Wirtschaft

Hotelbau in Großgmain startet später

Der Projektentwickler spricht nun von 2019 als Baubeginn - was für Kritik sorgt.

Zum Beginn der Tiefenbohrungen heuer im April war Projektentwickler Bruno Eidlinger noch optimistisch. Nun musste er seine Pläne mangels genug Grundwasser deutlich verändern.  SN/robert ratzer
Zum Beginn der Tiefenbohrungen heuer im April war Projektentwickler Bruno Eidlinger noch optimistisch. Nun musste er seine Pläne mangels genug Grundwasser deutlich verändern.

Im April hatte Projektentwickler Bruno Eidlinger den Baubeginn bei seinem Luxushotelprojekt mit 562 Betten (105 Hotelzimmer plus 76 Residenzen) für Herbst ankündigt. Nun rudert Eidlinger, der Chef der Vital Wohnbau Immobilien GmbH ist, zurück: "Wir haben bei unseren Bohrungen bis in 130 Meter Tiefe kein Grundwasser für die geplante Erdwärmeanlage gefunden." Also habe er umplanen müssen - in Richtung Solar- und Photovoltaik-Anlage sowie eines Blockheizkraftwerks und intelligenter Abwärmenutzung. Deshalb müsse das Projekt bis Ende November neu bei der Bezirksbehörde eingereicht werden. Neuer Baustart: Frühjahr 2019. Dass ihm noch Geld für das 60-Millionen-Euro-Projekt fehle, relativiert Eidlinger: "Die Finanzierung des Hotels steht - mittels Kredit einer Salzburger Bank von 28 Millionen Euro." Die Finanzierung der Residenzen sei aber noch offen: "Da geht es um 30 bis 35 Millionen Euro." Bis Weihnachten will er Verhandlungen mit Investoren abgeschlossen haben. Ihm sei aber wichtig, Hotel und Residenzen in einem zu bauen - auch aus Rücksicht auf die Anrainer. Und Eidlinger gibt zu, dass er wegen des Baurechtsvertrags mit der Gemeinde unter Zeitdruck stehe. Denn dieser sieht vor, dass bis Mitte April 2019 der Baubeginn erfolgt.

Ortschef Sebastian Schönbuchner (ÖVP), jahrelanger Befürworter des Projekts, ist sehr ungeduldig, wie er sagt: "Klar mache ich Druck! Mir ist beim Baubeginn heute lieber als morgen." Er wolle vor Baustart von Eidlinger Zusagen von Banken und Investoren. Wegen der 200 zusätzlichen Jobs für die Gemeinde ist Schönbuchner aber weiter für das Projekt. Auch eine Fristerstreckung beim Baurechtsvertrag sei "denkbar." Wie die Stimmung in der Bevölkerung zum Hotel sei, könne er nicht genau sagen: "Zu Versammlungen kommen meist die Kritiker. Wie die schweigende Mehrheit denkt, kann ich nicht einschätzen."

Eine dieser Kritikerinnen ist Anrainerin Birgit Schreiner. Sie bezweifelt den Nutzen für die Gemeinde, urgiert ein Verkehrskonzept und kritisiert, dass "die meisten Bürger nichts von dem Projekt wissen". Sie habe im April den Gemeindevertretern einen Brief mit offenen Fragen geschrieben: "Aber bisher habe ich keine Antwort bekommen."


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