Wirtschaft

Pinzgauer Touristiker werben Auf Schalke um neue Gäste

Mit Schalke 04 angelt die Tourismusgesellschaft des Nationalparks Hohe Tauern im Ruhrpott um Gäste. Die Investition dürfte sich lohnen.

Die Begriffe Feldmark, Bulmke-Hüllen, Ückendorf oder Scholven werden in Salzburg nur wenigen Menschen geläufig sein. Mit Schalke verhält es sich hingegen schon anders. Die erwähnten fünf Namen sind die Bezeichnungen einzelner Stadtteile von Gelsenkirchen, einer 260.000 Einwohner zählenden Stadt im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Gelsenkirchen ist das geografische Zentrum des Ruhrgebiets, in dem mehr als fünf Millionen Menschen leben. Weitere fünf Millionen wohnen in Regionen rund um das Ruhrgebiet.

Zielgruppe: Zehn Millionen Menschen

Es gibt dort also zehn Millionen Menschen, dichte Besiedlung, große Industriebetriebe, viel Erholungsbedarf und es gibt Fußball-Traditionsvereine wie Schalke 04.

Trainingslager: Schalke-Profis am 1. August in Mittersill. SN/gepa pictures/ andreas pranter
Trainingslager: Schalke-Profis am 1. August in Mittersill.

Und es gibt findige Salzburger Tourismusmanager wie jene der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern, die in diesem Umfeld nach neuen Gästen angeln wollen.

Im heurigen Frühjahr gingen die Pinzgauer Touristiker mit Schalke 04 eine Kooperation ein. Der deutsche Bundesligist verpflichtete sich darin, drei Sommer-Trainingslager im Oberpinzgau abzuhalten. Die Pinzgauer dürfen die enorme Popularität des Clubs als Zugpferd für Werbung in eigener Sache nutzen.

Die Tradition des Kultclubs hat auch Namen – wie hier. SN/christian sprenger
Die Tradition des Kultclubs hat auch Namen – wie hier.

Christian Wörister, Geschäftsführer der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern, sagt: "Der FC Schalke 04 ist als zweitgrößter Sportverein Deutschlands ein absoluter Bekanntheits- und Sympathieträger. Wir möchten über den S04 unseren Nationalpark Hohe Tauern in Deutschland noch bekannter machen und dabei die touristischen Angebote unserer Partner, der Großglockner Hochalpenstraßen AG, der Bergbahnen Wildkogel, der Region Mittersill und des Salzburger Flughafens in die Auslage stellen."

300.000 Euro pro Jahr

Wie hoch die Investition dafür genau ist, wollte Ferienregion-Manager Christian Wörister nicht nennen. Zum Vergleich: Als die SalzburgerLand Tourismus GmbH gemeinsam mit der Region Zell am See-Kaprun eine Partnerschaft mit dem deutschen Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen einging, kostete dies laut Fachleuten an die 300.000 Euro jährlich.

Das Geld dürfte gut investiert worden sein: Wenn erfolgreiche deutsche Fußballclubs zum Sommertrainingslager aufbrechen, ziehen sie eine große Fangemeinde nach sich.

Trainingslager: Schalke-Profis am 1. August in Mittersill (hier: Abdul Rahman Baba). SN/gepa pictures/ andreas pranter
Trainingslager: Schalke-Profis am 1. August in Mittersill (hier: Abdul Rahman Baba).

Das war auch heuer so, als mehr als 1000 Schalke-Fans ihrem Club in den Oberpinzgau folgten. Es hätten problemlos drei- bis viermal so viel sein können, allerdings wurde die Kooperation zwischen Ferienregion und Club erst Ende März fixiert. Viele Schalke-Fans hatten ihren Sommerurlaub zu diesem Zeitpunkt bereits anderswo gebucht. 2017 und 2018 darf sich der Oberpinzgau jedoch auf einen wahren Ansturm an blau-weißen Fußballfans aus dem Ruhrpott freuen. Laut Studien gibt ein Urlauber in Österreich durchschnittlich pro Tag (Unterkunft, Verpflegung, Eintritte usw.) an die 140 Euro aus.

Ein Club im Herzen der Menschen

Wie sehr der Club dort in den Herzen zahlreicher Menschen verankert ist, zeigte sich dieser Tage bei einem Besuch einer Salzburger Delegation in Gelsenkirchen. Am Lokalaugeschein nahmen Christian Wörister (Ferienregion NPHT), Roland Rauch (Mittersill +), Wolfgang Viertler (Bürgermeister Mittersill), Bernhard Gruber (Wildkogelbahnen), Isabella Laimer (Flughafen Salzburg) sowie vier Salzburger Journalisten teil.

Dutzende gut besuchte Lokale und Geschäfte in Blau-weiß findet man entlang der Schalker Fanmeile. Der Club ist allgegenwärtig, Vereinslegenden wie Ernst Kuzorra oder Stan Libuda haben Kult-, nein: Heiligenstatus.

Die Menschen dort leben und leiden mit ihrem Team. Die Sehnsucht nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft ist spürbar. Das gelang zuletzt 1958. Auch in dieser Saison wird das nur schwieirg erreichbar sein. 62.271 Augenzeugen, darunter die Salzburger Delegation, erlebten am Freitagabend, wie Schalke in der heimischen Veltins-Arena dem aktuellen Bayern München mit 0:2 unterlag.

Am jüngsten Trainingslager im Oberpinzgau kann es nicht gelegen haben.

Aufgerufen am 18.09.2018 um 11:22 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/pinzgauer-touristiker-werben-auf-schalke-um-neue-gaeste-1077646

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