Wirtschaft

Gestaltungsbeirat gab grünes Licht für fünf Projekte

Die Wohnbauprojekte Fürbergstraße, Feller-Halle und Ressel-Straße gehen in die Einreichung.

So soll das Wohnbauprojekt aussehen, dass anstatt der Feller-Tennishalle in der Paracelsusstraße entstehen soll.  SN/stefan veigl
So soll das Wohnbauprojekt aussehen, dass anstatt der Feller-Tennishalle in der Paracelsusstraße entstehen soll.

Zahlreiche Projekte konnten in der Sitzung des Gestaltungsbeirats diese Woche finalisiert werden - "großteils erfreulich" - wie der Vorsitzende, Architekt Ernst Beneder, betont. Überzeugen konnten die Planungen in ihrer stadtplanerischen Wirkung und vielfach in der Feinabstimmung, etwa was Materialien und die Ausbildung von Details betrifft.

Wohnanlage Fürbergstraße

Die Heimat Österreich plant hier ein Wohnprojekt in Zusammenhang mit "Betreutem Wohnen", sozialen Einrichtungen sowie die Errichtung von Eigentumswohnungen, insgesamt rund 160 Wohnungen. Aufbauend auf das städtebauliche Konzept aus dem Wettbewerb wurden zuletzt die Fassaden, Balkone, Schallschutzverglasungen und Zugänge feinadjustiert und Farb- und Materialmuster im Beirat vorgelegt. Ernst Beneder: "Eine durchwegs sehr gelungene Planung, für die nun eine sehr feine Materialität und dezente Farbigkeit gewählt wurde." Die wesentlichen architektonischen Elemente sollen, auch in ihrem Zusammenklang, durch eine künstlerische Intervention in ihrer Bedeutung und Wirkung noch weiter gestärkt werden. "Dabei geht es jedoch nicht um eine Applikation von Kunst auf die Archiektur, sondern um das künstlerische Einwirken auf die Bauweise", erläutert Beneder. Vom Beirat gibt es grünes Licht für die Umsetzung.

Wohnbauprojekt Paracelsusstraße

Anstelle der ehemaligen Feller-Tennishalle planen die Myslik GmbH und die gemeinnützige "Die Salzburg" die Errichtung einer Wohnanlage mit insgesamt 58 Wohnungen, davon 44 Eigentums- und 14 Mietwohnungen. "Ein sehr schönes Projekt, auf dessen Realisierung man sich freut", so das abschließende Resümee im Beirat. Bei der finalen Präsentation wurden zwei Varianten an Materialmustern für Balkone, Fassadenputz und Sonnenschutz gezeigt, wobei das Fachgremium der Variante mit einem warmen Grundton (gegenüber einer blendenden Anmutung) der Vorzug gab.

Aufstockung Ressel-Straße

Der gemeinnützige Bauträger "Die Salzburg" plant eine Aufstockung des Wohngebäudes an der Josef-Ressel-Straße 29 - 35 um zwei Geschoße, damit eine Erweiterung von aktuell 56 auf insgesamt ca. 78 Wohnungen. Das Projekt sei lange und oft im Beirat behandelt worden und konnte jetzt finalisiert werden. Die präsentierten Materialmuster und Detaillösungen für die Auftsockung wurden vom Beirawohlmeinend zur Kenntnis genommen.

Abschließend positiv beurteilt wurden in der aktuellen Sitzung auch zwei gewerbliche Vorhaben:

Würth Hochenburger Filiale

Die Würth Hochenburger GmbH plant den Neubau einer Filiale in der Gnigler Straße. "Die Bauplanung ist abgeklärt, das steht alles außer Diskussion.", bestätigt der Beirats-Vorsitzende. Zuletzt ging es noch um die Materialwahl für die Fassadengestaltung und den Grünraum, mit dem erfreulichen Ergebnis, dass "hier nun ein fein adjustierter Grünraum in und um diese gewerbliche Liegenschaft entwickelt wurde", wobei der Beirat forciert habe, den durchgehenden Grünzug und einen Bestandsbaum zu erhalten. Die Begrünung habe Priorität vor anderen Planungsaspekten erhalten und werde auch im Bebauungsplan detailliert festgeschrieben.

Nahversorgungszentrum Raiffeisenstraße

Zu einer positiven abschließenden Beurteilung kam der Gestaltungsbeirat auch für das Projekt Nahversorgungszentrum des Raiffeisenverbands im Itzling. Auf Anregung des Gremiums wurde die ursprünglich eher dünn geplante Begrünung durch ein Bepflanzungskonzept ersetzt, das "den architektonischen Aussagen des Projekts dienlich ist und auf diese Weise ein topographisches Alleinstellungsmerkmal bewirkt". Zugleich leiste diese Form der Begrünung einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas.

