Wirtschaft

Immobilienpreise in Salzburg steigen kräftig

Die Preise für neue Wohnungen stiegen in Salzburg am stärksten. Wer mietet, gibt fast die Hälfte seines Gehalts für das Wohnen aus.

Immobilienpreise in Salzburg steigen kräftig SN/robert ratzer
Eine Wohnung mit Balkon? In Salzburg teuer.

Die Preise für Immobilien zeigen heuer wieder nach oben: Im ersten Halbjahr haben die Angebotspreise auf Internetportalen in Österreich spürbar angezogen - für neue Wohnungen wurde im Schnitt um 4,4 Prozent mehr verlangt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, für neue Häuser um 4,7 Prozent mehr. Gebrauchte Wohnungen verteuerten sich sogar um knapp 5 Prozent, wie das Portal ImmobilienScout24 analysierte.

Der hierzulande ungebrochen starke Wunsch nach einer eigenen Immobilie treibt die Preise. Im ersten Halbjahr legte die Nachfrage laut Internetportal ImmobilienScout24 um 7 Prozent zu. "In Zeiten schwächerer wirtschaftlicher Entwicklung und niedriger Zinsen gilt die Immobilie vielen als sicherster Hafen", teilte der Österreich-Chef des Unternehmens, Christian Nowak, mit.

Eine neue Wohnung, die im Schnitt 80 Quadratmeter groß war, kostete heuer im ersten Halbjahr durchschnittlich 346.000 Euro, ein neues Haus (122 Quadratmeter) rund 348.000 Euro und eine gebrauchte Wohnung (mit im Schnitt 82 Quadratmetern) rund 266.000 Euro, geht aus dem aktuellen Immobilienpreisindex ImmoDEX 2016 hervor, der sämtliche Angebotspreise auf den Portalen Immobilien.net bzw. ImmoScout24 abbildet.

Besonders kräftig gestiegen sind die Preise für neue Wohnungen heuer im ohnehin bereits hochpreisigen Salzburg (plus 5,2 Prozent) und in Vorarlberg (plus 5 Prozent auf 281.000 Euro für 80 Quadratmeter). Am stabilsten war die Entwicklung in diesem Segment in Kärnten (plus 0,1 Prozent) und der Steiermark (plus 0,8 Prozent).

Bei gebrauchten Häusern zeigt sich in Salzburg etwa ein Plus von 5,5 Prozent, bei neuen Häusern sind die Preise im Vergleichszeitraum um 5,3 Prozent gestiegen. Bei Wohnungen zeigt sich ein ähnliches Bild: Gebrauchte Wohnungen legten um 4,6 Prozent zu.

In Salzburg-Umgebung und im Zell am See stiegen die Preise deutlich

77 Quadratmeter habe die durchschnittlich angebotene neue Eigentumswohnung in Salzburg derzeit. Wer eine solche Wohnung 2016 erwerben wollte, musste für ein neues Objekt im Schnitt mit 309.000 Euro rechnen. Neue Häuser - etwa 428.000 für 123 Quadratmeter - waren, gemessen am Preis pro Quadratmeter, vergleichsweise günstig. Gebrauchte Wohnungen - hier wurden im Durchschnitt 75 Quadratmeter offeriert - boten sich dem Immobiliensuchenden um rund 235.000 Euro. Mehr bezahlt werden musste auch für Grundstücke, und zwar plus 7 Prozent.

Die höchsten Steigerungsraten verzeichneten im Vergleichszeitraum Salzburg-Umgebung und der Bezirk Zell am See. Die Preise für Grundstücke in Salzburg-Umgebung stiegen um 22 Prozent (275.000 Euro für 898 Quadratmeter), neue Häuser legten um 8,5 Prozent zu (422.000 Euro für 112 Quadratmeter) und neue Wohnungen um 6,6 Prozent (289.000 Euro für 79 Quadratmeter). In Zell am See verteuerten sich vor allem gebrauchte Häuser - und zwar um 11,1 Prozent (614.000 Euro für 185 Euro) sowie neue (plus 8,4 Prozent) und gebrauchte (plus 7,2 Prozent) Wohnungen. So musste man für die durchschnittlich angebotene gebrauchte Eigentumswohnung (79 Quadratmeter) 223.291 Euro hinlegen, für die durchschnittlich angebotene neue Wohnung (85 Quadratmeter) 339.000 Euro.

Salzburger geben 41 Prozent des Gehalts für Wohnen aus

Weniger stark als die Eigentums- entwickelten sich die Mietpreise im Bundesland Salzburg: Bei neuen Mietwohnungen (ohne Betriebskosten) lag die Steigerungsrate bei den Angebotspreisen bei +3,8 Prozent (12,1 Euro/Quadratmeter) und damit sowohl über der Inflationsrate als auch über dem Österreichschnitt (+3,4 Prozent; 11,2 Euro/Quadratmeter). Bei gebrauchten Mietwohnungen lag das Plus mit 0,3 Prozent (10 Euro/Quadratmeter) unter dem österreichweiten Schnitt (+0,8 Prozent; 9,8 Euro/Quadratmeter).

Die Österreicher geben laut Erschwinglichkeitsindex EIMX gut ein Drittel (34 Prozent) ihres Nettoeinkommens für das Wohnen aus - ohne Betriebskosten und Nebenkosten wie Heizung usw. Im Westen Österreichs ist der Anteil wesentlich höher: in Tirol verschlingt das Wohnen 43 Prozent des verfügbaren Haushaltsbudgets, in Salzburg 41 Prozent. Wenig verwunderlich schlagen sich die Wohnkosten in der Stadt Salzburg am stärksten zu buche (45 Prozent), gefolgt von den Bezirken Zell am See (41 Prozent) und Hallein (40 Prozent). Im Bezirk Tamsweg kommt man mit 27 Prozent weit unter dem Bundeslandschnitt durch.

Wesentlich günstiger sei es im Süden und Osten Österreichs - mit einem Anteil von 24 Prozent in der Steiermark und 19 Prozent im Burgenland.

"Eine kürzlich von uns durchgeführte Wertestudie zeigt, dass 75 Prozent der Österreicher ein Eigenheim besitzen wollen, Wohnen ist derzeit neben Freizeit in den Augen der Befragten der wichtigste Lebensbereich", berichtete der Österreich-Geschäftsführer von ImmobilienScout24, Christian Nowak.

Quelle: APA

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