Wirtschaft

Geharnischter Brief aus Bayern zum Salzburger Flughafen

Bürgermeister Josef Flatscher aus Freilassing fordert die Verantwortlichen auf, für eine gleichmäßigere Verteilung der An- und Abflugrichtung zu sorgen. Es werde immer wieder viel versprochen, "allein mir fehlt der Glaube".

Der Fluglärm, der vom Salzburg Airport ausgeht, ist seit Jahren ein Zankapfel zwischen Salzburg und Bayern. Jetzt hat Bürgermeister Josef Flatscher aus Freilassing einen geharnischten Brief an alle Beteiligten geschickt. SN/stadt freilassing
Der Fluglärm, der vom Salzburg Airport ausgeht, ist seit Jahren ein Zankapfel zwischen Salzburg und Bayern. Jetzt hat Bürgermeister Josef Flatscher aus Freilassing einen geharnischten Brief an alle Beteiligten geschickt.

Josef Flatscher, CSU-Bürgermeister von Freilassing und Vorsitzender der Fluglärmkommission für den Flughafen Salzburg, ist auf die Verantwortlichen des Salzburg Airport nicht gut zu sprechen. Jetzt hat er einen geharnischten Brief geschrieben - an Minister, die Landesregierung in Salzburg, die Stadt Salzburg und zu guter letzt auch an den Flughafen. "Es wird immer wieder versprochen, dass wir bayerischen Gemeinden vom Fluglärm entlastet werden (sollen). Allein mir, dem Freilassinger Stadtrat und den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Nachbargemeinden fehlt der Glaube." Flatscher reagiert damit auf die Pressekonferenz von Flughafenchefin Bettina Ganghofer und LH-Stv. Christian Stöckl zur aktuellen Entwicklung am Mittwoch.

"Eine Verbesserung in Bayern ist so gut wie nicht festzustellen"

Eine Verbesserung für die Bevölkerung in Bayern sei bisher "so gut wie nicht festzustellen," sagt Flatscher. Die Austro Control habe Möglichkeiten zur Entlastung erarbeitet - diese werden aber "kaum umgesetzt". "Hier müssen endlich einmal die Verkehrsministerien auf deutscher und österreichischer Seite klare Vorgaben machen. Aber auch Stadt und Land Salzburg als Eigentümer des Flughafens müssen sich bewegen und nicht nur ihre Interessen voran stellen. Ich fordere alle Beteiligten eindringlich auf, endlich konkrete Maßnahmen zu ergreifen, die zu einer gerechten Verteilung der An- und Abflugrichtung führen."

"An den Wintersamstagen ist eine deutliche Steigerung erkennbar"

In den Medien werde vollmundig - auch von der Salzburger Land Tourismus GmbH - verkündet, dass die Anreisetage der Winterurlauber besser verteilt werden sollen. In diesem Winter sei davon aber nichts zu spüren. "Wenn wir die angekündigten Flugverkehrspläne für die kommenden Wintersamstage im Februar betrachten, ist gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Steigerung der Flugbewegungen zu erkennen. Allein laut Flugplan sind deutlich mehr als 200 Flugbewegungen an Samstagen angesetzt. Zusammen mit der Allgemeinen Luftfahrt könnte das gut 300 Bewegungen ergeben."

"Gerade das Wochenende soll den Menschen zur Erholung dienen"

Flatscher weiter: "Gerade das Wochenende soll den Menschen zur Erholung dienen. Sie sollen dann nicht durch den Flugverkehr in besonderem Maße belastet werden. Ich fordere deshalb die Verantwortlichen im Namen des Freilassinger Stadtrats auf, für eine gleichmäßigere Verteilung der An- und Abflugrichtung zu sorgen."

Quelle: SN

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