Wirtschaft

Gastein braucht mindestens 35 Millionen Euro

Die Bürger und eine Tourismusexpertin sind sich einig: Bad Gastein hat jetzt gute Chancen. Das Land hat die erworbenen Gebäude übernommen.

Wenige Tage vor dem Start in die Skisaison herrscht in Bad Gastein eine neue Aufbruchsstimmung. Die Rettungsaktion des Landes für die verfallenden Hotels am Straubingerplatz macht Hoffnung, dass auch in das historische Zentrum wieder touristisches Leben einziehen könnte. Am Donnerstagabend informierten Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Bürgermeister Gerhard Steinbauer (ÖVP) in einer Bürgerversammlung über die Situation und über die Zukunftspläne.

Der Andrang war groß. Mehr als 250 Besucher waren in den Gemeindesaal gekommen. "Das vorrangige Ziel ist, die drei vom Land Salzburg erworbenen Objekte, also das Hotel Straubinger, das Badeschloss sowie das alte Postgebäude, nun 'winterfit' zu machen und die Substanz zu erhalten", so Haslauer. Das Land hat die Gebäude um sechs Millionen Euro vom Eigentümerduo Duval/Wojnarowski gekauft. Genauer gesagt: Eigentümer ist eine Tochtergesellschaft des Salzburger Wachstumsfonds. Die Schlüsselübergabe habe schon gestern, Donnerstag, stattgefunden, allerdings in Wien. Schon ab heute, Freitag, soll die Bausubstanz genau erhoben werden, sagte Geschäftsführer und Baumeister Alfred Pirker.

Haslauer: "Die ersten Sanierungsmaßnahmen an den Gebäuden im Rahmen der behördlichen Aufträge wurden bereits umgesetzt. Mit Ausnahme von kleineren Arbeiten, die in den nächsten Tagen in Angriff genommen werden, sind die Objekte soweit fit für den kommenden Winter." Im Zeitraum von 18 bis 24 Monaten sollten die Häuser an Investoren und Betreiber mit dem Ziel der touristischen Nutzung weitergegeben werden.

Bgm. Gerhard Steinbauer sagte: "Wir haben jetzt den Daumen drauf. Ich freue mich, dass durch diesen Schritt endlich der Weg frei ist, in den nächsten Monaten gemeinsam ein Projekt für unser Ortszentrum zu erarbeiten. Das Ziel ist ein saniertes, revitalisiertes Ortszentrum, von dem nicht nur Bad Gastein, sondern letztendlich das gesamte Gasteinertal profitieren wird."

Der Landeshauptmann räumte ein, dass es "eine risikoreiche Geschichte" und der Kaufpreis stolz sei. Aber jetzt seien die Gebäude noch zu retten. Einen Investor finde man leicht, wenn es einen wirtschaftlichen Betreiber gebe. Am Zug sei freilich Bad Gastein selbst: "Der Ort will jetzt auf einmal." Es gibt dazu eine Strategieruppe namens ARGE 2020.

Wortmeldungen und Fragen von Bürgern kamen reichlich. Kritische waren aber nicht darunter. Allein am Straubingerplatz seien grob geschätzt Investitionen von mindestens 35 Millionen Euro notwendig, so der Landeshauptmann auf entsprechende Fragen.

Wie gut stehen die Chancen Bad Gasteins? Die SN fragten die erfahrene Tourismusberaterin Eva Schödl, die als Bad Gas tei nerin sowohl ihre Heimat als auch eine andere klassische Destination aus der Belle Époque, den Semmering, gut kennt. Sie war unter anderem - vom Land Niederösterreich geholt - Geschäftsführerin der Tourismusregion "Wiener Alpen" und schätzt die Chancen Bad Gasteins viel besser ein als jene des Semmerings: "Der Unterschied zum Semmering ist, dass Gastein immer schon internationaler war."

Eva Schödl sagt auch, dass die Investitionen für Bad Gastein "von außen kommen müssen" und dass es für den Tourismus in ganz Salzburg wichtig sei, dass "das Land investiert und Verantwortung übernommen hat".

Was die alten Immobilien in der Gegenwart betrifft, habe der Semmering den Nachteil, dass ein Käufer aus der Ukraine so gut wie alles übernommen habe, was die Abhängigkeit von ihm erhöhe. Die großen Pläne haben sich zerschlagen. In Gastein hingegen haben Investoren - abgesehen von den Häusern am Wasserfall - tatsächlich kräftig investiert. Sie kamen besonders aus Skandinavien. Man werde sehr genau darauf schauen müssen, wem die Häuser am Straubingerplatz weiterverkauft werden.

Dank des "Megatrends Gesundheit" sieht die Beraterin wesentlich bessere Chancen und großes Potenzial für Gastein.


Aufgerufen am 21.05.2018 um 07:09 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/gastein-braucht-mindestens-35-millionen-euro-20860387

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