Wirtschaft

Lifte in Gaißau-Hintersee stehen still: Sind die Bergbahnen bald Geschichte?

Die Zukunft des kleinen Tennengauer Skigebiets soll sich demnächst entscheiden. Anfang Dezember herrschte Aufbruchstimmung, nun droht das endgültige Aus.

Es ist herrlich idyllisch Montagnachmittag im Skigebiet Gaißau-Hintersee. Die Berghänge sind in sanftes Sonnenlicht getaucht, die Schneedecke blütenweiß. Dutzende Skitourengeher machen sich auf den Weg hinauf, um dann auf der Piste hinunterzuwedeln, auf der man vergeblich nach Skifahrern sucht. Skitourengeher Josef Haslauer aus Eugendorf bringt es auf den Punkt: "Es ist schon traurig, dass die Lifte nicht in Betrieb sind. Auch wenn für uns Skitourengeher ohne Skifahrer traumhafte Bedingungen vorherrschen." Denn das Gebiet in Gaißau-Hintersee sei ein richtiges Schneeloch, auch wenn es sonst überall grün sei, perfekte Bedingungen also für ein Skigebiet.

Die Lifte fahren nicht

So wie es derzeit aussieht, könnte Gaißau-Hintersee trotz guter Schneelage aber noch länger für Skifahrer gesperrt sein. Nachdem erst Anfang Dezember in einer Presseaussendung angekündigt worden war, dass die heurige Wintersaison gerettet sei und der mehrheitliche Eigentümer aus China, Zhongui Wang, sowie die drei Minderheitseigentümer nach vielen Querelen wieder an einem Strang ziehen würden, scheint nun von dieser Aufbruchstimmung nichts mehr übrig.

Seit Tagen verhandeln die Eigentümer heftigst untereinander. Mit ungewissem Ausgang, der von einem endgültigen Aus für das Skigebiet samt Konkursantrag bis hin zur Wiederaufnahme des Betriebs schon in wenigen Tagen reicht. Namentlich äußern will sich dazu am Montag gegenüber den SN niemand. Aus dem Bereich der Minderheitseigentümer ist aber zu hören: "Wir sind zuversichtlich, dass wir das wieder hinbekommen. Bei den Verhandlungen geht es immer noch um Altlasten sowie um Investitionen für den Neustart." Für den Mehrheitseigentümer verhandle Geschäftsführer Yang Zheng. Der chinesische Investor hält 75 Prozent der Anteile. Die restlichen 25 Prozent sind in einheimischer Hand.

Die Gerüchteküche brodelt

Im Ort ist indes die Gerüchteküche am Brodeln. Für viele steht fest, dass die Bergbahnen bereits Geschichte sind und der Konkursantrag in den nächsten Tagen eingebracht werde. Das fürchtet auch der Hinterseer Bürgermeister Paul Weissenbacher (ÖVP): "Es sieht nicht gut aus, wir haben so lange versucht, Unternehmer aus der Region dazu zu bewegen, hier mitzumachen, aber da war niemand." Vielleicht müsse das Skigebiet erst tot sein, damit die Leute aufwachen würden. Dabei lebe man in so einer reichen Region, da könne man doch erwarten, dass die Leute zusammenhelfen. Mit Gaißau würde jedenfalls ein Skigebiet zugrunde gehen, dass vor allem für die Städter ungeheuer wichtig sei. Zudem seien viele heimische Betriebe auf die Skigäste angewiesen.

Auch Hermann Höllbacher, Obmann der Agrargemeinschaft Spielbergalpe, zeigte sich am Montag wenig optimistisch: "Ich habe die Information, dass vergangenen Freitag vereinbart wurde, dass man zusperren wird, falls es bis Dienstag keine Lösung gibt." Es sehe insgesamt nicht sehr gut aus.

Aufgerufen am 20.09.2018 um 12:41 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/lifte-in-gaissau-hintersee-stehen-still-sind-die-bergbahnen-bald-geschichte-563488

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