Wirtschaft

Privatinsolvenzen stiegen in Salzburg um 46 Prozent

Unternehmensinsolvenzen sind hingegen rückläufig. Der KSV1870 veröffentlichte zur Jahresmitte die aktuelle Hochrechnung zur Insolvenzlage in Salzburg.

 SN/APA/HERBERT PFARRHOFER

Die Zahl der Firmeninsolvenzen sinkt im ersten Halbjahr 2018 um knapp 13 Prozent. Die Privatinsolvenzen steigen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vor allem aufgrund der Gesetzesnovelle um 46 Prozent, die Verbindlichkeiten um 92 Prozent.
"Die heimischen Betriebe haben aus vergangenen Krisen gelernt und an Widerstandskraft gewonnen. Das historisch niedrige Zinsniveau, die kräftige Konjunkturbelebung und eine gute Entwicklung im Tourismus unterstützen den heimischen Mittelstand auf ihrem Erfolgskurs", erklärte Elisabeth Eppich, Insolvenzexpertin des KSV1870, Standort Salzburg.

Heuer melden im ersten Halbjahr (hochgerechnet) 171 Salzburger Firmen Insolvenz an, das sind um 25 Fälle oder 12,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Trend des Jahres 2017 setzt sich fort. Das Gesamtjahr 2017 bescherte der heimischen Wirtschaft einen achtprozentigen Rückgang bei Unternehmensinsolvenzen.

Weniger Schulden und geringere Arbeitsplatzverluste

Mit einer Schuldensumme der insolventen Betriebe von zusammen 34 Millionen Euro liegen die negativen Auswirkungen der Insolvenzen um 10,5 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Während im Vergleichszeitraum des Vorjahres 359 Dienstnehmer von Insolvenzen betroffen waren, sind es im ersten Halbjahr 2018 um knapp 53 Prozent weniger.

Bundesländerranking Firmeninsolvenzen

Im Bundesländerranking findet man Salzburg mit 171 Firmenpleiten an sechster Stelle hinter Wien (899 Firmeninsolvenzen, Steigerung 3,3 Prozent), Niederösterreich (448 Firmeninsolvenzen, Steigerung 0,2 Prozent), der Steiermark (324 Firmeninsolvenzen, Steigerung 6,9 Prozent), Oberösterreich (275 Firmeninsolvenzen, Rückgang 7,7 Prozent), Kärnten (192 Firmeninsolvenzen, Steigerung 12,3 Prozent). Für ganz Österreich stellt der KSV1870 einen Anstieg der Insolvenzen um 0,8 Prozent fest.

Drei Branchen besonders stark betroffen

Diese Branchen sind die Sorgenkinder in der heimischen Insolvenzstatistik: Die unternehmensbezogenen Dienstleister mit 38 Insolvenzen, gefolgt von der Transportbranche mit 27 Fällen und Gastgewerbe mit 25 Insolvenzen. Die Branche der unternehmensbezogenen Dienstleistungen umfasst Tätigkeiten, die von Unternehmen in Anspruch genommen werden, wie zum Beispiel in den Bereichen Immobilien, Finanzen, Reinigungs- und Wachdienste sowie Werbeagenturen.

Prognose für 2018

Für das restliche Jahr 2018 erwarten die KSV1870 Experten keinen signifikanten Anstieg der Firmeninsolvenzen. Fallweise werden Unternehmen auch außergerichtlich restrukturiert und kommen damit gar nicht auf den Insolvenzradar der Justiz.

Quelle: SN

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