Wirtschaft

Gondel für G-Link-Bahn fuhr über die Forststraße

Die talüberspannende G-Link-Bahn in Wagrain bekam ihre erste Kabine. Mit einem Sondertransport wurde die Gondel auf den Berg gebracht.



Dietmar Birle war viel schneller als erwartet. Das hat er den Schweizern zu verdanken. Die Eidgenossen haben offenbar viel Erfahrung mit Sondertransporten. So wurde auch der Transport der Gondel für die G-Link-Seilbahn in Wagrain von den Behörden viel schneller abgewickelt als erwartet.

Gestartet war die Lieferung am Montag in Olten bei Zürich. Ganz alltäglich war der Transport freilich nicht. Schließlich musste der Pfändertunnel bei Bregenz für die 4,25 Meter breite und neun Meter lange Kabine gesperrt werden. Es ist die größte Gondel, die die Firma CWA bisher gebaut hat.

Die größten Schwierigkeiten erwarteten Fahrer Dietmar Birle aber in Wagrain. Über eine Forststraße musste der Lkw samt Gondel zur Seilbahnstation auf dem Grießenkareck auf 1233 Metern Seehöhe gebracht werden. Die Wagrainer Bergbahnen ließen die Straße vorher ausholzen, um den Transport zu vereinfachen. Birle fährt für eine Firma, die auf Seilbahntransporte spezialisiert ist. Auch sein Lkw ist für solche Zwecke konstruiert. Der Auflieger des Lkw lässt sich separat steuern. Für einen Lkw-Fahrer ist das eine Herausforderung. "Ich lenke den Lkw, schaue in den Spiegel und bediene den Auflieger". Birle hatte zehn Jahre lang Holzlieferungen gefahren, bis er zu dieser Firma wechselte. "Als ich das erste Mal den Spezial-Lkw lenkte, dachte ich, mich holt der Teufel".

Mittlerweile ist er routiniert, das Grießenkareck bringt ihn nicht ins Schwitzen. Trotzdem musste er die Strecke vorher einmal zum Test abfahren, um mögliche Probleme auszuloten. Jetzt absolviert er den Transport zwei Mal. Die zweite Kabine der G-Link-Seilbahn wird Birle Ende der Woche liefern.

Seilbahn überspannt
ein ganzes Tal
Mit dem G-Link-Projekt setzen die Wagrainer Bergbahnen ein ehrgeiziges Projekt um. Die Seilbahn wird ab dem Herbst den Grafenberg mit dem Grießenkareck verbinden. Die Talüberspannung hat dabei eine Länge von 2,3 Kilometern. Die Distanz soll in sechs Minuten überbrückt werden. Die Kabinen werden dabei maximal 232 Meter über dem Boden schweben. 130 Personen passen in eine Kabine. Die beiden Stützen der Seilbahn haben schwere Lasten zu tragen. Das Tragseil hat ein Gewicht von 62 Tonnen. Die voll besetzte Kabine kommt auf bis zu 20 Tonnen. Die Investitionskosten der Seilbahnanlage betragen 14,5 Millionen Euro. Die Anlage soll im Herbst 2013 fertig sein.

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