Wirtschaft

Handels-KV: In Salzburg laufen nun Betriebsversammlungen während der Öffnungszeiten

Die von Unternehmerseite gebotenen zwei Prozent mehr Gehalt für die Mitarbeiter im Handel sind für deren Gewerkschaftsvertreter inakzeptabel. Auch in Salzburger Betrieben laufen deshalb seit Donnerstag um 7.15 Uhr früh Betriebsversammlungen der Angestellten. Es kann zu Wartezeiten für Kunden kommen. Gerald Forcher, Geschäftsführer der GPA-djp (Druck, Journalismus, Papier) in Salzburg: "Wir wollen nicht, dass der Handel zu einer Niedriglohnbranche verkommt."

Handels-Kollektiv: Viele Mitarbeiter halten ab sofort Betriebsversammlungen ab.  SN/apa
Handels-Kollektiv: Viele Mitarbeiter halten ab sofort Betriebsversammlungen ab.

Nachdem auch die dritte bundesweite Verhandlungsrunde beim Handelskollektivvertrag für die Arbeitnehmervertreter kein annehmbaren Ergebnis gebracht ha, laufen seit Donnerstagfrüh in Salzburg in großen und größeren Handelsunternehmen Betriebsversammlungen der Verkäuferinnen und Verkäufer.

"Landesweit wird es bis inklusive 20. November mehr als 30 Betriebsversammlungen geben - in vielen Unternehmen auch während der Öffnungszeiten", so Gerald Forcher, Geschäftsführer der GPA (Gewerkschaft der Privatangestellten) in Salzburg. Bei den Versammlungen werden die Beschäftigten über den bisherigen Verlauf bei den KV-Verhandlungen informiert. Zudem wird die weitere Vorgehensweise bei einem erneuten Scheitern einer Einigung in der nächsten Verhandlungsrunde am 21. November in Wien beraten. "Sollte es wieder nichts werden, dann können wir die Versammlungen jederzeit wieder aufleben lassen", so Forcher.

Für Kunden kann es Wartezeiten und Verzögerungen geben

Die Betriebsversammlungen im Kampf für einen besseren, höher dotierten Handelskollektivvertrag finden quer durch alle Branchen statt - im Einzelhandel, Großhandel, Autohandel oder Drogeriehandel. "Begonnen hat am Donnerstagfrüh der Interspar Saalfelden. Auch bei Sports Direct hielten die Verkäuferinnen und Verkäufer am Vormittag eine Betriebsversammlung ab", berichtet Forcher im SN-Gespräch. Die bis dato letzte angesetzte Betriebsversammlung gibt es am 20. November im Salzburger Metro-Markt und bei der Puma-Zentrale.

In vielen namhaften Unternehmen - von Interspar und Mercedes über dm, EZA Fairer Handel bis hin zu REWE - haben die Betriebsratsverantwortlichen Versammlungen einberufen. Forcher: "Wir bitten die Kunden in den nächsten Tagen daher um Verständnis, sollte es zu Wartezeiten und Verzögerungen im Geschäftsbetrieb kommen."

Gewerkschaft fordert auch Erhöhung des Mindestgehalts

Für GPA-Gewerkschafter Forcher ist das bisher vorliegende Angebot der Unternehmerseite - eine Gehaltserhöhung von zwei Prozent - "völlig inakzeptabel". Es müsse aber nicht nur das Gebot der Arbeitgeberseite deutlich höher werden: "Wir wollen im Handel auch ein Mindestgehalt von 1700 Euro brutto. Wir wollen nicht, dass der Handel zu einer Niedriglohnbranche verkommt. In der Metallindustrie werden mittlerweile 2000 Euro brutto Einstiegsgehalt bezahlt. Da muss der Handel nachziehen", fordert Forcher.

In Österreich sind mehr als 400.000 Personen im Handel beschäftigt, im Land Salzburg sind es mehr als 35.000 Handelsmitarbeiter.

Quelle: SN

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