Wirtschaft

Klein, aber extra findig

Hochwertige Waren und Top-Service sichern das Überleben der Salzburger Nahversorger. Das - sowie Förderungen vom Land, die es weiter gibt.

Peter Buchmüller und Elisabeth Feldinger (r.) mit Mitarbeiterin gehören zu den erfolgreichen Salzburger Nahversorgern. Landesweit gibt es noch 245.   SW/VIPS
Peter Buchmüller und Elisabeth Feldinger (r.) mit Mitarbeiterin gehören zu den erfolgreichen Salzburger Nahversorgern. Landesweit gibt es noch 245.  

Die Stadt Salzburger kennen Elisabeth Feldinger und ihren Rochushof. Und wissen, was sie an ihr haben. "Preisdiskussionen führen wir selten", sagt die Walserin, was sie mit dem hohen Stammkunden-Anteil und dem Bildungsgrad ihrer Kunden in Zusammenhang bringt. "Unsere Kunden kennen die Hintergründe und gehen davon aus, dass sie für hochwertige Bio-Produkte eben etwas mehr ausgeben."

Feldinger ist ein Musterbeispiel für einen funktionierenden Lebensmittelvollversorger. Landesweit gibt es noch 245. Diese Zahl ist seit 2008 um vier Prozent zurück gegangen. Damit sich genau diese Tendenz nicht fortsetzt, hat das Land vorige Woche seine Nahversorgerförderung verlängert. Die Betriebsmittelförderung sieht für einen Kreditrahmen von maximal 70.000 Euro einen Zinszuschuss von 3 Prozent pro Jahr für fünf Jahre vor. Die maximale Auszahlungssumme beträgt 10.500 Euro.

"Bei Investitionen ist die Auszahlungssumme mit 29.700 Euro gedeckelt", erklärte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) bei einer Pressekonferenz. Die Summe ergibt sich durch einen Zinszuschuss von sechs Prozent pro Jahr, bei einer Kreditsumme von maximal 180.000 Euro.

"Wir wollen keine Sterbehilfe leisten, sondern Betriebe fördern, die auch eine Chance haben am Markt", sagt Peter Buchmüller, Gründervater der Nahversorgerförderung. Der Mann ist Bundesobmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer und selbstständiger Händler seit 35 Jahren. Seinen Markt in Großgmain baut er heuer um. "Der Kostenvoranschlag ergab allein für die Einrichtung des 500 Quadratmeter großen Ladens 585.000 Euro", erzählt Buchmüller: "Diese Hilfe seitens des Landes ist also wichtig." In seinen zwei Geschäften (Großgmain und Hof) beschäftigt er rund 40 Mitarbeiter. 42 sind es bei Feldinger, die neben dem Rochushof noch ihren Ökohof in Wals und einen Stand auf der Schranne betreibt. Sie investierte im Sommer 2016 am Standort Maxglan rund 400.000 Euro. "Bis auf den Boden haben wir alles neu gemacht. Da war ich naturgemäß sehr froh über das Geld", sagt die Unternehmerin. Dass die Ertragskraft der Salzburger Lebensmitteleinzelhändler "überschaubar" ist, belegen die Zahlen. So wird im Schnitt ein Gewinn von 1,6 Prozent des Umsatzes (vor Steuern) erwirtschaftet - das liegt unter dem Durchschnittsgewinn im gesamten Einzelhandel (2,4%).

In Anspruch nehmen können die Förderung Salzburger Nahversorger, die maximal zehn Standorte betreiben, deren Lebensmittelverkaufsfläche rund 600 m2 nicht übersteigt und die pro Jahr maximal drei Mio. Euro Umsatz pro Betriebsstätte erwirtschaften.

Von der Einführung der Nahversorgerförderung im Jahr 1992 bis Ende des vergangenen Jahres wurden 1599 Betriebe mit einer Fördersumme von über 6,4 Mio. Euro gefördert. Die dadurch ausgelösten Investitionen sind mehr als sechs Mal so hoch und liegen bei rund 40,8 Mio. Euro.

Rund 7700 unselbstständig Beschäftigte arbeiten in Salzburg im Lebensmitteleinzelhandel. Nicht zu unterschätzen ist auch ihre Rolle für den Berufsnachwuchs. 325 Lehrlinge arbeiten laut Johann Peter Höflmaier, Geschäftsführer der Sparte Handel, aktuell in den Betrieben (994 im gesamten Handel).

Aufgerufen am 19.09.2018 um 09:25 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/klein-aber-extra-findig-25129858

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