Wirtschaft

Neues Ausbildungskonzept gegen Mangel an IT-Technikern

Die Teilnehmer einer FH-Weiterbildung lernen an einem Tag pro Woche programmieren. Ihr Wissen können sie sofort in ihren Firmen anwenden.

Gerhard Jöchtl (Leiter Studiengang Informationstechnik), Reinhard Mayr (Copa-Data), Roland Eichberger (Commend) und Manfred Magnus (Copa-Data). SN/zsolt marton
Gerhard Jöchtl (Leiter Studiengang Informationstechnik), Reinhard Mayr (Copa-Data), Roland Eichberger (Commend) und Manfred Magnus (Copa-Data).

Viele Unternehmen suchen händeringend nach IT-Technikern: Beim AMS Salzburg sind derzeit 33 offene Stellen ausgeschrieben. Das sei jedoch nur die Spitze des Eisbergs, sagt Anton Költringer, stellvertretender Landesgeschäftsführer. "Die Firmen suchen auch auf anderen Wegen nach Technikern."

Eine Weiterbildung der Fachhochschule Salzburg könnte die Situation jetzt entschärfen: Seit Oktober läuft der "Professional Programmer" in der Pilotphase. Palfinger, Skidata, Copa-Data, Commend und Wüstenrot haben zwölf Mitarbeiter nominiert, die an einem Nachmittag pro Woche die Module Algorithmen, Programmierung und Betriebssysteme durchlaufen. Die nächsten zwölf können im Herbst starten, sagt Sandra Lagler von der FH. Wie viel die Weiterbildung kosten werde, sei noch unklar.

Jeden Mittwoch verabschiedet sich Hannes Furthner zu Mittag von seinen Kollegen bei Palfinger. Der 32-jährige Mattseer fährt dann auf die FH. 17 Personen hätten sich intern für die Weiterbildung beworben. Er und vier Kollegen haben sich durchgesetzt. "Ich lerne gern etwas Neues", sagt Furthner. Am meisten freue es ihn, wenn ein eigenes Programm sofort funktioniere.

Simon Kranzer unterrichtet in "Professional Programmer". Matura sei für die Teilnahme nicht nötig. "Aber analytisch denken sollten die Personen schon können." Kranzer lehrt die Teilnehmer ein Jahr lang, wenn sie die gesamte Weiterbildung durchlaufen. Die Firmen können aber auch einzelne Module buchen. "Programmieren ist ein Handwerk. Man muss die Werkzeuge und Bausteine kennen, dann kann man was daraus machen."

Furthner ist bei Palfinger "Product Engineer". Er ist für die sogenannten Lastenhefte zuständig. "Die Hefte definieren, wie eine Software funktionieren soll." Nach den ersten drei Monaten Weiterbildung verstehe er, wie Programmierer dächten. "Ich kann die Lastenhefte nun besser schreiben." Er hat einen Meister als Stahlbautechniker und will die Berufsreifeprüfung machen. Es sei also nicht ausgeschlossen, dass er nach "Professional Programmer" das FH-Studium Informationstechnik & System-Management anschließe. "Ich weiß aber nicht, wie sich das zeitlich ausgeht. Wir müssen schon jetzt viele Hausübungen machen." Die abgeschlossenen Module würden ihm jedenfalls angerechnet.

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