Wirtschaft

Industrie ringt um Fachkräfte

Salzburger Industrieunternehmen sind mit der derzeitigen Geschäftslage zufrieden. Der Bedarf an Fachkräften kann aktuell gar nicht abgedeckt werden.

Der Bedarf an Fachkräften ist unverändert hoch. Bild:/Robert Bosch AG SN/sw/vips
Der Bedarf an Fachkräften ist unverändert hoch. Bild:/Robert Bosch AG

Das Land Salzburg bleibt attraktiv für die Wirtschaft. Das Stimmungshoch des vergangenen Jahres hat sich im zweiten Quartal 2018 stabil gehalten. So geben in einer aktuellen Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung über 70 Prozent an, aktuell eine gute Geschäftslage zu haben. (An der von der GfK Austria durchgeführten Studie haben sich 25 Betriebe mit 12.405 Beschäftigten beteiligt.) Ihre Auftragsbestände nannten 60 Prozent "gut" und 40 Prozent "durchschnittlich".

Auch Marianne Kusejko, Geschäftsführerin des Unternehmens Sigmatek in Lamprechtshausen und Vizepräsidentin der Industriellenvereinigung, spricht von einer sehr positiven Geschäftslage. "Das Umsatzwachstum bei Sigmatek lag in den vergangenen Jahren deutlich über zehn Prozent pro Jahr und auch die aktuelle Geschäftslage ist mehr als positiv. Ich würde unsere derzeitige Auftragslage als sehr gut bezeichnen", sagt Kusejko.

Ein Drittel der Unternehmer gibt in der Umfrage an, in den kommenden drei Monaten einen steigenden Bedarf an Fachkräften zu haben, bei zwei Dritteln ist er "gleichbleibend". Kein Unternehmen sah in der Umfrage einen abnehmenden Bedarf. "Die Anforderungen an die Themen IT und Digitalisierung steigen stetig", sagt Rainer Trischak, Geschäftsführer der Porsche Informatik. Der Bedarf an IT-Fachkräften wachse damit noch rascher: "Wir können ihn aktuell gar nicht abdecken." Auch Kusejko weiß über die Dringlichkeit von mehr Fachkräften. "Sigmatek beschäftigt rund 500 Mitarbeiter. Im technischen Bereich haben wir viel zu wenig Lehrlinge. Leider gibt es nicht genug junge Menschen, die sich für eine Ausbildung in diesem Bereich interessieren", sagt Kusejko.

Die derzeitige Ertragssituation wird von rund der Hälfte der Befragten als gut bewertet. Die Erwartungshaltung zu den Erträgen stieg sogar auf 36 Prozent, die restlichen sehen eine gleichbleibende Situation. Und wie schätzt die Wirtschaft die "Großwetterlage" für den Standort Salzburg ein? Einen Kern-Baustein sieht Trischak von Porsche in der Ausbildung. Salzburg stehe noch zu wenig im Fokus für Studierende in den Bereichen IT und Digitalisierung. Aber: Man habe den Handlungsbedarf erkannt und erste Ansätze auf den Weg gebracht. Den kurzfristigen Bedarf wird man dadurch jedoch nicht lindern können.

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