Wirtschaft

Postalm: Kredit an Gössl wird fälliggestellt

Gemeinde Strobl will binnen 14 Tagen 180.000 Euro von Lift-Firma. In Summe soll es 800.000 Euro Alt-Schulden geben.

Postalm: Kredit an Gössl wird fälliggestellt SN/robert ratzer
Trachtenhersteller und Gwandhaus-Chef Gerhard Gössl kämpft auf der Postalm mit noch mehr Gegenwind.

Bei den Postalm-Liften geht der Poker weiter: Denn die Gemeinde Strobl macht Druck, damit Gerhard Gössl die ihm gehörende Liftgesellschaft bald verkauft. Aussichtsreichster Interessent ist, wie berichtet, der Bad Ischler Sporthändler Hannes Hettegger senior.

Bgm. Josef Weikinger (ÖVP): "Es gibt einen Kredit der Gemeinde an die Liftgesellschaft aus 2013 über 180.000 Euro. Dieser wurde von uns nun fällig gestellt, weil Gössl vertragsbrüchig wurde." Denn Gössl wäre laut Vertrag verpflichtet gewesen, die Bilanzen innerhalb einer Frist der Gemeinde vorzulegen, sagt Weikinger. "Und er hätte uns zur Gesellschafterversammlung einladen müssen, die nachweislich stattgefunden hat. Beides hat Gössl nicht gemacht. Er ist nicht ehrlich zu uns." Nach einer ersten Zahlungsaufforderung hat Weikinger am Freitag erneut einen Anwaltsbrief abschicken lassen: "Wir stellen den Kredit binnen 14 Tagen fällig." Gössl widerspricht dem Bürgermeister: "Ich wurde nicht vertragsbrüchig: Die Bilanz hat die Gemeinde längst. Und die Gesellschaftersammlung hat es nicht gegeben." Weikinger suche krampfhaft nach Gründen, damit er das Darlehen einfordern könne - das aber in Wahrheit eine Verlustabdeckung gewesen sei für einen Winter, in dem er, Gössl, noch gar nicht Lifteigentümer gewesen sei, betont dieser.

Auch die Grundbesitzer sichern sich gegenüber Gössl ab - und zwar in jede Richtung: Zuerst wurden Gössl die Dienstbarkeitsverträge für den Weiterbetrieb des Lifts verweigert. Weiters soll ihm nun auch eine Kaution für die Kosten des Liftabbaus vorgeschrieben werden - falls es zu diesem Schritt kommen sollte. Agrargemeinschafts-Obmann Georg Buchegger: "Der Abbau wird bis zu 50.000 Euro kosten - und damit mehr, als der Verkauf des Lifts Wert wäre. Das kann sich auch Gössl ausrechnen."

Hat der Trachtenhersteller damit überhaupt noch eine andere Option - die ihnen nicht sehr viel Geld kostet - als den Lift an Hettegger zu verkaufen? Würde er ernsthaft eine Insolvenz der Postalm-Liftgesellschaft riskieren? Gössl sagt, er habe mit Verkauf, Abbau und Insolvenz drei für ihn gleichrangige Möglichkeiten. Nachsatz: "Einen möglichen Konkurs hätte nicht ich zu verantworten."

Der potenzielle Lift-Käufer Hannes Hettegger stellt klar, dass er die Gesamtschulden, die samt eines Darlehens der Raika Strobl bis zu 800.000 Euro betragen, nicht übernehmen werde: "Ich würde den Lift um einen symbolischen Euro kaufen. Ein Konkurs ist für mich keine Option." Sein Ziel sei, über die Alt-Schulden mit der Bank zu verhandeln: "Denn wenn es ein Konkurs wird, erhält sie fast gar nichts. Die Bank kann auch Teil der Lift-Gesellschaft werden. Wenn es sein muss, werde ich mich selbst finanziell einbringen."

Aufgerufen am 23.09.2018 um 11:12 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/postalm-kredit-an-goessl-wird-faelliggestellt-1102903

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