Wirtschaft

Hallein will mit Hightech-Betrieben zum "Silicon Valley" werden

Die Salinenstadt hat ein neues Ziel: Nach dem Niedergang der Papierindustrie will Hallein "High-Tech-Schmiede" Österreichs werden.

Auf dem Areal der früheren Almbacharena an der Wiestal-Landesstraße in Hallein wird seit Donnerstag gebaut. Mit dem Technologieunternehmen JES Elektrotechnik verlegt der erste Betrieb seinen Sitz in das neue Gewerbegebiet. JES entwickelt Umweltsensoriklösungen, vor allem für Tunnels und Tiefgaragen. Auch das Mechatronikunternehmen Advanced Engineering plant einen Umzug und will am neuen Standort die Produktion ausbauen. Die bei Apple-Smartphones oder Airbus-Flugzeugen benötigten Platinen laufen über Anlagen der Halleiner. Auf dem Areal der Almbacharena hat die Stadt einen vergünstigten Grundstückspreis an Auflagen gekoppelt, etwa was die Anzahl der Mitarbeiter betrifft. "Wir wollen mittelfristig die Hightech-Schmiede Österreichs werden", gibt der scheidende Bürgermeister Gerhard Anzengruber als Ziel aus. Er will mit attraktiven Angeboten mehr Betriebe nach Hallein locken. "Wir wollen Erweiterungswünsche auch in der Umwidmung ermöglichen", stellt er ein Entgegenkommen in Aussicht. Behördenverfahren sollen schnell abgewickelt werden.

Steigende Mitarbeiterzahlen, Millioneninvestitionen

Namhafte große Technologieunternehmen haben bereits ihren Sitz in Hallein, etwa der Werkzeugmaschinenhersteller Emco mit knapp 800 Mitarbeitern oder die Robert Bosch AG, die Einspritzkomponenten für Motoren produziert und rund 1100 Mitarbeiter an zwei Standorten beschäftigt. Beide melden eine gute Auftragslage und steigende Mitarbeiterzahlen. Auch AustroCel befindet sich nach Eigentümer- und Namenswechseln - 2017 wurde das frühere Zellstoffunternehmen Schweighofer Fiber vom amerikanisch-britischen Investor TowerBrook übernommen - wieder auf Wachstumskurs. 60 Millionen Euro sollen bis 2021 investiert werden. "Es war nicht immer eine einfache Zeit", sagt Geschäftsführer Jörg Harbring. Mit der Umstellung von Papierproduktion auf Viskose-Zellstoff sei man jedoch sehr erfolgreich. Harbring erwartet ein starkes Wachstum, vor allem durch das Engagement im asiatischen Markt. Zusätzlich zu den bestehenden 250 Mitarbeitern sollen 30 Arbeitsplätze hinzukommen.
"Die tragende Säule Industrie ist uns abhandengekommen", spricht Anzengruber den Niedergang der Halleiner Papierindustrie und die darauf folgende "böse Abwärtsspirale" an. Nun gehe es aufwärts. In den vergangenen Jahren seien mehrere 100 Arbeitsplätze neu entstanden. Das zeigt sich auch in den Beschäftigungszahlen: Der Bezirk Hallein hält derzeit mit 4,2 Prozent landesweit die niedrigste Arbeitslosenquote. Das Werben um Betriebe scheint erfolgreich. In Kaltenhausen willl der Homöopathie-Arnzeimittelhersteller Spagyra demnächst einen Standort mit 40 Mitarbeitern eröffnen.

Aufgerufen am 07.08.2020 um 08:52 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/hallein-will-mit-hightech-betrieben-zum-silicon-valley-werden-61301674

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