Wirtschaft

Gütesiegel für Salzburger Lebensmittel kommt jetzt auch in Gasthäusern und Hotels

Das Salzburger Agrarmarketing setzt mit seinen Partnern nun den zweiten Schritt - in die Gastronomie.

Dass Lebensmittel aus dem eigenen Land kommen, wird vielen Konsumentinnen und Konsumenten immer wichtiger. Seit etwa einem Dreivierteljahr können sie sich im Handel an einem Zertifikat für die Herkunft aus dem Salzburger Land orientieren. Jetzt geht das Salzburger Agrarmarketing gemeinsam mit seinen Projektpartnern, der Landwirtschaftskammer, der Wirtschaftskammer und der Salzburger Land Tourismus GmbH (SLT), einen entscheidenden Schritt weiter - und zwar in die Gastronomie und Hotellerie.

Im ersten Schritt, im Lebensmittelhandel, wurden die Erwartungen der Initiatoren übertroffen. "Nach nur neun Monaten haben wir es geschafft, mit mehr als 800 zertifizierten Produkten von gut 130 Salzburger Lebensmittelproduzenten flächendeckend im Land sichtbar zu sein", sagte Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) als Obmann des Agrarmarketing-Vereins am Dienstag in einer Zwischenbilanz im Kaiserhof in Anif-Niederalm.

Gastwirte können sich Gerichte, die vorwiegend aus Salzburger-Land-Produkten zubereitet werden, auf freiwilliger Basis zertifizieren lassen und in der Speisekarte mit dem runden Siegel auszeichnen. Auch Frühstücksbuffets (oder Teile davon) in Hotels können auf diese Weise angeboten werden. Die Kriterien wurden mit der Wirtschaftskammer erarbeitet.

Landwirtschaftskammer-Präsident Rupert Quehenberger sagt, dass so wie im Supermarkt immer mehr Menschen auch im Restaurant wissen wollen, woher das Fleisch, der Käse oder das Gemüse stammen. "Der Vertrauensbonus zugunsten von Bäuerinnen und Bauern aus der Region ist für Gastronomiebetriebe, die sich von der breiten Masse abheben wollen, eine echte Chance."

Ernst Pühringer, Fachgruppenobmann der Gastronomie in der WK Salzburg, begrüßt die Initiative. "Wesentlich sind für uns die freiwillige Teilnahme und die unbürokratische Abwicklung. Der Gast schätzt regionale, ehrliche, saisonale, frische, qualitätsvolle Produkte und ist auch bereit, dafür mehr zu bezahlen."

Laut SLT-Geschäftsführer Leo Bauernberger ist "mehr als zwei Dritteln unserer Gäste eine regionale Kulinarik wichtig. Sie wollen regionale Produkte verkosten."

Inzwischen sind auch die Salzburg Milch sowie die Pinzgau Milch mit je zirka 40 Produkten Teilnehmer der Initiative. Für die Offensive in der Gastronomie konnten auch der Großhandel (AGM/Adeg und Transgourmet) sowie die Salzburger Alpenrind GmbH (mit Rindfleisch) gewonnen werden. Weiters ist die Einkaufsgenossenschaft Hogast ein Partner.

Die Basis für die Salzburger Kriterien bilden bundesweite Bestimmungen

Als Basis für die Salzburger Gerichte-Zertifizierung müssen die bundesweiten Gastronomiekriterien der Qualitäts- und Herkunftssicherung (QHS) erfüllt werden.
Darüber hinaus muss die Haupt- bzw. primäre Zutat für das Gericht ein Salzburger-Land-herkunftszertifiziertes Produkt sein. Beilagen müssen zumindest aus Österreich sein. Es dürfen in der Speisekarte nur die zertifizierten Gerichte mit dem Zertifikat gekennzeichnet sein. Es darf zu keinen optischen Verwechslungen mit nicht zertifizierten Gerichten kommen. Eine Beschreibung der QHS und des Salzburger Zertifikats in der Speisekarte ist sinnvoll. Ausgelobt werden können auch einzelne Produkte am Frühstücksbuffet oder ein eigener gekennzeichneter Bereich mit zertifizierten Produkten. Es darf auch dabei zu keinen optischen Verwechslungen zwischen zertifizierten und nicht zertifizierten Produkten kommen, heißt es im Regelwerk.

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