Wirtschaft

Ringen um Sozialplan bei der Modelleisenbahngruppe

Die Modelleisenbahn Holding verlagert 52 Arbeitsplätze in die Slowakei. Der Sozialplan für die Mitarbeiter sei gescheitert, heißt es beim Betriebsrat. Er beruft Betriebsversammlungen ein. Das Management spricht nicht von einem Scheitern der Verhandlungen. Jetzt ist das Schiedsgericht am Zug.

Die Modelleisenbahn Holding mit Sitz in Bergheim setzt den Rotstift an: Im Herbst wandert die Spritzgussproduktion von Gloggnitz nach Banská Bystrica in der Slowakei ab. In Niederösterreich gehen dadurch 52 Arbeitsplätze verloren.  SN/modelleisenbahn holding
Die Modelleisenbahn Holding mit Sitz in Bergheim setzt den Rotstift an: Im Herbst wandert die Spritzgussproduktion von Gloggnitz nach Banská Bystrica in der Slowakei ab. In Niederösterreich gehen dadurch 52 Arbeitsplätze verloren.


Die Verhandlungen zu einem Sozialplan für die Modelleisenbahn Holding mit den Marken Roco und Fleischmann sind ergebnislos abgebrochen worden. Das berichtet die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) am Montag. Jetzt ist das Schiedsgericht am Zug. Der Betriebsrat beruft Betriebsversammlungen ein.

52 der 107 Mitarbeiter verlieren in Gloggnitz ihren Job

Die Belegschaft war am 2. März darüber informiert worden, dass die Firmenleitung die Spritzgussproduktion aus Gloggnitz nach Banská Bystrica (Slowakei) verlegen wird. Fast die Hälfte der Belegschaft - 52 der 107 Mitarbeiter - werden dadurch bis Ende 2018 am niederösterreichischen Standort ihren Job verlieren.

"Wir streben eine Lösung über die Schlichtungsstelle an"

Das Angebot des Unternehmens für einen Sozialplan sei "für Gewerkschaft und Betriebsrat inakzeptabel. Wir streben jetzt eine Lösung über die Schlichtungsstelle an und beraten die Betroffenen in allen arbeitsrechtlichen Belangen", ergänzte GBH-Landesgeschäftsführer Rudolf Silvan. Zentralbetriebsratsvorsitzender Walter Lambacher hat für 18. April am Standort Gloggnitz und am 19. April am Standort in Bergheim bei Salzburg jeweils Betriebsversammlungen einberufen. Er kritisiert, dass die Arbeitnehmervertretung "viel zu spät über die wirtschaftliche Situation der Firma und die Auslagerungspläne" informiert worden sei.

"Wir müssen bedauerlicherweise diese Einschnitte setzen"

Das Management sieht die Situation nicht so dramatisch. "Wir haben in einigen Punkten eine Einigung für einen Sozialplan erzielt - und zwar in Punkten, die die Gewerkschaft gefordert hat. Einen Abschluss über die Verhandlungen gibt es aber noch nicht. Wir sind aber auch mit der Fortführung der Verhandlungen vor dem Schiedsgericht einverstanden." Nachsatz: "Über die wirtschaftliche Situation war der Betriebsrat laufend informiert." Das heißt: Die Modelleisenbahn Holding schreibt seit Jahren rote Zahlen. "Wenn wir in die Gewinnzone zurückkehren wollen, müssen wir bedauerlicherweise diese Einschnitte setzen."


(SN)

Aufgerufen am 25.04.2018 um 08:47 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/ringen-um-sozialplan-bei-der-modelleisenbahngruppe-26747701

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