Wirtschaft

Im Februar suchten 16.051 Menschen in Salzburg einen Job

Die Arbeitslosigkeit im Bundesland geht weiter zurück. Den stärksten Rückgang gab es am Bau.

Bei den offenen Stellen gab es erneut ein kräftiges Plus.  SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Bei den offenen Stellen gab es erneut ein kräftiges Plus.

16.051 Menschen waren im Februar dieses Jahres in Salzburg als arbeitslos gemeldet. Das sind um 512 Betroffene oder 3,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Um 2,1 Prozent ging auch die Zahl der Schulungsteilnehmer zurück.

Im Februar liegt Salzburg mit einer Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent an zweiter Stelle im Bundesländervergleich, hinter Vorarlberg und gleich auf mit Tirol.

Die Arbeitslosenzahlen sinken seit Februar 2016 ständig. Siegfried Steinlechner, Landesgeschäftsführer, macht die günstige Konjunkturlage für die positive Entwicklung verantwortlich. "Vor allem die Warenproduktion und das Bauwesen tragen dazu bei, dass wir zum dreizehnten Mal in Folge ein Minus bei den Arbeitslosenzahlen schreiben." Das Minus ist mit 315 Menschen oder 8,1 Prozent am Bau am größten. Ein Plus von 16,7 Prozent gab es indes im Gesundheits- und Sozialwesen.

Jüngere Arbeitskräfte scheinen leichter einen Job zu finden. Um elf Prozent weniger Unter-25-Jährige waren im Februar beim AMS registriert. Bei den Über-50-Jährigen gibt es indes Zuwächse um 3,9 Prozent. Deutlich steigt auch die Langzeitarbeitslosigkeit: 1224 Menschen sind mehr als ein Jahr arbeitslos. Das sind um 20 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Den stärksten Rückgang im Regionenvergleich gab es im Lungau. Minus zwölf Prozent weniger Menschen suchten in dem Bezirk Arbeit. Im Tennengau ging die Zahl der Arbeitslosen um 11,2 Prozent zurück, im Pinzgau um 9,1 Prozent, im Pongau um 8,8 Prozent. Zunahmen gab es indes in der Stadt Salzburg mit 2,5 Prozent und Salzburg-Umgebung mit 1,2 Prozent.

475.786 Menschen österreichweit auf Jobsuche

In ganz Österreich waren im Februar 475.786 Menschen auf Jobsuche, das ist eine Stagnation gegenüber dem Februar 2016. Arbeitslos gemeldet waren 400.619, in Schulung befanden sich 75.167. Einen deutlichen Rückgang gab es bei jugendlichen Arbeitslosen (minus 10,8 Prozent), schlecht schaut es weiterhin für Ältere (plus 6,8 Prozent) und Ausländer (plus 3,4 Prozent) aus.

Wie schon im Jänner gab es wieder ein kräftiges Plus bei den offenen Stellen. Sie legten um 37,7 Prozent auf 49.383 zu. Die Zahl der offenen Lehrstellen erhöhte sich um 724 auf 4.107 Jobangebote.

Gleichzeitig waren 5.309 auf Lehrstellensuche, ein Rückgang um 458 Jugendliche. Die durchschnittliche Verweildauer in der Arbeitslosigkeit nahm um einen Tag auf 118 ab. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition lag bei 10,1 Prozent, ein Rückgang von 0,3 Prozentpunkten, teilte das Sozialministerium am Mittwoch mit.

248.762 Männer waren im Februar auf Jobsuche, ein Rückgang von einem Prozent im Jahresvergleich.

Bei den Frauen waren 151.857 ohne Arbeit, ein Minus von 1,7 Prozent. In der Warenherstellung (minus 3,4 Prozent), am Bau (minus 2,1 Prozent) und im Handel (minus 2,5 Prozent) ging die Arbeitslosigkeit zurück.

Im Tourismus stagnierte sie, im Gesundheits- und Sozialwesen legte sie um 2,4 Prozent zu.

Im Bundesländer-Ranking führt Tirol mit einem Rückgang der Jobsuchenden um 5,3 Prozent vor der Steiermark (minus 3,9 Prozent) und Kärnten (minus 3,8 Prozent). Das einzige Bundesland mit einer Zunahme der Arbeitslosigkeit ist Niederösterreich (2,1 Prozent). Niederösterreich hatte, hinter Wien, auch das stärkste Plus bei den Schulungsteilnehmern. Gleichzeitig war Niederösterreich aber führend bei der Zunahme der offenen Stellen (plus 64,9 Prozent).

AMS-Chef: Junge Frauen oft besser ausgebildet

AMS-Chef Johannes Kopf appelliert im Vorfeld des Weltfrauentages am 8. März an die Arbeitgeber, bei Fachkräftemangel in technischen Bereichen auch an die Frauen zu denken. Inzwischen seien diese bei den Jungen im Schnitt besser ausgebildet - und die Erfahrung im AMS zeige, dass sie auch oft wissbegieriger sind.

