Wirtschaft

FH will ab Herbst 2018 Wirtschaftsinformatik anbieten

Um dem aktuell gerade im IT-Bereich drängenden Fachkräftemangel zu begegnen will die Fachhochschule Salzburg ab Herbst 2018 ein Wirtschaftsinformatik-Studium anbieten - notfalls auch ohne Finanzierung vom Bund. Ein Wachstum ist aber auch in den Gesundheits-Studiengängen geplant.

Der Campus Urstein der Fachhochschule Salzburg. FHS SN/sn
Der Campus Urstein der Fachhochschule Salzburg. FHS

Die Fachhochschule Salzburg hat am Donnerstag ihren Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2015/16 sowie die neue Strategie "FH Salzburg 2025" präsentiert. Sie will sich künftig als "Hochschule für Technik, Gesundheit und Medien" im umkämpften Aus- und Weiterbildungsmarkt präsentieren. Das abgelaufene Geschäfts- und Studienjahr war zudem sehr erfolgreich: Umsatz, Mitarbeiteranzahl und Forschungsvolumina konnten gesteigert werden. Auch das FHStartup-Center sei gut gestartet, zahlreiche Preise und Auszeichnungen seien eingefahren worden, hieß es.

FH macht mehr Umsatz und beschäftigt mehr Mitarbeiter

Geschäftsführer Raimund Ribitsch: "Der Umsatz der Fachhochschule Salzburg GmbH ist erneut leicht gestiegen und betrug im Studien- und Geschäftsjahr 2015/16 (Ende: 31. August 2016, Anm.) 28,6 Mio. Euro. Der Personalstand stieg von 302 im Vorjahr auf 322 MitarbeiterInnen in 2015/16." Weiters wurden im letzten Geschäftsjahr knapp eine Million Euro in die Verbesserung der Infrastruktur investiert. Durch den schon zugesagten Ausbau der Bundesförderung rechnet Ribitsch damit, dass der Umsatz im aktuellen Studienjahr sogar die Grenze von 30 Millionen Euro überschreiten dürfte.

Ein Jahr FHStartup Center

Auch über das schon seit einem Jahr existierende FHStartup-Center wurde eine positive Bilanz gezogen: Fünf Startups von Studierenden bzw. FH-Absolventen konnten im vergangenen Jahr als Senior Fellows bei der Umsetzung ihrer Geschäftsidee unterstützt werden. Mehr als 30 Projekte wurden evaluiert und geprüft. Mehr als 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben an gründungsrelevanten Veranstaltungen teilgenommen.

Freude über die sehr niedrige Dropout-Rate

Präsentiert wurde außerdem der Jahresbericht der FH, bei dem von der Hochschulleitung vor allem folgende vier Kennzahlen herausgehoben wurden: Mit einer Betreuungsquote von 1:15 biete die FH Salzburg ihren Studierenden beste Rahmenbedingungen für den erfolgreichen Abschluss des Studiums. Das belegten die Erfolgsquote von 81 Prozent der Absolventinnen und Absolventen, hieß es. Die Drop-out-Rate an den Unis sei hier sehr viel höher, wurde betont. Das wurde mit folgender Kennzahl untermauert: Obwohl lediglich 13 Prozent aller Studierenden in Österreich eine Fachhochschule besuchen, seien 30 Prozent der österreichischen Hochschul-Absolventen von Fachhochschulen. Stolz ist man in Puch-Urstein auch darauf, dass die Arbeitslosenquote unter den FH-Salzburg-Alumni lediglich 1,6 Prozent beträgt. "Die Fachhochschulen sind demnach ein effizientes System, das eindeutig ausbaufähig ist", fasst Geschäftsführerin Walter zusammen.

FH will mehr Studienplätze in den Bereichen IT und Gesundheit anbieten

Ausbauen will die FH Salzburg auch im praktischen Sinne. Zum einen plant Rektor Gerhard Blechinger, ab Herbst 2018 ein neues Studium der Wirtschaftsinformatik, das es derzeit auch an der Paris-Lodron-Universität noch nicht gibt, anzubieten. "Bezüglich Finanzierung reden wir auch mit der Industrie, um dieses Studium notfalls auch ohne staatliche Förderung anbieten zu können." Geplant seien in einem ersten Schritte 20 bis 30 Studienplätze pro Jahr. Ausgebaut werden sollen auch die gesundheits- und pflegewissenschaftlichen Studiengängen, betonte Geschäftsführerin Doris Walter. Derzeit werden pro Jahr 40 Studenten für den Bachelor-Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege aufgenommen. Walter rechnet aber - mit Verweis auf den Mangel an Pflegekräften - mit einer Verdoppelung dieser Zahlen.

Ausbildung für Suchmaschinen-Experten gemeinsam mit Google

Auch Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten außerhalb des regulären Studienangebots wurden und werden weiter ausgebaut. Beispiele hierfür sind die im Herbst 2016 bereits gestartete Ausbildung "Professional Programmer" im Studiengang Informationstechnik & System-Management sowie der FH-Zertifikatslehrgang "Suchmaschinenmarketing" bei Innovation und Management im Tourismus, der im Februar 2017 starten wird. Dabei konnte die FH Google als Exklusiv-Partner gewinnen.

Knapp 3 Mio. Euro Forschungsvolumina

Auch mit dem Forschungsjahr 2015/16 ist man an der FH Salzburg sehr zufrieden. Vizerektor Günther Grall: "Wir hatten im letzten Studienjahr knapp 100 Projekte, 2,8 Millionen Euro Forschungsvolumina und 1,9 Millionen Euro eingeworbene Fördermittel." Viele der Forschungsprojekte kämen direkt der Salzburger Wirtschaft zugute. Einziger Wermutstropfen sei die nach wie vor fehlende Basisförderung, welche für einen nachhaltigen Ausbau der Forschung wichtig wäre, betonte Grall.

Quelle: SN

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