Wirtschaft

Hagleitner will drei Mal so viel produzieren

Das Pinzgauer Familienunternehmen hat 37 Mill. Euro in ein neues Werk und dazu eine eigene Hygieneakademie investiert.

Dieses Unternehmen ist ein wenig verrückt. Das sagt Geschäftsführer Hans Georg Hagleitner über Hagleitner Hygiene. Das 1971 von seinen Eltern gegründete und 1988 von ihm übernommene Familienunternehmen hat es vom Pinzgau aus geschafft, im Hygienebereich zu einem der weltweit bedeutendsten und innovativsten Anbieter zu werden. Und damit das auch zumindest in den kommenden zwei Jahrzehnten so bleibt bzw. die Position noch verbessert werden kann, hat Hagleitner ausgerechnet in Zeiten der Pandemie kräftig investiert.

Wer denkt, das sei kein Wunder, weil der Betrieb von der Pandemie profitiert haben müsse, der irrt. Hans Georg Hagleitner sagte am Dienstag bei der feierlichen Eröffnung des neuen Werks, man mache mit Kunden in der Hotellerie und Gastronomie 50 Prozent des Umsatzes. Dieses Geschäft kam durch die Lockdowns komplett zum Erliegen. 50 Prozent des Umsatzes seien weggefallen. Der enorm gestiegene Bedarf an Desinfektionsmitteln und den dazugehörigen Spendern konnte den Ausfall nur teilweise ausgleichen. Und man hatte nicht die Kapazitäten, um die Nachfrage kurzfristig zu befriedigen. Schlussendlich ging der Umsatz im ersten Pandemiejahr um 20 Mill. Euro zurück. Im Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr 2021/22 waren es mit 133,3 Mill. Euro noch immer um etwa zehn Mill. Euro weniger als vor der Pandemie.

Dennoch hat man sich 2020 dazu entschlossen, den schon 2019 begonnenen Ausbau größer als geplant zu machen. Grund dafür war eben diese enorm gestiegene Nachfrage bei Desinfektionsspendern. Die Alternativen waren: ein Werk kaufen oder bauen. Aber die Entscheidung sei der Familie nicht schwergefallen, so Vertriebsmanagerin Katharina Hagleitner. Hagleitner forscht entwickelt und produziert in Maishofen, wobei man im Auftritt nach außen das bekanntere Zell am See ein paar Meter weiter nennt. Hier soll das Know-how gebündelt bleiben. Fast 500 der über 1300 Beschäftigten sind am Stammsitz tätig. Alle anderen 27 Standorte in zwölf europäischen Ländern sind für Vertrieb und Service zuständig, was natürlich nur kundennah funktioniert. 43,3 Prozent gehen in den Export. Neben den eigenen Vertriebsstätten in zwölf Ländern verfügt man in 63 weiteren Ländern über Partner.

Mit der Inbetriebnahme des neuen Werks will Hagleitner pro Jahr 21 Mill. Hygieneartikel und 750.000 Spender produzieren. Das ist jeweils drei Mal so viel wie bisher. Damit hat Hagleitner nun auch die Kapazitäten, um sich mehr auf Privatkunden zu konzentrieren. Stefanie Hagleitner, Tochter von Hans Georg Hagleitner und als Produktmanagerin wie ihre Schwester Katharina schon in einer Führungsposition im Unternehmen tätig, sagt, bei der Produktlinie Hagi für Privatkunden wolle man den Umsatz bis 2027 auf zehn Mill. Euro verzehnfachen.

Neben dem neuen Werk wurde am Dienstag auch die Hagleitner Academy eröffnet. Es handelt sich um ein Ausbildungszentrum. Hier werden Mitarbeiter, Partner, Kunden und alle anderen Interessierten in Sachen Hygiene geschult. Das Thema sei mitten in der Gesellschaft angekommen, so Hagleitner. Insgesamt hat man 37 Mill. Euro im Pinzgau investiert. Neben der Familie und den Mitarbeitern sei der Standort einer der Anker des Unternehmens, sagte Hagleitner bei der Feier am Dienstag. Für seine Verdienste um diesen Standort und die Menschen dort erhielt Hagleitner von LH Wilfried Haslauer das Große Verdienstzeichen des Landes Salzburg.

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