von ihrem Asylstatus einstellen.

"Österreichs mittelständische Betriebe sehen in den neuen asylberechtigten Arbeitsmarktteilnehmern in erster Linie eine Chance, den immer drastischeren Arbeitskräftemangel auszugleichen. Viele Betriebe suchen händeringend nach geeigneten Fachkräften für vakante Stellen. Dementsprechend ist auch die Bereitschaft, Flüchtlinge anzustellen, so groß wie noch nie", sagt Helmut Maukner von EY Österreich.

Heimische Unternehmer finden schwer geeignetes Personal

Dreiviertel der heimischen Unternehmer haben derzeit laut Eigenangaben Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeiter zu finden. Gleichzeitig wollen 29 Prozent in den kommenden sechs Monaten zusätzliche Stellen schaffen. Derzeit beschäftigen 4300 mittelständische Betriebe (rund 11 Prozent) zumindest einen Flüchtling. Bei knapp 1100 Firmen arbeiten sogar vier oder mehr. Besonders viele Flüchtlinge arbeiten im oberösterreichischen Mittelstand: knapp 17 Prozent der Betriebe haben dort einen oder mehrere Flüchtlinge angestellt. Dahinter folgen Firmen aus der Steiermark (knapp 15 Prozent) und aus Salzburg (12 Prozent). Die wenigsten Flüchtlinge arbeiten anteilsmäßig in Niederösterreich (4 Prozent), Kärnten (6 Prozent) und im Burgenland (7 Prozent).

Unternehmer befürworten Talente-Checks

Bei der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen ist aus Sicht der Unternehmer noch viel zu tun. Drei von fünf befragten Betrieben wähnen Verbesserungspotenzial, jeder dritte sogar starkes. Die Mehrheit fordert eine möglichst rasche Arbeitsmarkintegration von Flüchtlingen.

Weiters befürwortet die Mehrheit Talente-Checks sowie eine gesteuerte Zuwanderung, um gezielt Fachkräfte zu finden. Die Zustimmung zu Talente-Checks hat sich seit vorigem Jahr von 77 auf 89 Prozent erhöht. Die größten Hürden bei der Einstellung von Flüchtlingen sind nach Ansicht der Unternehmer mangelnde Deutschkenntnisse (85 Prozent), mangelnde Qualifikation (54 Prozent) sowie der bürokratische Aufwand bzw. die unklare Gesetzeslage während laufender Asylverfahren (je 44 Prozent).

Quelle: APA

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