Dies spiegle sich im steigenden Einkommen der Frauen wider, wobei: "Es geht in die richtige Richtung, aber es geht nicht schnell genug", so Kopf im Gespräch mit der APA. Wesentlich für ein gutes Einkommen sei, dass Frauen nach der Schwangerschaft möglichst schnell wieder ins Berufsleben zurückkehren - und dort möglichst viele Stunden arbeiten. "Wir sehen hier einen klaren Zusammenhang", so Kopf.

Hingegen würden Frauen, die nur sehr wenige oder gar keine Stunden in den Jahren nach der Schwangerschaft arbeiten, nicht nur einen Karriereknick haben - sie würden auch oft aus ihren angestammten Berufen in die klassischen Teilzeitberufe zurückgedrängt. "Für diese Frauen gibt es dann auch keine Vollzeitjobs mehr, obwohl die Zeit der Kinderbetreuung schon lange vorbei ist", warnt Kopf.

Da mittlerweile 47 Prozent der arbeitenden Frauen dies in Teilzeit tun, könne man nicht mehr von atypischen Berufen sprechen, so der AMS-Chef. Grundsätzlich lasse sich sagen, dass sowohl bei Männern als auch bei Frauen der Jobzuwachs auf Teilzeitarbeit zurückzuführen sei. Und die Zahl weiblicher Teilzeitbeschäftigter hat sich in den letzten Jahren der Zahl vollzeitbeschäftigter Frauen angenähert

2016 lag die Arbeitslosenquote bei Männern bei 9,7 Prozent, bei Frauen bei 8,3 Prozent. Allerdings stieg sie bei Frauen - im Gegensatz zu den Männern. Kopf führt dies, unter anderem, darauf zurück, dass nach der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 vor allem Jobs in der Industrie und am Bau verloren gingen - und dies hauptsächlich Männer traf. In diesen Bereichen ist allerdings die Konjunktur angesprungen, weshalb es bei Männern eine Erholung am Arbeitsmarkt gab. Auffallend ist, dass die Arbeitslosigkeit bei Frauen im Osten deutlich stärker stieg als im Westen.

Weiters fällt auf, dass 2016 die Arbeitslosigkeit in der Versicherungsbranche bei Frauen erheblich stärker zunahm als bei Männern. Und in der öffentlichen Verwaltung ist sie wesentlich weniger zurückgegangen als bei den männlichen Kollegen.

"Der österreichische Arbeitsmarkt ist noch ein gutes Stück von einer Erholung entfernt, aber dank der steigenden Beschäftigung drehen sich die Zahlen allmählich wieder ins Positive. Ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend in den kommenden Monaten noch weiter verstärkt", so Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) angesichts einer rückläufigen Arbeitslosigkeit im Februar gegenüber Jänner.

FPÖ-Sozialsprecher NAbg. Herbert Kickl wiederum meinte: "Die Rekordarbeitslosigkeit wird in den nächsten Monaten allein durch die Migranten einen weiteren starken Schub nach oben erhalten, denn zahlreiche Asylwerber von heute werden sukzessive aus der Grundversorgung herausfallen und sich schnurstracks als Asylberechtigte oder subsidiär Schutzberechtigte beim AMS einfinden." Team-Stronach-Sozialsprecherin Waltraud Dietrich findet den Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Älteren "besorgniserregend".

Debatte um Mindestlohn

Die Arbeiterkammer (AK) wünscht sich mehr öffentliche Aufträge zur Reduktion der Arbeitslosigkeit. "Meine Forderung nach mehr öffentlichen Investitionen, nach mehr und besserer Qualifizierung und - nicht zuletzt wegen der Herausforderungen durch die Digitalisierung - nach einer Arbeitszeitverkürzung bleiben für uns auf dem Tisch", so AK-Chef Rudolf Kaske. Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB, fordert höhere Mindestlöhne. "Die rasche Umsetzung von 1.500 Euro Mindestlohn in allen Kollektivverträgen ist daher überfällig - und ein Zeitplan hin zu 1.700 Euro", fordert Achitz.

Das wiederum relativiert die Wirtschaftskammer (WKÖ). "Mit Ideen wie einem Mindestlohn muss in der jetzigen Situation daher sehr sorgsam und verantwortungsvoll umgegangen werden. Eine zu starke oder zu schnelle Anhebung des Mindestlohns wäre kontraproduktiv und würde zusätzlich Jobs kosten", so Martin Gleitsmann, Leiter der sozialpolitischen Abteilung in der WKÖ. Die Industriellenvereinigung (IV) wiederholte heute ihren Wunsch nach längeren Tagesarbeitszeiten. "Entscheidender Hebel für eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt ist die dringend notwendige Anpassung der gesetzlichen Arbeitszeitregelungen", so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.

(APA)

Aufgerufen am 25.11.2017 um 12:30 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/im-februar-suchten-16-051-menschen-in-salzburg-einen-job-28291

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