Wirtschaft

Flughafen Salzburg: Künftig ein Chef und vier Prokuristen

Stadt und Land vereinbaren "einvernehmliche Lösung" für die Zukunft.

Flughafen Salzburg: Künftig ein Chef und vier Prokuristen SN/APA/BARBARA GINDL
Beim Salzburger Flughafen gibt es künftig eine Solospitze, aber vier Personen mit Handlungsvollmacht.

Stadt und Land haben sich am Donnerstag als Eigentümer des Salzburger Flughafens auf eine neue Führungsstruktur im Unternehmen geeinigt. Es geht bereits um den nächsten Geschäftsführer. Roland Hermanns Vertrag läuft Ende 2017 aus. Karl Heinz Bohl, bis zum heurigen Sommer zweiter Geschäftsführer, ist bereits in Pension.

Künftig soll eine Solospitze den Flughafen führen. Wer das nach Roland Hermann sein wird, ist eine parteipolitisch heikle Frage. Denn bisher galt praktisch das ungeschriebene Gesetz des Proporzes: Ein Geschäftsführer war SPÖ-nahe, ein zweiter ÖVP-nahe.

Daher haben LH-Stv. Christian Stöckl (ÖVP) und Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) am Donnerstag eine "einvernehmliche Lösung" vereinbart. Das Land (75 Prozent Eigentümer) und die Stadt (25 Prozent Eigentümer) müssen bei der Bestellung des nächsten Flughafendirektors übereinkommen, die Stadt hat quasi ein Veto light. "Wir werden ein Personalberatungsbüro beauftragen. Der Ausschreibungstext muss von beiden Eigentümerseiten abgesegnet werden. Auch die Hearingkommission wird paritätisch bestellt", sagt Stöckl. Die Ausschreibung soll im Frühjahr über die Bühne gehen, das Hearing noch vor dem Sommer 2017. Vom Statut her könnte sich das Land bei der Bestellung eines neuen Geschäftsführers allein durchsetzen, sagt Bgm. Schaden. Das sei aber "nicht besonders sinnstiftend".

Festgelegt wurden auch die neuen Prokuristen. Das Land hatte sich ursprünglich sechs an der Zahl gewünscht. Geeinigt hat man sich auf vier. Rudolf Lipold hatte als stellvertretender Direktor bereits eine Prokura. Nun kommen Silvia Holleis (Bereichsleiterin Aviation), Andreas Rösslhuber (Bereichsleiter Non-Aviation) und Christine Bründl (Bereichsleiterin Management Services) mit einer Handlungsvollmacht hinzu. Damit soll laut Stöckl das Vier-Augen-Prinzip gewahrt werden können.

Rösslhuber ist der Bruder der Lebensgefährtin von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP). Zudem ist er Geschäftsführer der TEC Aircraft Leasing GmbH. Die Firma vermietet Flugzeuge und hat ihren Standort auf dem Flughafengelände. Eine Unvereinbarkeit? "Das ist kein Problem. Das ist geprüft worden und ist mit den Richtlinien des Landes und den internen Richtlinien des Unternehmens konform", sagt Stöckl. Ob Rösslhuber auch als neuer Flughafendirektor infrage kommt? "Ich kann nicht hellsehen, wer sich da aller bewirbt". Rösslhuber war weder über den Flughafen noch über die Eigentümervertreter erreichbar.

Quelle: SN

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