Wirtschaft

Power für den Erbhof

Ein Hallwanger Jungbauer nutzt die Abwärme von der Milchkühlung für die Heizung und Warmwasserbereitung. Künftig will er selbst erzeugten Sonnenstrom zum Heutrocknen nutzen.

 Sonnenstrom zum Heutrocknen: Franz Kreuzer (Mitte) und Carina Moser mit Energieberater Hermann Grießner. SN/salzburg ag/marco riebler
Sonnenstrom zum Heutrocknen: Franz Kreuzer (Mitte) und Carina Moser mit Energieberater Hermann Grießner.

Jungbauer Franz Kreuzer aus Hallwang hat mit der elterlichen Landwirtschaft einiges vor. Für Menschen in der Region will er zum Nahversorger mit Lieferservice werden und seinen Hof in Zukunft selbst mit Strom versorgen.

Er war schon Elektriker und Zimmerer und macht noch in diesem Jahr den Landwirtschaftsmeister. Den Job als Elektriker hat der 25-jährige Hallwanger erst vor ein paar Wochen beendet. Seither kümmert er sich als Vollzeitbauer um den elterlichen Betrieb und will nichts mehr halb machen. Rund dreißig Kühe stehen im Stall. Schafe, Hühner und die Katze "Marianne" leben mit den Zweibeinern auf dem Hof mitten im Ort. In Zukunft soll es noch "artenreicher" werden: Kreuzer und seine Lebensgefährtin Carina Moser wollen Direktvermarkter werden und neben Milch, Eiern und Fleisch schrittweise auch Käse, Butter, Marmeladen oder Brot anbieten. "Aber schön eines nach dem anderen", betont Moser.

Strom vom Stall

Auch was die Organisation der Landwirtschaft betrifft, hat das junge Paar Visionen: Eine Photovoltaikanlage auf dem Stalldach mit bis zu 40 Kilowatt Spitzenleistung soll Strom für die Heubelüftung, die Melkanlage, die Milchkühlung und den Futterschieber erzeugen. Franz Kreuzer: "Unser Stromverbrauch nimmt im gleichen Maß zu, wie die Technik am Hof immer mehr wird. Jetzt planen wir, die Heizung und Warmwasserbereitung von Öl auf einen Luftwärmepumpe umzustellen. Auch dazu kann der Strom vom Stalldach genutzt werden. Wenn wir unseren Lieferservice aufbauen, könnte auch einmal ein Elektroauto interessant für uns werden."

Förderungen für PV-Anlagen

Das Land Salzburg fördert zurzeit landwirtschaftliche PV-Anlagen bis 15 Kilowatt Spitzenleistung. Dass eine Photovoltaikanlage unter diesen Rahmenbedingungen Sinn macht, ließ sich der Jungbauer bei einem Photovoltaik-Check bestätigen, den die Salzburg AG für landwirtschaftliche Betriebe anbietet. Energieberater Hermann Grießner nahm dabei auch die energieintensiven Bereiche im Betrieb unter die Lupe: "Der Trend in der Landwirtschaft geht in Richtung Automatisierung. Das bedeutet zwangsläufig mehr Energieverbrau", erläutert er.

Abwärme heizt ein

Für Franz Kreuzer als Elektriker ist Effizienz kein neues Thema. Bereits heute nutzt er die Abwärme von der Milchkühlung für die Heizung und die Warmwasserbereitung. Sobald die PV-Paneele installiert sind, möchte er die Wärme von den Dachflächen absaugen, zum Heutrocknen verwenden oder in die Wärmepumpe fließen lassen. Das würde gleichzeitig den Wirkungsgrad der PV-Paneele erhöhen, weil dieser schon ab 25 Grad Celsius mit jedem Grad mehr abnimmt.


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