Wohn- und Geschäftshaus "Bierbrunnen"

"Da sind weitere Anstrengungen notwendig", meint der Beirat zu dem Projekt der MB Projekt GmbH an der Münchner Bundesstraße. Das Planungsgebiet liegt topographisch schwierig an einer Kreuzung, die um eine Abbiegespur verbreitert werden soll. Vorgeschlagen und mehrmals ausführlich behandelt wurde ein "bauplastisch expressives Gebilde", dem in seiner Wirkmächtigkeit wohl eine Chance eingeräumt wurde. Diese müsse allerdings "in der Materialisierung und konstruktiven Umsetzung erst eingelöst werden", stellt das Fachgremium fest. Der Mut des Ansatzes werde sehr wohl unterstützt, zugleich verweist der Beirat in seiner Stellungnahme nochmals auf die Schwierigkeiten des Unterfangens. Betont wird außerdem, dass den Passanten in diesem Kreuzungsbereich ein hohe Verweilqualität gegeben werden müsse.

Hotelprojekte

Schon lange hat die Schaffenrath HotelbetriebsGmbH die Erweiterung des Hotels an der Alpenstraße erwogen. Jetzt wird der Corona-bedingte Stillstand genutzt, um mit einem neuen Konzept in die Umsetzung von Renovierung und Ausbau zu gehen. Vorgelegt wurde ein ganzheitliches Konzept mit Gründächern - auch für den Aufenthalt und einer begrünten Pergola-Fassade.

An der Schmiedingerstraße, nahe der Messe und Autobahn, sollte ursprünglich ein Hotel- und Geschäftshaus entstehen. Mit neuem Bauherrn und neuen Planern wurde nun ein neues Nutzungskonzept für einen Hotelbau - ohne Nahversorger - vorgestellt. Der neu formatierte Baukörper und die Fassaden müssten nun neu betrachtet werden, sagt Beirats-Chef Beneder. Es gehe darum, wieder einen klaren und kohärenten Ausdruck für das Bauwerk zu finden.
Startphase und Wettbewerbe

Für das Wohnbauprojekt an der Haunspergstraße 39 schreibt die Heimat Österreich nun einen geladenen Wettbewerb aus; die Auslobungsunterlagen werden erstellt, die Ausschreibung startet voraussichtlich Mitte November.

Wettbewerb für Neubau der Polizei in der Alpenstraße

Kurzfristig in die Tagesordnung aufgenommen wurde das Projekt der BIG-Tochter ARE (Austrian Real Estate): An Stelle der Polizeidirektion Alpenstraße ist ein Neubau mit Einrichtungen für die Polizei sowie Wohnungen geplant. Dazu wurden erste organisatorische Schritte für einen zweistufigen offenen Wettbewerb besprochen.

Ein Erstgespräch mit Voranfrage zur Standortentwicklung gab es mit der Heimat Österreich für ein Areal an der Bachstraße. Geplant ist die Errichtung von Wohnungen und Geschäften, ein gemeinsamer Lokalaugenschein fand im Rahmen der BeirGBR-Sitzung statt. Als "ideales Vorgehen" bezeichnet Ernst Beneder die Beiziehung des Gestaltungsbeirats bereits in dieser frühen Phase. Man könne dadurch die komplexe Ausgangssituation analysieren und mit einer gemeinsamen Basis starten.
Beratungen fanden zu folgenden weiteren Projekten der Tagesordnung statt:

Wohnbau Triebenbachstraße (GSWB, 43 Wohnungen): Zu klären sind noch schlüssige Lösungen für infrastrukturellen Bedarf, u.a. Unterbringung Abfallsammler, Fahrradstellplätze u.ä., danach gibt es grünes Licht des Beirats für die Planung.

Wohnanlage Kreuzbrückl (Stiegl Immobilien GmbH): Letzte Details (Materialmuster etc.) werden in der kommenden Sitzung vorgelegt; insgesamt ist das Projekt einreichfertig und vom GBR positiv beurteilt.

Wohnbau Gnigl an der Linzer Bundesstraße (GSWB, nahe Bahnhof): Im vorgelegten Entwurf folgt die Ausrichtung der Neubauten in erster Linie schallschutztechnischen Anforderungen. "Daraus ergeben sich sehr sperrige Außenkonturen und Räume, die sicher noch optimiert werden können", sagt Architekt Beneder. Der Beirat empfiehlt, die Ausformung der Baukörper nochmals zu überdenken. Das Areal an den Bahngleisen habe einen eigenen Reiz, "das verdient eine dafür maßgeschneiderte Lösung", betont der Vorsitzende.

Nahversorger und Wohnungen Plainstraße (Kainz GmbH): weitere Bearbeitungen erforderlich.
Treffen Beirat & Architektenkammer

Im Rahmen der Sitzung des Gestaltungsbeirats fand diesmal auch eine Diskussionsrunde mit Vertreter*innen der Architektenkammer statt. In einem offenen Gedankenaustausch zwischen der Kammer, Gestaltungsbeirat sowie Ressort und Stadtplanung wurden Standpunkte zur Baukultur erörtert. Im Fokus stand dabei das Wettbewerbswesen, wobei Konsens darüber herrscht, dass Wettbewerbe DAS Instrument zur Qualitätssicherung in der Baukultur sind. Allerdings sei dieses Instrument an aktuelle Erfordernisse anzupassen.

Quelle: SN

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