Wirtschaft

Handwerkspreis: Salzburger Schilder nach New York verkauft

Die Wirtschaftskammer hat den Schlosser Christian Wieber für seine Zunftschilder geehrt. Ausgezeichnet wurde auch eine backende Anwältin.

In der Schlosserei von Christian Wieber brennt ein Feuer, davor liegt ein schwerer Hammer auf einem Metallblock. Nun ist es ruhig in der Werkstatt, in der die fünf Mitarbeiter bis vor kurzem noch geklopft haben: Sie erstellten riesige Zunftschilder für einen Kunden aus den USA. Der Immobilienhändler sei eines Tages bei ihm in die Werkstatt marschiert, sagt Wieber: "Wir sind dann in die Getreidegasse gegangen und er hat mir gezeigt, welche Schilder ihm gefallen." Die Großeltern des Amerikaners waren von Europa nach Amerika ausgewandert. Die Schilder sollten eine Erinnerung an die Wurzeln des Geschäftsmannes sein. Mit den fünf Schildern, die bis zu drei Metern lang und bis 1,80 Metern breit sind, hat Wieber den zweiten Platz des Handwerkspreises der Wirtschaftskammer gewonnen.

42 Prozent der Jugendlichen machen eine Lehre

Spartenobmann Josef Mikl betont, wie wichtig das duale System der Ausbildung sei: "Nur wer die Technik gelernt hat, kann solche Qualität erstellen." 42 Prozent der Jugendlichen entscheiden sich laut Mikl für eine Lehre. Das zahle sich auch finanziell aus. Handwerksmeister seien wie Bachelor-Studenten einzustufen. Der Spartenobmann will es dennoch Meistern vereinfachen, ein Studium zu beginnen. "Jene, die studieren wollen, sollen die Möglichkeit dazu haben."

Bei Andrea Isabelle Streitwieser war es jedoch umgekehrt. Vor vier Jahren hat sie die Anwaltsprüfung abgelegt. Wirklich begeistert hat sie jedoch das Backen: Streitwieser hat daraufhin den Konditormeister abgeschlossen und sich selbstständig gemacht. Wer klassische Torten sucht, ist bei ihr jedoch fehl am Platz. Streitwieser verkauft "Sweet Tables", also Gesamtkonzepte. "Wir machen außergewöhnliche Sachen. Wir verwenden Trockeneis und Aromaöle - und manchmal hängen die Torten auch über eine Wand hinunter." Den ersten Platz des Handwerkspreises bekam die Konditorin jedoch für eine spezielle Tauftorte: eine vierstöckige, sich drehende Süßigkeit mit Karussellmusik.

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