Wirtschaft

Pongau: Das Handy wird erstmals zur Liftkarte

Die Firma Skidata und Snow Space Salzburg starten ersten Feldtest für das Skilift-Zutrittssystem per Smartphone. Am monte popolo in Eben können interessierte Wintersportler die Technologie testen.

Geht es nach dem Salzburger Weltmarktführer für Ticket- und Zutrittssysteme Skidata bekommt das klassische Skiticket Konkurrenz: 100% digital am Smartphone der Skifahrer. Ermöglicht wird das durch eine hauseigene Technologie, welche den Weg durchs Drehkreuz über das Android Smartphone ermöglicht, eine zusätzliche Keycard ist nicht mehr notwendig.

Konkret wird in einer neu entwickelten Applikation das online gekaufte Skiticket digital hinterlegt. Beim Erreichen des Drehkreuzes an der Seilbahn-Talstation kommuniziert die Applikation mit dem Zutrittssystem und öffnet automatisch das Drehkreuz. Das Besondere an der Innovation und die Hauptanforderung für eine Wintersportlösung: Das Handy bleibt während des Zutritts in der Jacke und die Handschuhe bleiben an. Der Gast braucht nicht mehr als das eigene Android Smartphone mit ausreichend Akku während des Skitags mitzunehmen.

Herausforderungen: Kälte und Akkuverbrauch

Bei der Entwicklung des digitalen Skipasses standen die Entwickler vor besonderen Herausforderungen, erklärt Franz Holzer Geschäftsführer von Skidata Österreich: "Extreme Temperaturen, hohe Luftfeuchte und der damit verbundene intensive Akkugebrauch, Gäste tragen Handschuhe und das Display lässt sich bei Minusgraden schlecht bedienen; die Gründe warum eine mobile Zutrittslösung für Skifahrer für den Technologieführer eine besondere Herausforderung darstellte, sind vielfältig und unterstreichen die Wichtigkeit eines umfangreichen Pretests."

Als Partner ist Snow Space Salzburg mit an Bord. Das Skigebiet ist ein großer Player am österreichischen Skimarkt und verfügt mit dem Familienskiberg monte popolo in Eben über eine, vom Hauptskigebiet getrennte Einheit, die sich mit den zwei Sesselbahnen und der geografischen Nähe zu den Forschungsabteilungen von Skidata in Grödig, gut für den Test eignet.

Skigebiet setzt auf Innovationen

Die beiden Vorstände von Snow Space Salzburg, Wolfgang Hettegger und Christina König, zeigen sich von der neuen Technologie überzeugt: "Als Leitbetrieb der Seilbahnwirtschaft sehen wir es als eine unserer Kernaufgaben Innovationen für die gesamte Branche anzustoßen und deren Umsetzung voranzutreiben. Stets mit dem Fokus das Wintersporterlebnis unserer Gäste komfortabler, sicherer und erlebnisreicher zu gestalten." Als ein Beispiel dafür nennt Hettegger die weltweit erste Sesselbahn mit kombinierter Sitz- Lenden- und Rückenheizung, die im letzten Jahr im Snow Space Salzburg in Betrieb genommen wurde.
"Mithilfe des mobilen Ticketing möchten wir unseren Gästen den Skitag künftig noch einfacher gestalten, anstatt sich an der Kassa anzustellen, können sie bereits von zuhause bzw von der Unterkunft aus den gewünschten Skipass buchen und so online in den Skitag einchecken. Um dennoch nicht auf die persönliche Beratung verzichten zu müssen, stehen die Mitarbeiter der Bergbahnen über einen Live-Chat während des Buchungsprozesses zur Verfügung", erklärt König den Buchungsprozess.

Feldtest startet am 10. Februar

Am Montag, den 10. Februar startet der erste öffentliche Feldtest. Interessierte Wintersportler können den Skipass online über den Ski amadé Ticketshop buchen und den digitalen Skipass mittels Applikation auf ihr Android Handy übertragen. Der Testbetrieb läuft immer von Montag bis Freitag und technikinteressierten Testern erhalten einen Spezialpreis. "Der Pilotbetrieb ist bis zum Saisonende geplant, um möglichst viel Erfahrungen zu sammeln. Auf Basis dieser wird in Richtung Produkt weiterentwickelt. In Abhängigkeit zum Feedback und den Erfahrungen aus dem Piloten erfolgt die Markteinführung. In den nächsten drei bis fünf Jahren erwarten wir stark steigendes Interesse von Bergbahnen, die digitale Alternative zum Skipass anzubieten", so Holzer.

Quelle: SN

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