Wirtschaft

Land hebt Pacht für Seegründe an und verlost freie Plätze

Ende des Jahres laufen die meisten der 720 Nutzungsverträge auf den Seen aus. Bisher verlangte das Land Spottpreise von zwei Euro pro Quadratmeter und Jahr.

Land hebt Pacht für Seegründe an und verlost freie Plätze SN/robert ratzer
Die Seegrundstücke des Landes – der Großteil befindet sich am Wallersee – sind heiß begehrt. Der Finanzreferent will dafür aber marktkonforme Preise. 

Die Salzburg AG, die Landeskliniken, diverse Banken, die Wirtschaftskammer, die ASKÖ, die Gebietskrankenkasse, die Liedertafel, die Personalvertretungen von Stadt und Land und viele, viele mehr - sie alle haben ein Seegrundstück vom Land gepachtet. 720 Seenutzungsverträge am Obertrumer See, Mattsee, Grabensee und Wallersee gibt es - davon laufen 40 mit Vereinen und Institutionen, etwa 640 auf Private. Bisher waren die Ufergrundstücke ein Schnäppchen. Rund zwei Euro pro Quadratmeter und Jahr hat das Land verlangt, bei sehr alten Verträgen sogar noch weniger, teils auch mehr. Die meisten Grundstücke sind über Generationen weitergegeben und die Verträge jahrzehntelang fortgeschrieben worden.

Das Land hat im Jahr 2013 nur 208.000 Euro aus diesen Verträgen eingenommen. Das dürfte sich künftig verdreifachen. Denn die Finanzabteilung hat diese Woche ein Bewirtschaftungskonzept für die Seegrundstücke vorgestellt. Mit Ende des Jahres laufen die meisten Verträge aus. Finanzreferent LH-Stv. Christian Stöckl (ÖVP) sagt dazu: "Wir

sind angehalten, marktkonforme Preise zu verlangen." Ab 1. Jänner 2016 sollen dann statt rund zwei Euro pro Quadratmeter für die klassische grüne Liegewiese sieben Euro pro Quadratmeter gelten. Wer eine Bootshütte oder Ähnliches unter zehn Quadratmetern auf dem Grundstück hat - also Bauten ohne Aufenthaltsmöglichkeit -, der bezahlt künftig neun Euro pro Quadratmeter und Jahr. Und wer ein Gartenhäuschen, Ferienhaus oder Ähnliches hingebaut hat, der muss mit elf Euro pro Quadratmeter rechnen - ein Aufschlag von 57 Prozent. "Das ist ja ein gewaltiger Mehrwert, wenn man dort übernachten kann", sagt Stöckl. Im Vergleich mit anderen Seen, die von den Bundesforsten verwaltet werden würden, seien die Tarife immer noch günstig und "weit darunter".

Für gemeinnützige Vereine wird es Sondertarife mit einem 25-prozentigen Abschlag geben. Und auch die Personalvertretungen erhalten um ein Viertel billigere Tarife. Das sei "Teil der Gemeinschaftspflege", die vom Land gefördert werde, begründet Stöckl. Ab 1. Jänner 2016 gibt es neue Verträge - erneut auf zehn Jahre. Stöckl geht davon aus, dass der allergrößte Teil der Mieter den Pachtvertrag erneuern wird, denn die Plätze sind begehrt. Die Grundstücke, die frei werden, will das Land entweder "der Natur zurückgeben" oder wieder verpachten - aber anders vergeben als bisher. "Wir wollen die Grundstücke nicht versteigern. Jene Uferflächen, die frei werden, werden wir ausloben. Dann können sich die Leute bewerben. Wer das Grundstück pachten darf, wird per Los entschieden", sagt Stöckl.

Bei den Betroffenen, der Interessengemeinschaft der Wallersee-Uferpächter, ist man wenig euphorisch. Dass das Land marktkonforme Preise haben wolle, verstehe man. Auch die sieben Euro Basispreis seien vertretbar, sagt Wilhelm Höpflinger. Darüber hinaus müsse man aber noch einmal mit dem Land verhandeln. Teilweise würden die neuen Beträge hoch ausfallen. Das treffe auch Pächter, die seit 50 Jahren am See seien und das Grundstück hergerichtet hätten.

Quelle: SN

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