Wirtschaft

Salzburg fordert EU-Maßnahmen gegen die Konzentration in der Luftfahrt

Die Pleite der "Germania" ließ die Alarmglocken schrillen. LH-Stv. Christian Stöckl klopft jetzt in Brüssel an. "Der europäische Markt braucht Wettbewerb und die ,unabhängigen Airlines'."

Die Konzentration vieler Airlines auf die internationalen Großflughäfen gefährdet die regionalen Airports – wie zum Beispiel den Salzburger Flughafen. SN/salzburg airport
Die Konzentration vieler Airlines auf die internationalen Großflughäfen gefährdet die regionalen Airports – wie zum Beispiel den Salzburger Flughafen.

LH-Stv. Christian Stöckl, Aufsichtsratschef des Salzburg Airport, fordert von der EU Maßnahmen gegen die Konzentration in der Luftfahrtbranche: "Die Insolvenz und die Einstellung des Betriebs der deutschen Fluggesellschaft ,Germania' zeigen eines deutlich: Die Konzentration vieler Airlines auf die internationalen Großflughäfen gefährdet die regionalen Airports. Der europäische Markt braucht den Wettbewerb und die ,unabhängigen Airlines'. Sie bieten Nischenprodukte und berücksichtigen kleinere Flughäfen in den Regionen in ihren Planungen." Seine Forderungen bringt Stöckl in einem Schreiben an die EU-Kommissarin für Wettbewerb und Kartellrecht, Margrethe Vestager (Dänemark), und an die EU-Kommissarin für Verkehr, Violeta Bulc (Slowenien), auf den Punkt.

Die "Germania" war ein verlässlicher und wichtiger Partner

Schon in den vergangenen Jahren war die europäische Luftfahrtbranche von einschneidenden Umbrüchen geprägt gewesen. Viele bekannte Airlines mussten aufgeben oder Insolvenz anmelden. Stöckl: "Jetzt droht mit der Pleite der ,Germania' wieder ein verlässlicher und wichtiger Partner verloren zu gehen - sowohl für die Region als auch für den gesamten deutschsprachigen Raum."

Seit Dezember 2000 flogen 24.500 Gäste von Salzburg

Die deutsche Fluglinie war seit Dezember 2000 mit Linien- und Charterflügen immer wieder Gast auf dem Salzburger Flughafen und sollte in diesem Winter die Strecke nach Münster/Osnabrück bedienen. Germania hat seit Dezember 2000 insgesamt 24.500 Fluggäste von Salzburg zu Zielen wie Münster/Osnabrück, Bremen, Calvi, Lamezia Terme (Kalabrien) sowie Palma de Mallorca befördert.

Regionalflughäfen wichtig für Anbindung und Arbeitsplätze

Stöckl fordert, dass sich die Europäische Union im Sinne des immer wieder beschworenen Europas der Regionen korrigierend eingreift: "Der freie Markt regelt sehr vieles, aber eben nicht alles. Durch die extreme Liberalisierung im Luftverkehr werden Großflughäfen mit Monopolcharakter geschaffen. Kleinere Flughäfen dagegen sind ein starkes Element der Regionalpolitik. Sie verbessern die Anbindung und schaffen Arbeitsplätze."

Am Flughafen Salzburg sind rund 1400 Menschen beschäftigt

Der Salzburg Airport (gegründet 1926) ist der größte Regionalflughafen in Österreich - mit knapp 1,9 Millionen Passagieren pro Jahr. Das Unternehmen befindet sich im Eigentum von Land (75 Prozent) und Stadt Salzburg (25 Prozent) und beschäftigt im Konzern rund 360 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Am Flughafen sind darüber hinaus weitere 1000 Menschen beschäftigt - vom Sicherheitskontrollorgan bis zum Bäcker und Trafikanten.

Die Strecke nach Münster/Osnabrück steht auf dem Flugplan

Die ,Germania' ist eine deutsche Fluggesellschaft mit einer mehr als 30-jähriger Geschichte. Sie wurde 1986 gegründet. Seit 2009 ist Berlin der Firmensitz. Zusammen mit der Schweizer Germania Flugbetrieb AG und der Bulgarian Eagle betrieb die ,Germania' zuletzt 37 Flugzeuge. In diesem Winter hätte die ,Germania' von Salzburg aus mit einem A319 die Strecke nach Münster/Osnabrück (jeden Samstag bis 2. März) bedienen sollen.

Quelle: SN

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