Wirtschaft

Neue Töne vom neuen Wirtschaftskammer-Chef

Präsident Manfred Rosenstatter wagt als Nachfolger von Konrad Steindl auch erste politische Ansagen.

Zur Kür von Manfred Rosenstatter (2. von links) zum WKS-Präsidenten stellten sich auch (vlnr.) LH Wilfried Haslauer, sein Vorgänger Konrad Steindl sowie Bundeswirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer als Gratulanten ein.  SN/wks/franz neumayr
Zur Kür von Manfred Rosenstatter (2. von links) zum WKS-Präsidenten stellten sich auch (vlnr.) LH Wilfried Haslauer, sein Vorgänger Konrad Steindl sowie Bundeswirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer als Gratulanten ein.

Wenn es nach ihm gehe, dann solle die Fachhochschule nicht nur von 3000 auf 4000, sondern sogar für noch mehr Studierende ausgebaut werden, die großteils im technischen Bereich ausgebildet sein sollten. Zudem sollten ab sofort so wie in Oberösterreich pro Jahr 25 AHS-Maturanten gewonnen werden, die eine auf zwei Jahre verkürzte Lehre (in Gastronomie, Spedition, Großhandel oder Mechatronik) anhängen, währenddessen aber bereits ein Facharbeitergehalt beziehen.

Mit diesen Ansagen ließ der am Montag frischgekürte Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg (WKS), Manfred Rosenstatter (50) aufhorchen. Auch politisch wagte sich der neue Präsident, der dem seit 2013 amtierenden Konrad Steindl (64) nachfolgt, erstmals aus der Deckung: Bei der geplanten Steuerreform pocht er auf eine Senkung der Körperschaftssteuer (KÖSt)"von 25 auf 20 Prozent; das ist auch ein Standortfaktor." Er will als Gegenfinanzierung lieber Einsparungen bei den Ermessensausgaben der Ministerien als eine Streichung von Förderungen, weil das auch die Wirtschaft treffe.

Rosenstatter ist weiters dafür, dass Asylbewerber, die eine Lehre machen, diese auch trotz eines negativen Asylbescheids fertig machen können. Dass sie in Deutschland danach noch bis zu drei Jahren bleiben dürften, "könnte auch ein Modell für Österreich sein; dafür könnte ich Lobbying machen", findet Rosenstatter. Weiters ist der Neo-Präsident, der Eigentümer der Seehamer Firma Alumero (300 Mitarbeiter, 56 Mill. Euro Umsatz) ist, gegen einen Mindestlohn von nur 1,50 Euro bei Asylbewerbern - sowie für ein Ende der Grenzkontrollen zu Bayern: "Denn die Sicherheitslage in puncto Flüchtlinge hat sich stabilisiert."

In seiner Bilanz verwies Steindl auf viele Errungenschaften: So seien 90 Mill. Euro an zusätzlicher Wertschöpfung durch die vom Land initiierte Investitionszuwachsprämie ab 2009 ausgelöst worden. Die Kammer habe 15 Mill. Euro ins Wifi investiert. "Und mit dem neuen Talente-Check werden 90 Prozent aller Jugendlichen eines Jahrgangs erreicht" - und er solle ab 2020 auf Maturanten ausgeweitet werden, sagt Steindl. Zudem gebe es seit 2016 wieder eine steigende Anzahl an Lehranfängern, die Meisterprüfung sei verbilligt worden und Westösterreichs erste reine Informatik-HTL in St. Johann ("im Herbst startet der zweite Jahrgang") sei im Entstehen.

WKS-Direktor Manfred Pammer ergänzte, dass die WKS die "Bildungskammer" schlechthin in Österreich sei: "Mit unseren Bildungsinformationen erreichen wir fast 100.000 Teilnehmer pro Jahr." Weiters würde die Kammer (samt FH) über 15.000 Bildungsabschlüsse pro Jahr vergeben, teste 17.400 Talente und investiere sechs Mill. Euro oder 22 Prozent der Kammerbeiträge in die Bildung, so Pammer: "Und unsere Mitglieder bewerten die Qualität unserer Dienstleistungen und unser Bildungsengagement mit der Note 1,5."

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