Wirtschaft

Pongau wird Kaderschmiede für Informatiker von morgen

Im Herbst 2018 startet in St. Johann die Pilotklasse für die erste Informatik-HTL Westösterreichs. Die Wirtschaft benötigt dringend IT-Fachkräfte.

Informatiker aus Salzburg sind Mangelware. Die Salzburger IT-Firma Conova ist dafür ein gutes Beispiel. "Unsere 60 Mitarbeiter stammen aus zehn Nationen", sagt Geschäftsführer Gerhard Haider. "Der Mangel an heimischen Fachkräften hemmt unser Wachstum." Das Rechenzentrum steht mi

t dieser Situa tion nicht allein da.


Ab Herbst 2018 wird Abhilfe geschaffen: In St. Johann startet eine Pilotklasse für eine Informatik-Dependance der HTL Saalfelden. 36 Schüler werden in Räumlichkeiten der HAK St. Johann unterrichtet, die bereits jetzt fünf Mechatronik-Klassen der HTL beherbergt. Bis Herbst 2019 soll ein weiteres Stockwerk im HAK-Gebäude entstehen, um die zehn Klassen - je fünf für Mechatronik und Informatik - unterzubringen. Die Informatik-HTL wird die erste ihrer Art in ganz Westösterreich sein. Der Absatzmarkt für Absolventen ist gegeben.


Denn die Wirtschaft lechzt nach jungen, gut ausgebildeten Informatikern - und beteiligt sich auch an den Kosten der neuen HTL. "Im Bereich der IT-Technologien gibt es Handlungsbedarf", bestätigt Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Zwei Drittel der Salzburger Unternehmen haben Probleme, Fachkräfte aus der Region zu bekommen. Der Bedarf steigt jährlich - und damit wächst auch das Problem. Das hat eine Umfrage bei 105 Betrieben ergeben. Immerhin 90 davon halten eine Informatik-HTL für sinnvoll oder notwendig.


Darunter ist auch der Unternehmer Hansjörg Weitgasser aus Eben im Pongau. Der Geschäftsführer der Werbeagentur Algo berät seine Kunden in Sachen Digitalisierung. "Wir haben uns zu lange auf unseren Vorsprung in Sachen Bildung verlassen. Doch osteuropäische Staaten wie Bulgarien und Rumänien haben in Sachen IT extrem aufgeholt", erläutert Weitgasser. Deshalb sei eine Kaderschmiede für Informatiker in der Region so wichtig. Nicht nur große Unternehmen wie Spar, Porsche oder Red Bull seien ständig auf der Suche nach Fachkräften, sondern auch Start-ups in Stadt und Land. "Warum soll nicht das nächste Google aus Salzburg kommen?", fragt sich Weitgasser.


Die Informatik-HTL ist nur ein Baustein einer groß angelegten Informations- und Kommunikationstechnik-Offensive des Landes. "Wir starten bereits im Kindergarten und wollen dort die Zahl der Spürnasenecken für kleine Forscher verdoppeln", sagt Landeshauptmann Haslauer. Bis 2020 sollen 15 Volksschulen und zehn Neue Mittelschulen in Salzburg einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt erhalten.

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Aufgerufen am 20.05.2018 um 02:12 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/pongau-wird-kaderschmiede-fuer-informatiker-von-morgen-20027206