Wirtschaft

Presseförderung gekürzt: SVZ nur mehr fünfmal

Nach der "Kärntner Tageszeitung" kämpft eine weitere regionale Tageszeitung mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die "Salzburger Volkszeitung" (SVZ) wird ab dieser Woche nur mehr fünfmal pro Woche erscheinen.

Herausgeber Martin Aistleitner informierte dieser Tage die Abonnenten in einem Schreiben über die Umstellung. Er begründete den Schritt mit stark gestiegenen Kosten. Durch die Änderung könne man dem vielfach geäußerten Wunsch, den Abopreis nicht zu erhöhen, nachkommen, heißt es in dem Schreiben.

Die Zustellkosten hätten sich seit dem Jahr 2000 vervierfacht, die Produktionskosten "dramatisch verteuert" und die Presseförderung annähernd halbiert, so Aistleitner. "Weil wir aber möglichst allen Salzburgerinnen und Salzburgern, auch wenn sie mit einem kleinen Einkommen oder einer Mindestpension keine großen Sprünge machen können, das Lesen der SVZ ermöglichen wollen, sind unsere Abopreise stets am untersten Ende aller Abopreise in Österreich geblieben." Andreas Schneeberger, der Assistent der Geschäftsführung, nannte am Donnerstag der APA "die Kürzung der Presseförderung - ganz klar" als Grund. "Mehr können wir uns nicht mehr leisten." Aistleitner selbst befindet sich im Urlaub und konnte von der APA nicht erreicht werden.

Ab sofort erscheint das kleinformatige Blatt nur mehr von Montag bis Freitag, wobei die Freitag-Ausgabe um zwölf Seiten verstärkt wird, mit denen man die Leser "auf das Wochenende einstimmen" möchte. Kosten werden durch die Reduzierung nicht nur in der Produktion eingespart, sondern auch beim Personal, wie Schneeberger sagte, weil am Freitag keine Ausgabe mehr produziert wird. Ein Redakteur wurde gekündigt. Die Redaktion besteht seinen Angaben zufolge aus fünf angestellten Journalisten und einigen freien Mitarbeitern. Bei der Übernahme des Blattes durch Aistleitner im Jahr 2005 waren es neun redaktionelle Mitarbeiter. Die SVZ war seit 1945 Zeitung der Salzburger ÖVP, die bis auf eine kurze Zeit immer als Tageszeitung erschienen ist. Im März 2005 wurde sie durch die Aistleitner-Holding übernommen. Seither ist das Blatt parteifrei.

Mit dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld auf dem Medienmarkt hatte zuletzt auch die "Kärntner Tageszeitung" (KTZ) zu kämpfen. Um eine drohende Insolvenz abzuwenden, wurde die Tochterfirma "KTZ Bezirksjournale" an den Unternehmer und Investor Dietmar Wassermann verkauft. Auch der KTZ wurde in den vergangenen Jahren wegen der Sparvorgaben der Bundesregierung die Presseförderung gekürzt.

Von "Gegenwind" für die Medienbranche durch die Einschnitte der Presseförderung spricht derzeit auch der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ). "Die verbleibenden 10,8 Mio. Euro reichen nicht aus, damit die Presseförderung ihren gesetzlich definierten Auftrag, nämlich Erhalt der Titelvielfalt, erfüllen kann. Nicht auszuschließen, dass Zeitungstitel aufgrund dieser Kürzung ihr Erscheinen einstellen müssen", schreiben VÖZ-Präsident Hans Gasser und VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger im gerade erschienenen Geschäftsbericht des Verbands. Erschwert werde die Lage der Printmedien derzeit auch durch das "volatile" Werbeumfeld. VÖZ-Präsident Gasser hatte im Zusammenhang mit der geplanten Reform der Presserförderung erst vor kurzem für eine Erhöhung der Fördermittel auf etwa 50 Mio. Euro plädiert. Nur so könnte den Herausforderungen auf den Zeitungsmärkten wirkungsvoll begegnet werden.

(SN, Apa)

Aufgerufen am 23.04.2018 um 01:54 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/pressefoerderung-gekuerzt-svz-nur-mehr-fuenfmal-5958355

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