Wirtschaft

Neue Piste: Flughafen Salzburg wochenlang lahmgelegt

Die Start- und Landebahn wird neu errichtet. Freilassing fordert, dass über eine Drehung der Piste diskutiert wird. Bürgermeister Schaden winkt ab.

Am Salzburger Flughafen wirft ein Großprojekt seine Schatten voraus: Die Start- und Landebahn aus dem Jahr 1960 ist rissig. Immer wieder platzt der Asphalt auf. Der Sanierungsaufwand steigt und steigt. Jetzt hat sich der Flughafen entschlossen, die Start- und Landebahn neu zu errichten. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 40 Mill. Euro.

Die Betondecke ist alt - und muss großen Belastungen standhalten: Die Boeing 747-8 - das längste Flugzeug, das je in Salzburg gelandet ist - hat beispielsweise ein maximales Startgewicht von 448 Tonnen.

Die Stadt Freilassing nimmt den Neubau der Start- und Landebahn zum Anlass, über die Ausrichtung der Start- und Landebahn zu diskutieren. Bürgermeister Josef Flatscher (CSU): "Es sollte unbedingt geprüft werden, ob die Piste nicht so gedreht werden kann, dass mehr An- und Abflüge von und nach Süden erfolgen können bzw. dass bei Starts und Landungen so wenig wie möglich bebautes Gebiet überflogen wird."

Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) kann dem Vorstoß seines Amtskollegen von jenseits der Saalach nichts abgewinnen. Die Forderungen aus Bayern zum Thema Fluglärm seien in letzter Zeit "völlig abgehoben". Beim Neubau gehe es weder um eine Verlängerung der Start- und Landebahn, noch um eine Erhöhung der Kapazitätsausweitung. Das Ziel sei vielmehr, die alte Betonpiste zu ersetzen, die sichtlich in die Jahre gekommen sei.

Abgesehen davon hat Schaden - genauso wie wenig später auch LH-Stv. Christian Stöckl (ÖVP) - das Forderungspaket zurückgewiesen, das die bayerische Seite kürzlich an die Salzburger Politik geschickt hat. In dem Positionspapier hatten Ex-Minister Peter Ramsauer (CSU), Landrat Georg Grabner und die Bürgermeister von Ainring, Freilassing und Saaldorf-Surheim sowie Bettina Oestreich-Grau (Schutzverband Rupertiwinkel) von der Salzburger Politik gefordert, "endlich zum Schutze der Bevölkerung auf bayerischer Seite nachhaltig tätig zu werden". Das sollten elf Regeln sicherstellen - unter anderem eine Einschränkung der Betriebszeiten am Airport.

Schaden verweist im Streit um die Verteilung des Fluglärms zum wiederholten Mal darauf, dass

40 Prozent der Flugpassagiere am Salzburg Airport aus Deutschland kommen. Das treffe auch auf viele Abgeordnete aus Bayern zu, die den nahen Flughafen als An- und Abflugdestination auf dem Weg nach Berlin nutzen.

Zurück zu den Arbeiten am Salzburger Flughafen: 2014 und 2015 wurden die Rollwege - also die Zufahrten zur Start- und Landebahn - neu errichtet. Kosten: rund 1, 2 Mill. Euro.

Jetzt laufen die Planungen für die Errichtung einer neuen Start- und Landebahn. Bis die Bagger auffahren, wird noch viel Wasser die Salzach hinunterfließen: Heuer steht die Ausschreibung eines Generalplaners auf dem Programm. Das kommende Jahr ist für die Planung reserviert. 2018 sind die Vorarbeiten geplant. Das reicht von der Pistenentwässerung bis zu den Verrohrungen für die Elektronik.

Wirklich ernst wird es erst 2019: Dann wird der Belag der alten Piste zertrümmert und mit Asphalt überbaut. An der Länge der Start- und Landebahn (2750 Meter plus 100 Meter Stoppfläche sowie 45 Meter Breite) ändert sich dadurch nichts.

Eines steht allerdings fest: Der Flughafen wird für mehrere Wochen gesperrt werden müssen - vermutlich zwischen Ostern und Pfingsten. In dieser Zeit wird es weder Starts noch Landungen geben. Eine Ausnahme soll es nur für Einsatzorganisationen geben - etwa für Notarzt- und Polizeihubschrauber.

Die größte Investition der vergangenen Jahrzehnte stemmt der Flughafen selbst - aus Rücklagen. Direktor Karl Heinz Bohl hat am 7. Juni bei seiner Abschiedsrede vor der Pensionierung gesagt, er hinterlasse ein wirtschaftlich stabiles Unternehmen, das nahezu entschuldet sei. Ein Parameter: Die Eigenkapitalquote des Salzburg Airport liegt bei mehr als 80 Prozent. Flughafensprecher Alexander Klaus betont stolz: "Da spielen wir als Regionalflughafen sicher in der oberen Liga mit."

Aufgerufen am 19.09.2018 um 11:48 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/neue-piste-flughafen-salzburg-wochenlang-lahmgelegt-1236718

Spritpreise: Tanken war im Sommer teuer

Spritpreise: Tanken war im Sommer teuer

Die Preise für Diesel und Benzin sind in der Hauptreisezeit angestiegen. Einen Bezirk traf es besonders hart. Eine Analyse der AK-Konsumentenschützer zeigt, dass der Sommer Spuren im Geldbörsel der Autofahrer …

Schlagzeilen