Wirtschaft

Salzburg soll Gemeinwohl-Musterregion werden

Salzburgs Grüne wollen das Land zu einer Gemeinwohl-Musterregion weiterentwickeln: Das Ziel soll ein Wirtschaften sein, das sich nicht den Gewinn maximieren will, sondern dem Wohl der Gesellschaft dient.

Salzburg soll Gemeinwohl-Musterregion werden SN/robert ratzer
Schwaighofer (Grüne) könnte sich eine Belohnungssystem für Gemeinwohl-Betriebe vorstellen.

Noch als Oppositionspartei haben die Grünen ein Gutachten bei Initiator Christian Felber in Auftrag gegeben, am Freitag stellten sie es den Landtagsfraktionen als Regierungspartei zur Verfügung und den Medien bei einem Pressegespräch vor.

Mit der Untersuchung soll eine Diskussion gestartet werden, wie das Land als Unternehmer selbst und als (Teil-)Eigentümer von rund 30 Unternehmen sich zu einem solchen Wirtschaften weiterentwickeln kann. Salzburg hat schon 15 private Betriebe, die vorleben, wie es gehen könnte. Mehr dazu...

Gemeinwohl-Bilanz nach Punkte-SystemUnternehmen, die nach den Gemeinwohl-Kriterien arbeiten, erstellen Gemeinwohl-Bilanzen. Darin werden unterschiedlichste Kriterien bewertet. Wird beispielsweise ein Betriebsrat verhindert, bedeutet dies 200 Minuspunkte. Arbeitsplatzabbau trotz Gewinn heißt 150 Minuspunkte, 90 Pluspunkte gibt es hingegen, wenn bei der Lieferantenauswahl soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt werden. Und eine geringe innerbetriebliche Einkommensspreizung bringt 60 Pluspunkte. In Summe können die Bilanzen einen Saldo von minus 1600 bis plus 1000 Punkte ausweisen.

Förderung privater Gemeinwohl-UnternehmenGrünen-Klubobmann Cyriak Schwaighofer möchte das Modell keinem landeseigenen Betrieb aufzwingen, er könne sich aber vorstellen, dass es über von seiner Fraktion nominierte Aufsichtsräte in dem einen oder anderen Unternehmen zum Thema gemacht wird. Als weiterer Schritt soll ein Modell zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie in privaten Betrieben entwickelt werden, wie es auch im Arbeitsprogramm der Salzburger Landesregierung schon festgelegt ist. Bei Ausschreibungen des Landes eine Gemeinwohl-Bilanz als Kriterium hält Schwaighofer noch für verfrüht, "dann bleiben derzeit nicht viele Betriebe über." Über eine Art Belohnungssystem könnten aber dennoch Unternehmen, die viele Aspekte der Gemeinwohl-Ökonomie erfüllen, verstärkt zum Zug kommen.

Quelle: APA

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