Wirtschaft

Postalm-Lifte: Sporthändler aus Bad Ischl will sie retten

Sporthändler Hannes Hettegger wäre bereit, die Postalm-Lifte von Gerhard Gössl zu übernehmen. Wegen alter Schulden steht aber auch eine Insolvenz im Raum.

Noch am Mittwoch hatte es so ausgesehen, als ob das Skigebiet auf der Postalm am Ende sei: Weil Lifteigentümer Gerhard Gössl keine Dienstbarkeitsverträge der Grundbesitzer bekam, kündigte er an, bis Ende September die Lifte abzubauen. Das hatten die Bauern auf der Postalm schriftlich gefordert.

Nun gibt es wieder Hoffnung: Denn Hannes Hettegger senior - Sporthändler und Golfclub-Präsident in Bad Ischl - will sich für den Fortbestand der Lifte einsetzen. Zuerst wollte sich der 65-Jährige, der mit einem Skiverleih in der Liftstation der Postalm eingemietet ist, nur als Vermittler einbringen. Jetzt geht Hettegger aufs Ganze: "Ich habe mit dem Obmann der Agrargemeinschaft, Georg Buchegger, telefoniert. Wenn alle Stricke reißen, würde ich die Lifte übernehme, auch wenn ich es mir nicht leisten kann." Aber mit ihm würden die Bauern einen Dienstbarkeits-Vertrag abschließen, habe ihm Buchegger angekündigt. "Auch Gössl hat mir am Telefon gesagt, dass er mir die Lifte abtritt." Noch ist aber offen, wie schnell Hettegger eingreifen wird. Denn aufgrund von Schulden aus der Vergangenheit schließt Gerhard Gössl auch eine Insolvenz der Liftgesellschaft nicht aus.

Sporthändler wälzt Pläne für die Postalm

Bisher hat Hannes Hettegger senior den Streit zwischen den Bauern und Lifteigentümer Gerhard Gössl nur von außen verfolgt: "Ich bin weiter optimistisch, dass das mit dem Winterbetrieb noch etwas werden kann. Diese Eifersüchteleien müssen aber aufhören. Es muss aber jeder kürzer treten. Der eine, also Gerhard Gössl, mit seiner unglücklichen Art." Aber auch die Bauern müssten nachgeben, mahnt der 65-Jährige ein - und bringt sich selbst ins Spiel: "Wenn es sein muss, würde ich den Lift übernehmen - aber nicht wegen meines Sportgeschäfts oben auf der Postalm, in das ich 150.000 Euro investiert habe." Aber die Postalm sei "ein Juwel, da gibt es kein zweites solches Gebiet in Österreich. Um dieses Skigebiet wäre es ewig schade."

Wenn er sich dafür hergebe, den Lift zu übernehmen, müssten aber alle an einem Strang ziehen, so Hetteggers Ansage: "Wenn ich die Dienstbarkeits-Verträge von den Bauern bekomme, gehe ich es an. Meine Familie wird mich für verrückt erklären und mich fragen, warum ich mir das noch antue." Aber es gehe um die Zukunft von Strobl und Abtenau. Die Übergabe der Lifte müsse aber möglichst noch im September passieren, um genügend Zeit für die Vorbereitung zu haben, fordert er. Weitere Startvoraussetzung sei, wie im Vorjahr, eine Verlustabdeckung in Höhe von 150.000 Euro auf die Beine zu stellen. Gefragt seien die bisherigen Partner - die Gemeinden Abtenau und Strobl, die Tourismusverbände, die Wirte auf der Alm sowie die Mautstraßengesellschaft.

Grundbesitzer-Obmann unterstützt die Pläne Hetteggers

Georg Buchegger, Obmann der 46 Bauern der Agrargenossenschaft Großlienbachalpe, sieht Hetteggers Engagement positiv: "Es wäre möglich, mit ihm bis Ende September die Dienstbarkeitsverträge abzuschließen." Ein Vertragsentwurf existiere bereits: "Wir wären schon mit 30.000 Euro zufrieden." Gössl habe zuletzt nur 10.000 Euro geboten. Im Gegenzug kündigt Hettegger an, die Bauern am Umsatz des Skilifts zu beteiligen.

Buchegger sagt, dass er an Hetteggers Stelle aber abwarten würde. Denn die Schulden aus der Vergangenheit seien weiter ein ungelöstes Problem: "Binnen der nächsten zwei Wochen sind von Gössl 150.000 Euro für Darlehen und Leasingverträge zu zahlen. Daher ist es eine Möglichkeit, dass er die Lifte in Konkurs schickt."

Ob Gössl wirklich verkauft, ist noch offen

Lifteigentümer Gerhard Gössl widerspricht - aber nur bei Höhe und Fälligkeitsdatum der Kredite: "Da hat Buchegger eine falsche Information. Die Liftgesellschaft hat Verbindlichkeiten aus den letzten 10 Jahren. Die habe ich übernommen. Teilweise wurden sie planmäßig getilgt. Aber auch ein Konkurs ist eine Option." Gössl räumt ein, dass es für ihn "eine Möglichkeit" wäre, den Lift an Hettegger abzutreten.

Wie schnell wäre das möglich - und um welchen Preis? Wieder um jenen symbolischen Euro, um den er selbst den Lift gekauft hat? Gössl: "Das müssen wir erst verhandeln. Wenn einer etwas kauft, hat das auch einen Preis. Noch ist der Verkauf ein ungelegtes Ei." Wenn es sein müsse, könne dieser aber schnell gehen, sagt Gössl: "Bremsen tun andere."

Auch Karl Hirschmanner, Eigentümer der Welser Hütte auf der Postalm, wäre über Hettegger als neuen Lifteigentümer froh. Hirschmanner: "Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sich einer alleine das finanziell leisten kann." Hirschmanner sagt, dass er aber auch selbst bei Investitionen wie einer Beschneiungsanlage mitzahlen würde: "Mein Anteil wären aber maximal fünf bis sieben Prozent." Hirschmanner stellt ebenfalls Bedingungen: "Es darf keiner alleine die absolute Mehrheit haben. Und es darf keine Erpressungsversuche mehr wie bei Gössl geben."

Quelle: SN

Aufgerufen am 18.09.2018 um 09:59 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/postalm-lifte-sporthaendler-aus-bad-ischl-will-sie-retten-1106839

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