Wirtschaft

Josef-Rehrl-Schule: Fußboden wird zum Musikinstrument

Die Bauarbeiten in der Josef-Rehrl-Schule für Kinder mit beeinträchtigtem Gehör schreiten voran. Auch Experten von der Uni sind eingebunden. Am Dienstag lud die Salzburg Wohnbau zum Lokalaugenschein.

Ein vibrierender Fußboden, der Klänge fühlbar macht. Und ein Studio in der Bibliothek, in dem die Lehrer als Unterrichtsbehelf und für Hausaufgaben Videos in Gebärdensprache aufnehmen können.

Das werden nach Abschluss der Bauarbeiten zwei Besonderheiten in der neuen Josef-Rehrl-Schule im Salzburger Stadtteil Lehen sein. An der Schule werden 130 Kinder und Jugendliche unterrichtet, 67 von ihnen sind hörbeeinträchtigt. "Bei uns wird umgekehrte Inklusion gelebt", erklärt Direktor Stefan Fraundorfer. Hörende Kinder werden integriert, auch sie lernen die Gebärdensprache. Der Unterricht in Laut- und Gebärdensprache ist einzigartig in Österreich.

Im Sommer soll der Neubau auf dem Gelände des Landeszentrums für Hör- und Sehbildung fertig sein. Das Projekt wird von der Salzburg Wohnbau gemeinsam mit der Strabag und dem Architekturbüro "kofler architects" umgesetzt. Am Dienstag fand ein Lokalaugenschein statt.

Eingebunden ist mit einem Forschungsprojekt das Center for Human-Computer Interaction der Universität Salzburg. "Im Zentrum stehen die spezifischen Bedürfnisse der Schüler und Lehrer", erklärt Mitarbeiter Martin Murer. Mit Soziologin Alina Krischkowsky zeichnet er für die eingangs erwähnten Neuerungen verantwortlich. Oft genügten einfache Mittel, um den Schulalltag zu erleichtern, betonen die beiden. Sie haben auch die Lösung für ein Problem der Turnlehrer gefunden. Das Trillern der Pfeife wird für die nicht hörenden Kinder mithilfe der Brandmeldeanlage durch blinkendes Licht sichtbar gemacht. Drei Medieninstallationen im Foyer sollen den Besuchern ein Gefühl für die Gebärdensprache vermitteln.

Finanziert wird der Bau durch Public-Private-Partnership (PPP): Die Salzburg Wohnbau errichtet die Schule um 13,5 Mill. Euro. Das Land mietet das Gebäude binnen 30 Jahren zurück - um mehr als das Doppelte der Baukosten. Außer den Bau- und Betriebskosten sei die Instandhaltung inkludiert, sagt LH-Stv. Christian Stöckl (ÖVP). "Das Land erhält nach 30 Jahren quasi eine neue Schule."

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