Wirtschaft

Kapruner Hotelierspaar will dem Tourismus aus der Krise helfen

Jessica Reitzer und Matthias Leitner gründeten mit myplatzerl.at eine neue regionale Buchungsplattform. Fragwürdige Anbieter sucht man dort vergeblich.

Wenn nicht jetzt, wann dann? Diesem Motto gemäß, wagten sich zwei Kapruner an eine Mammutaufgabe. Jessica Reitzer (26) und Matthias Leitner (31), privat ein Paar, nutzten ihre Energie in der Corona-Zeit, um die Plattform myplatzerl.at ins Leben zu rufen. "Dort finden sich ausschließlich österreichische Unterkünfte, keine Konzernbetriebe oder fragliche Projekte von Investitionsgruppen. Frei nach dem Prinzip ,Der Gast bekommt mehr, den Vermietern bleibt mehr' setzen wir auf bewusstes Buchungsverhalten, Fairness und Transparenz", erklärt Leitner.

Die schwierige Zeit der vergangenen Monate sieht er als "die beste Gelegenheit, um eine Veränderung einzuleiten und gemeinsame Stärke zu entwickeln. Wir wollen die Wertschöpfung des österreichischen Tourismus nachhaltig verbessern und uns gemeinsam aus den Fesseln der internationalen Buchungsplattformen befreien. Um nach der Krise den Tourismus wieder gesund auferstehen zu lassen." Auf der neuen Plattform würden im Gegensatz zu großen Anbietern keine Provisionen pro Buchung eingehoben, es handle sich um ein günstiges Abo-Modell, das nicht vordergründig ein gewinnoptimierendes Geschäftsmodell verfolgen solle. Für kleine Betriebe bis 30 Betten kostet die Präsenz auf der Plattform derzeit zehn Euro netto pro Monat, für größere Betriebe 20 Euro.

"Einnahmen werden zum Beispiel gleich in Social Media Marketing investiert. Die Kampagne ist speziell auf österreichische und deutsche Gäste ausgerichtet. Es war vorige Woche eine erfreuliche Nachricht, dass die Grenze Mitte Juni geöffnet werden soll", sagt der Hotelier des Betriebs Active by Leitner's, der die Website selbst programmiert hat - "das ist seit 15 Jahren mein Hobby. Ich bin immer tiefer in die Materie hineingewachsen." Derzeit ist die App für iOS und Android im Aufbau, in einigen Wochen soll sie verfügbar sein. Freundin Jessica (Hotel Antonius & Hotel Toni) ist federführend für die Kundenkommunikation zuständig.

Am 5. April ging die Plattform online. Mehr als 170 Betriebe sind schon dabei, 1000 sind das ambitionierte Ziel bis zur Wintersaison. Rund 32.000 Suchanfragen habe es im ersten Monat gegeben, wie viele Buchungen daraus entstanden, sei aber schwer nachzuverfolgen, da direkt bei den Anbietern gebucht werde. Es werde zwar auch künftig nicht ohne internationale Konkurrenzplattformen gehen, so Leitner, "aber das Ziel ist, zumindest einen Teil der Buchungen davon wegzubekommen - und damit die Wertschöpfung der heimischen Betriebe zu erhöhen. Dieses regionale Denken trifft den Nerv der Zeit."

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