Wirtschaft

Liebherr gründet eine neue Vertriebsgesellschaft und siedelt

Protest kommt von der Gewerkschaft: 300 Mitarbeiter werden künftig nach Handels-Kollektivvertrag eingestuft und nicht mehr nach dem für die Industrie.

Liebherr ist in Bischofshofen bisher in zwei Geschäftsfeldern tätig: zum einen in der Entwicklung und Produktion von Radladern, zum anderen im Vertrieb und Service von Baumaschinen. Diese beiden Bereiche sollten ab Jahreswechsel auf Wunsch der Konzernleitung getrennt sein, sagt der Geschäftsführer von Liebherr Bischofshofen, Manfred Santner. 300 Personen arbeiten ab 2021 für die neue Liebherr Österreich Vertriebs- und Service-GmbH.

Bei der Gewerkschaft stößt diese Umstrukturierung auf wenig Gegenliebe. "Aus unserer Sicht will das Unternehmen auf Kosten der Beschäftigten Gewinne maximieren", sagt Daniel Mühlberger, Landesgeschäftsführer der PRO-GE. Denn durch die Gründung ändere sich auch der Kollektivvertrag für die Beschäftigten - von Industrie auf Handel: "Die Diäten sind dann deutlich geringer und es gibt andere Regelungen bezüglich Zulagen und Überstunden." Bei einem Monteur betrage das Minus bis zu 30 Prozent, so Mühlberger. "Monteure arbeiten aber ganz klar in der Industrie und nicht im Handel."

Santner spricht davon, dass der anwendbare Kollektivvertrag nicht gewählt werden könne. Die Wirtschaftskammer lege fest, in welcher Sparte eine Gesellschaft tätig sei. "In diesem Fall erwirtschaften wir 90 Prozent des Umsatzes im Handel." Um potenzielle Einkommensverluste abzufedern, arbeite man an einer Betriebsvereinbarung. Santner: "Netto verdienen unsere Mitarbeiter keinen Cent weniger." Die Vereinbarung sei dauerhaft und gelte auch für all jene, die neu ins Unternehmen kämen.

Vertrieb und Service seien derzeit auf sieben Standorte in Österreich verteilt - die Zentrale ist in Bischofshofen. 130 der 300 Mitarbeiter in diesem Bereich sind im Pongau stationiert. In zwei bis drei Jahren werden sie umsiedeln: Liebherr hat ein drei Hektar großes Grundstück in Puch-Urstein erstanden. Derzeit warte man auf die Investitionsfreigabe der Eigentümerfamilie. Mit dem Umzug würden zwei Hektar für die Produktion von Radladern frei, sagt Santner. "So können wir in Bischofshofen weiterwachsen."

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