Wirtschaft

Handel: Streit um Silvesteröffnungszeiten

Am letzten Tag des Jahres wollen manche Handelsfirmen bis 17 Uhr offen halten. Bisher war 14 Uhr üblich. Die Gewerkschaft läuft nun Sturm: Die Mitarbeiter seien ohnehin schon belastet genug.

Gerhard Egger (Betriebsratsmitglied Billa Österreich), Monika Wirnsberger (Betriebsratsmitglied Maximarkt Anif), Sonja spitaler (Betriebsratsvorsitzende Interspar Lehen), Gerald Forcher (Geschäftsführer Gpa-djp Salzburg), Michael Wörthner (Betriebsrats-Vorsitzender Lidl Österreich) und Michael Huber (Generalsekretär Gewerkschaft) bei der Pressekonferenz.  SN/gpa-djp
Gerhard Egger (Betriebsratsmitglied Billa Österreich), Monika Wirnsberger (Betriebsratsmitglied Maximarkt Anif), Sonja spitaler (Betriebsratsvorsitzende Interspar Lehen), Gerald Forcher (Geschäftsführer Gpa-djp Salzburg), Michael Wörthner (Betriebsrats-Vorsitzender Lidl Österreich) und Michael Huber (Generalsekretär Gewerkschaft) bei der Pressekonferenz.

Die Gewerkschaft gpa-djp, die auch die Handelsangestellten vertritt, hat eine Facebook-Kampagne gestartet: Sie haben die Salzburger dazu aufgerufen, zu Silvester nach 15 Uhr nicht mehr einkaufen zu gehen. "Wir haben damit 155.000 Personen erreicht, 1847 Mal wurden die Beiträge geteilt", sagt Gerald Forcher, Geschäftsführer der gpa-djp Salzburg.

Bisher war es üblich, die Geschäfte in Salzburg um 14 Uhr zu schließen. Laut Gesetz dürfen die Betriebe aber bis 17 Uhr offen halten, sagt Peter Johann Buchmüller, Spartenobmann Handel bei der Wirtschaftskammer Österreich. "Seit 2018 nützt das ein Marktteilnehmer aus - und andere ziehen nach. Wir machen aber nichts, was nicht dem Gesetz entspricht."

Sonja Spitaler ist die Betriebsrats-Vorsitzende bei Interspar in Lehen. Für sie ist es nicht plausibel, warum die Öffnungszeiten immer länger sein sollen. "Die Kunden geben nicht mehr Geld aus, es verlagert sich nur. Und wir erziehen sie dazu, immer später einkaufen zu gehen." Wenn um 17 Uhr das Geschäft schließe, könnten die Mitarbeiter noch nicht heim gehen: Sie müssten die Kassa abrechnen, in der Feinkostabteilung reinigen. Manche Mitarbeiter hätten einen langen Weg nach Hause. "Und dann sollen sie noch das Fest vorbereiten und feiern." Spitaler hält es für die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, für die Mitarbeiter zu sorgen. "Sonst haben wir lauter kranke Kollegen."

Die Kundschaft hätte das Recht, anständig behandelt zu werden, sagt Monika Wirnsberger, Betriebsratsmitglied Maximarkt Anif. Aber in der Adventszeit sei das schwierig: "Wir haben kaum Ruhepausen, vor Weihnachten wird nur Hektik und Stress verstreut." Michael Wörthner spricht von Respekt: "Weihnachten und Silvester sind emotional gebundene Tage. Die Mitarbeiter wollen auch Familienzeit haben", sagt der Betriebsrat-Vorsitzender bei Lidl. Forcher ergänzt, die Gewerkschaft werde Umfragen machen, ob die Ruhezeiten eingehalten werden: "Manche Mitarbeiter fangen um 3 Uhr früh zu arbeiten an. Hatten Sie elf Stunden davor Pause?"

Buchmüller von der Wirtschaftskammer wisse, dass vor Weihnachten eine stressige Zeit sei. "Das ist natürlich nicht lustig. Aber es ist nicht 365 Tage im Jahr Stress, es gibt auch ruhigere Zeiten. Wir machen nichts, was nicht dem Gesetz entspricht."

Von einer roten Linie spricht Forcher zudem im Zusammenhang mit einem Vorstoß der Einkaufszentren, an vier bis sechs Sonntagen im Jahr zu öffnen. Eine große Mehrheit der Mitarbeiter wollen das nicht - auch wenn sie Zuschläge von 100 Prozent bekämen. "Geld ist nicht immer alles, Freizeit ist wichtig."

Buchmüller von der Wirtschaftskammer sagt, da seien sie auf einer Linie: "Eine klare Mehrheit der Handelsunternehmen will nicht am Sonntag öffnen." Wenn das kommen sollte, sollte es klare Regeln geben, an welchen Sonntagen die Türen öffnen. "Das muss man im Kollektivvertrag genau regeln."

Aufgerufen am 28.01.2020 um 12:13 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/handel-streit-um-silvesteroeffnungszeiten-80471392

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