Wirtschaft

Mehr als 8500 Salzburger wechselten im Vorjahr den Strom- oder Gaslieferanten

Bei Strom lag die Wechselrate in Salzburg bei 1,7 Prozent, bei Gas bei 3,4 Prozent. Die "Wechselkaiser" waren erneut die Oberösterreicher.

Wer seinen Strom- und Gaslieferanten wechsle, spare in Salzburg derzeit rund 600 Euro inklusive Wechselrabatt, heißt es bei der E-Control. SN/APA (OTS/E-Control)/E-Control
Wer seinen Strom- und Gaslieferanten wechsle, spare in Salzburg derzeit rund 600 Euro inklusive Wechselrabatt, heißt es bei der E-Control.

Etwas mehr als 8500 Salzburger Kundinnen und Kunden haben sich 2019 einen neuen Strom- oder Gaslieferanten gesucht. Das sind etwas mehr als im Jahr zuvor, als die Zahl bei gut 8300 lag. Wolfgang Urbantschitsch, Vorstand des Strom- und Gasregulators E-Control: "Von den mehr als 8500 Wechslern suchten sich knapp 7300 einen neuen Stromlieferanten, einen neuen Gasanbieter wählten mehr als 1200." Die Wechselraten liegen damit bei 1,7 bzw. 3,4 Prozent.

Einsparpotenzial beim Lieferantenwechsel immer noch hoch

In Salzburg spare ein Durchschnittshaushalt mit dem Wechsel vom angestammten Versorger zum günstigsten Stromanbieter derzeit knapp 170 Euro inklusive Wechselrabatt, bei Gas knapp 430 Euro, heißt es bei der E-Control. Ohne Neukundenrabatt seien es bei Strom 70 Euro und bei Gas knapp 250 Euro.

Österreicher sind so wechselfreudig wie noch nie

Österreichweit haben mehr als 345.100 Strom- und Gaskunden - sowohl Haushalte als auch Unternehmen - im Vorjahr ihren Strom- oder Gaslieferanten gewechselt. "Im Jahr 2019 wurde der bisherige Wechselrekord aus dem Jahr 2017 noch einmal etwas übertroffen. Das vergangene Jahr war von Preissteigerungen sowohl im Strom- als auch im Gasbereich geprägt. Dadurch waren die Konsumentinnen und Konsumenten deutlich sensibilisierter und haben sich vermehrt für günstigere Strom- und Gasangebote interessiert." Im bisherigen Rekordjahr 2017 wurden rund 343.000 Wechsel verzeichnet. 2018 waren es knapp 330.000 Strom- und Gaswechsel.

Wechselraten in Österreich bei 4,3 und bei 6,0 Prozent

Einen neuen Stromlieferanten suchten sich 2019 knapp 264.000 Kundinnen und Kunden (darunter mehr als 209.000 Haushalte), einen neuen Gaslieferanten gut 81.200 (darunter rund 76.000 Haushalte). Die Wechselraten betrugen im Jahr 2019 bei Strom somit 4,3 Prozent, bei Gas waren es 6,0 Prozent.

Oberösterreicher zum wiederholten Male am wechselfreudigsten

Am häufigsten wechselten ihren Strom- und Gaslieferanten im vergangenen Jahr im Verhältnis zur Kundenanzahl die Oberösterreicher mit Wechselraten von 6,5 Prozent bei Strom und 9,0 Prozent bei Gas (gut 67.100 Strom- und gut 13.000 Gaswechsler). Die Kundinnen und Kunden in Oberösterreich zählen damit zum wiederholten Male zu den "Wechselkaisern". Auf Platz zwei folgten bei Strom die Wiener mit einer Wechselrate von 4,8 Prozent (mehr als 74.000 Wechsel) und bei Gas die Kärntner mit einer Wechselrate von 7,2 Prozent (knapp 1000 Wechsel). Rang drei belegten die Niederösterreicher mit einer Wechselrate von 4,5 Prozent bei Strom (38.900 Kundinnen und Kunden) und einer Wechselrate von 7,1 Prozent bei Gas (gut 20.700 Wechsel). Im Westen wird weiterhin am seltensten gewechselt. Schlusslicht bei der Wechselrate Strom waren im Vorjahr die Vorarlberger (1,6 Prozent) und bei Gas die Tiroler (2,7 Prozent).

Gewechselt wird nur der Lieferant, der Netzbetreiber bleibt

Der Wechsel selbst gehe schnell und unkompliziert und könne bei den meisten Lieferanten mittlerweile bequem online erledigt werden, heißt es bei der E-Control. Ihren günstigsten Lieferanten für Strom und Gas finden Konsumenten online mit dem Tarifkalkulator der E-Control (www.tarifkalkulator.at). Mit einem einfachen Klick kann man sich die Ersparnis mit und ohne einmaligen Neukundenrabatt anzeigen lassen. Für den Wechsel genügt das Ausfüllen eines Formulars beim neuen Lieferanten. Den Rest erledigt der neue Lieferant. Gewechselt wird nur der Lieferant, der Netzbetreiber bleibt abhängig vom Wohnort derselbe. Der Wechsel ist kostenlos. Strom- und Gaszähler sowie alle Leitungen bleiben unverändert bestehen. Wer keinen Internetzugang hat, kann sich telefonisch an die Energie-Hotline der E-Control wenden ( ☎ ☎ 0810/102554 zum Tarif von 0,044 Euro pro Minute).

Weniger Energie verbrauchen ist das Gebot der Stunde

Der heurige Winter wird auf politischer Ebene durch die Friday-for-Future-Bewegung und das neue Regierungsprogramm geprägt. Bis 2040 will man in Österreich klimaneutral sein. Ein wesentliches Element dabei ist das Phase-out von fossilem Gas und Heizöl in der Raumwärme. Andreas Eigenbauer, Vorstand der E-Control: "Bisher hat sich der heurige Winter von seiner zahmen Seite gezeigt, was die Notwendigkeit an Handlungsbedarf für den Klimaschutz nur unterstreicht." Der Paradigmenwechsel bei den Heizsystemen führe somit zu einer Verschiebung bei den Energieträgern. "Der Ausstieg aus den Fossilen bei der Raumwärme wird zu mehr elektrischer Energie beim Heizen führen."

Energieeffizientes Verhalten und Preisvergleiche sparen Kosten

Noch herrscht jedoch "heiztechnischer Alltag" am Höhepunkt der jährlichen Heizsaison. Laut Eigenbauer bleiben zwei Kernaspekte auch langfristig erhalten: "Energieeffizientes Verhalten und Preisvergleiche können Heizkosten reduzieren und das real verfügbare Einkommen der Haushalte erhöhen."


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