Wirtschaft

Kanal, Strom und Funk für ein Naturjuwel im Lungau

Der Prebersee bei Tamsweg ist eine Oase der Ruhe, handyfreie Zone und in der Nacht noch wirklich finster. Jetzt soll aber die moderne Zeit einziehen.

Kanal, Strom und Funk für ein Naturjuwel im Lungau SN/planungsbüro martin wieland
So soll der Neubau der Ludlalm (rechts) aussehen. Links die Preberschützenhütte.

Das umstrittene Projekt eines Abwasserkanals ins Prebergebiet steht vor dem Baubeginn. Die Gemeinde Tamsweg will die Tourismus-Infrastruktur verbessern, damit zum Beispiel Skitourengeher künftig wenigstens ein WC benützen können.

Am 3. Oktober soll die Gemeindevertretung die Arbeiten für den Kanal vom Prebersee in die Nachbargemeinde Lessach vergeben. 785.000 Euro kostet dieses Projekt, sagt Bgm. Georg Gappmayer (ÖVP). Vom Land kommen 24 Prozent Förderung. 75.000 Euro tragen acht Interessenten mit Anschlussgebühren bei. Den großen Rest zahlt die Marktgemeinde. Experten stellten fest, dass der Kanal am sichersten, sinnvollsten und kostengünstigsten sei. Andere Varianten waren Einzel- oder Gruppenkläranlagen.

Verwirklicht werden Zuleitungskanäle, ein zentrales Pumpwerk und eine 2,8 Kilometer lange Leitung (davon 1,2 km bergauf). Ein Stromkabel wird mitverlegt. Derzeit gibt es Dieselaggregate. Außerdem wird der Digitalfunk der Blaulichtorganisationen (für Notfälle) Einzug halten.

Weitere Verbauung ist "hundertprozentig ausgeschlossen"

Im übrigen werde das eine handyfreie Zone bleiben, betont der Bürgermeister. "Das Prebergebiet ist für uns ein wahres Juwel, ein Naturschatz." Es gehe nur darum, angesichts strengerer Umweltvorschriften die derzeitige touristische Nutzung für die Zukunft zu sichern. Nicht um eine weitere Verbauung. Neue Flächen umzuwidmen und dort "irgendwas" hinzubauen, "ist hundertprozentig ausgeschlossen".

Eingereicht hat der Unternehmer Reinhard Wieland den Ersatzbau der Ludlalm (im Baurecht) mit 90 Sitzplätzen und sieben Zimmern sowie Errichtungskosten von ca. 2,5 Millionen Euro. Die Kubatur wird verdoppelt.

Die Behördenverfahren für den Kanal stehen vor dem Abschluss. Gegen den Wasserrechtsbescheid liegt laut Gemeinde ein Einspruch des Eigentümers des alten Hotels am Preber vor. Dieser wollte für sein - inzwischen bewilligtes - Sanierungsprojekt ursprünglich eine Pflanzenkläranlage errichten. Er bekommt nun aber den Kanalanschluss vorgeschrieben.

Aufgerufen am 24.09.2018 um 01:46 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/kanal-strom-und-funk-fuer-ein-naturjuwel-im-lungau-1038484

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