Wirtschaft

"Kunde als Diva": Elektronik-Messe Aelvis in Salzburg startet

Das Messezentrum Salzburg will bis Samstag das Fachpublikum anlocken - durch beschreibbare Kühlschränke und Föns, die 399 Euro kosten.

Bis vor einem Jahr hieß die Elektro-Fachmesse in Salzburg noch Futura. Dieses Jahr prangt Aelvis im Las-Vegas-Stil auf den Plakaten. Reed-Messe-Geschäftsführer Benedikt Binder-Krieglstein erklärt den Wechsel so: "Der Name Futura hatte sich totgelaufen. Wir wollen den Elektrofachhändlern eine neue Perspektive geben." Aelvis steht für "appliances electronic visions", also Visionen für elektronische Haushaltsgeräte. Ursprünglich sollte die Messe Elvis heißen, das war markenrechtlich aber schwierig. Der Titel ist Binder-Krieglstein beim Autofahren eingefallen. "Ich bin Steirer, wir bellen ein bisschen. Wir sagen ,Aelvis', was eigentlich gut passte."

Herr Binder-Krieglstein, was erwartet die Besucher bei Aelvis?

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Vergangenes Jahr besuchten 4512 Fachgäste die Messe. In Österreich gibt es 2500 Fachhändler. Heuer strebe die Messe eine ähnliche Besucherzahl an. "Wir wollen der geschüttelten Branche eine Vision geben. Wer, wenn nicht wir, kann so etwas", sagt Binder-Krieglstein.

Die Impulse sollen durch Vorträge kommen. Inmitten der Messe steht etwa Trendforscherin Theresa Schleicher auf der Bühne. Sie spricht darüber, wie digitale Eindringlinge wie Amazon die Branche verändert haben. "Diese Unternehmen bewegen sich im Alltag der Kunden. Sie schaffen neue Erlebnisse, setzen sich mit Logistik auseinander. So kommen sie immer näher an den Kunden." In den nächsten Jahren müssen nach einer Statistik der deutschen Handelskammer 70 Prozent der kleinen Geschäfte schließen. "Sie schaffen es nicht, die verwöhnte kleine Diva, den Kunden, anzusprechen." Gleichzeitig gibt Schleicher Entwarnung. Beratung vor Ort sei nach wie vor wichtig - aber das Einkaufen muss praktisch, zeitsparend und vielfältig sein.

Für Miele-Chef Martin Melzer ist Digitalisierung eine Selbstverständlichkeit, die aus dem Geschäftsleben nicht mehr wegzudenken ist. Dennoch ist die Firma auf der Messe Aelvis mit einem großen Stand präsent. "Digitalisierung kann den persönlichen Kontakt mit den Fachhändlern nicht ablösen, sondern nur ergänzen." Amazon sieht Melzer nicht als Konkurrent, sondern als Händler. "Der Versandhändler ist nicht allein selig machend. Am Ende entscheidet der Kunde, ob ihm persönlicher Kontakt wichtig ist." Es gelte, analog und digital zu kombinieren. Wie etwa bei dem neuen Miele-Kühlschrank, der mit schwarzer, beschreibbarer Farbe gestrichen ist. Früher hat man seine Notizen an den Kühlschrank gepinnt, jetzt kann man direkt darauf kritzeln. Der Kühlschrank meldet dem Smart-Home-System aber auch, wenn die Türe offen ist - und der Nutzer erhält eine SMS.

Herr Melzer, was tut Miele im Bereich Smart Home?

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Innovativ sei auch der neue Dyson-Fön, sagt Geschäftsführer Peter Pollak. Das Unternehmen habe 50 Millionen Euro in die Entwicklung investiert und fünf Jahre lang daran gebaut. In einem Labor hat Dyson den Fön an unterschiedlichen Haartypen getestet - woraufhin es einen Engpass an Echthaar am Markt hab. So intensiv hat Dyson geforscht.

Herr Pollak, was kann der 399-Euro-Fön?

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Für die englische Firma sei es wichtig, bei Aelvis präsent zu sein. Die Messe in Salzburg habe sich etabliert und sei für die österreichischen Kunden wichtiger einzuschätzen als die IFA in Berlin. "Wir haben das Produkt im April gelauncht und die Messe ist die erste Möglichkeit, es den Händlern zu präsentieren", sagt Pollak.

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