Wirtschaft

Hoteliers wollen bei Personalsuche neue Wege gehen

Beim "Tag der offenen Hoteltür" am 9. Oktober bitten insgesamt 26 Salzburger Sterne-Hotels zum Blick hinter die Kulissen.

Hoteliers wollen bei Personalsuche neue Wege gehen SN/lmz/neumayer
Mariem Ben Hadj Naceur (Lehrling im 1. Lehrjahr im Art-Hotel Blaue Gans), ÖHV-Vizepräsident Albert Schwaighofer, ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer und LH Wilfried Haslauer machen Werbung für Jobs in der Hotellerie.

Der Tourismus in Salzburg brummt: Die Winternächtigungen im Land Salzburg sind von der Wintersaison 2008/09 bis zur Wintersaison 2015/16 um 5,12 Prozent gestiegen, die Sommernächtigungen von 2008 bis 2015 sogar um satte 13,9 Prozent. Und für das heurige Jahr 2016 rechnet der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) sogar mit 27 Millionen Nächtigungen im Bundesland - was ein neuer Rekordwert im Vergleich zu den letzten 25 Jahren sein dürfte. Aktuell werden 22 Prozent des Salzburger Bruttoregionalprodukts in der Tourismusbranche erwirtschaftet.

Allerdings: Beim Land wie auch der Tourismuswirtschaft weiß man, dass diese Erfolge auch künftig nur möglich sein werden, wenn man weiterhin genug Personal für Gastronomie und Hotellerie findet. Als neue Möglichkeit, künftige Mitarbeiter und speziell Lehrlinge zu gewinnen, wird die Österreichische Hoteliersvereinigung (ÖHV) am 9. Oktober daher erstmals einen österreichweiten "Tag der offenen Hoteltür" veranstalten.

Salzburg als Hotspot beim "Tag der offenen Hoteltür"

Das Bundesland Salzburg stelle mit 26 Top-Hotels nach Wien die meisten Teilnehmer bei dieser Aktion, betont ÖHV-Vizepräsident Albert Schwaighofer. Österreichweit machen 90 Hotels mit. Allein in der Stadt Salzburg laden am 9. Oktober 15 Hotels zu einer Schnitzeljagd quer durchs Zentrum ein: Wer an diesem Tag sechs Fragen in sechs teilnehmenden Betrieben richtig beantwortet, erhält neben Goodies von jedem Hotel die Chance auf eine Übernachtung mit Frühstück. Im Hotel Alpendorf in St. Johann können Schülerinnen und Schüler sowie Eltern professionell Cocktails mixen, ein 5-Gänge-Menü servieren, sich in der Serviettenkunst und der Zubereitung von Wraps versuchen. Das Hotel Altstadt Radisson Blu lädt beim Einblick in die Küche dazu ein, das Flambieren neu zu entdecken. Im Salzburger Hof lernen Interessierte bei Rollenspielen und Workshops die andere Seite der Buchung kennen. Die Übersicht über die Top-Arbeitgeber gibt es online.

Beschäftigungsanstieg im Tourismus

Die Nächtigungssteigerung im service-intensiven Top-Segment bringe mit sich, dass die Hotels mehr Arbeitsplätze anbieten, bestätigt ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer: "Die Branche stellt jedes Jahr mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein, aber wir bräuchten noch mehr. Dass wir uns mit unserem Preis-Leistungs-Verhältnis international durchsetzen, macht die Hotellerie sehr einzigartig. Und dafür brauchen wir genügend gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter." Die Zahl der offenen Lehrstellen in der Hotellerie ist seit 2008 von 243 auf 332 gestiegen. Geburtenschwache Jahrgänge, flächendeckende Kampagnen für Akademien und Technikberufe erschweren die Lage: "Wir ergreifen die Initiative", verweist sie auf ÖHV-Erfolge wie die Einführung des Lehrberufs Hotelkaufmann/-frau oder eben auch den Tag der offenen Hoteltür: "Wir brauchen 'z-gemäße' Angebote für die Generation Z: technologieaffin und weltoffen, Jobsicherheit mit Karrierechancen und Transparenz. Und die haben wir."

Hoteliersvereinigung will neue Wege gehen

LH Haslauer betonte bei einem Pressetermin am Mittwoch, dass neben der Ausbildung in den diversen Tourismusschulen im Bundesland vor allem die Lehrlingsausbildung in den Betrieben ein zentraler Ansatzpunkt bleibe. Haslauer: "Auch aus dem Bereich der Flüchtlinge versuchen wir, Leute in Mangelberufen - und dazu zählt die Gastronomie seit 1. Juli heurigen Jahres, hineinzubringen."

Aber wie will man den gängigen Vorurteilen widersprechen, dass Mitarbeiter im Tourismus schlecht bezahlt würden, unter schlechten Arbeitsbedingungen zu leiden hätten und vor allem dann arbeiten müssten, wenn alle anderen Bürger frei hätten?

ÖHV-Präsidentin Reitterer will das nicht gelten lassen: Faktum sei, dass die Hotellerie Jobs für Mitarbeiter jeder Qualifikation anbiete: "20 Prozent unserer Mitarbeiter sind aber nun einmal Hilfs- und 50 Prozent Fachkräfte. Wir sind keine reine Akademikerbranche." Das müsse man bei der Gehaltsdebatte bedenken. Außerdem argumentiert sie mit der hohen Qualität der Ausbildung: "Wir haben sowohl die Lehrlingsausbildung als auch die Schulen - und damit eine Ausbildung, die State of the Art ist. Ich tue mir schwer damit, wenn da alles schlechtgeredet wird." Weiters betont die Präsidentin, dass man etwa bestimmte Themen neu denken solle: "Warum wird nur für Kinderbetreuung für jene gesorgt, die Nine-to-Five-Jobs haben?" Aber sei in diesem Punkt nicht auch ein Engagement der Branche selbst gefragt? Reitterer stimmt zu: "Es gibt jetzt schon größere Hotels, die selbst eine Kinderbetreuung für ihre Mitarbeiter anbieten. Und es wird der Tag kommen, wo Hotels in der Nachbarschaft nicht nur gemeinsamen einen Schneepflug anschaffen, sondern auch gemeinsam Kinderbetreuung anbieten." Vorzeige-Projekte gebe es hier schon in Tirol. "Und in vielen Kinderhotels dürfen Mitarbeiter auch jetzt schon ihre Kinder mitnehmen."

Quelle: SN

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