Wirtschaft

Miele-Stellenabbau vorerst ohne Auswirkungen auf Salzburg

Die Ankündigung des Haushaltsgeräteherstellers Miele, bis Ende 2021 weltweit rund 1.070 Stellen abzubauen, hat zumindest aktuell keine Auswirkungen auf das Werk Bürmoos bei Salzburg. "Wir suchen intensiv nach Mitarbeitern und werden das weiterhin tun. In längerer Zukunft könnte es aber zu Verschiebungen kommen", sagte Sandra Kolleth, Geschäftsführerin von Miele Österreich, am Mittwoch zur APA.

Aufatmen in Salzburg SN/APA (dpa)/Ina Fassbender
Aufatmen in Salzburg

Sie bewerte die neue Strategie des Unternehmens positiv und rechne aus heutiger Sicht mit einem weiteren Wachstum in Österreich. "Aus der heimischen Perspektive sehen wir für die österreichische Organisation eine zusätzliche Chance auf der internationalen Ebene", betonte Kolleth.

Die Österreich-Tochter von Miele mit Hauptsitz in Wals erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von 249,1 Millionen Euro. Das Werk Bürmoos erzielte am Standort dabei einen Umsatz von 39,21 Mio. Euro (Geschäftsjahr 2017/2018) und beschäftigte rund 260 Mitarbeiter.

Weltweit sollen bis Ende 2021 rund 1.070 Arbeitsplätze wegfallen, davon 240 in Deutschland vor allem in der Hauptverwaltung in Gütersloh und im Vertrieb, wie Miele am Mittwoch mitteilte. Betriebsbedingte Kündigungen sollen demnach soweit möglich vermieden werden. Im Gegenzug ist vorgesehen, rund 470 neue Stellen vor allem im Digitalbereich zu schaffen. 120 Jahre nach seiner Gründung stelle sich Miele "grundlegend neu auf", erklärte das Unternehmen. Ziel sei "die führende Marktposition im Premiumsegment der Haus- und Gewerbegeräte weiter auszubauen und zugleich die Wirtschaftlichkeit der gesamten Miele Gruppe nachhaltig zu sichern", hieß es in einer Erklärung. "Dringender Handlungsbedarf", aber auch "enorme Chancen", ergeben sich demnach aus der rasant gewachsenen Bedeutung digitaler Kanäle und mobiler Geräte für die Gewohnheiten der Kunden.

Im Geschäftsjahr 2018/19 erzielte Miele mit weltweit rund 20.200 Beschäftigten einen Umsatz von 4,2 Mrd. Euro. Gut 11.000 Mitarbeiter werden in Deutschland beschäftigt. Parallel zur nun angekündigten Neuaufstellung des Traditionsunternehmens sollen bis Ende 2025 im Gütersloher Waschmaschinenwerk zudem rund 650 Arbeitsplätze abgebaut werden. Darüber gibt es nach Unternehmensangaben bereits "intensive Gespräche" mit dem Betriebsrat und der deutschen Gewerkschaft IG Metall.

Auch im Falle der Streichung der mehr als tausend Stellen bis Ende 2021 werde alles daran gesetzt, sozialverträgliche Lösungen zu finden, die im Einklang mit den Werten des Unternehmens stünden. Die Umsetzung der geplanten Veränderungen werde "ein Kraftakt, der nur mit der Unterstützung und dem Vertrauen der Belegschaft gelingt", erklärten die beiden Geschäftsführenden Gesellschafter Markus Miele und Reinhard Zinkann.

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