Wirtschaft

Salzburg-Stadt: Fast jedes zweite neue Auto ist ein Geländewagen

Der Anteil der mitunter geländetauglichen Sport Utility Vehicles (SUVs) an den Neuwagen hat sich in Salzburg seit dem Jahr 2010 von 15 auf 41 Prozent im Vorjahr verdreifacht. Bemerkenswert ist ihr Anteil in der Landeshauptstadt.

Mehr Bodenfreiheit, mehr Energiebedarf – SUV-Fahrzeug (Symbolbild). SN/APA (dpa)/Julian Stratenschulte
Mehr Bodenfreiheit, mehr Energiebedarf – SUV-Fahrzeug (Symbolbild).

Den niedrigsten SUV-Anteil hat der Bezirk Hallein, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Was auffällt: Zwei Drittel der im Vorjahr neu zugelassenen Plug-in-Hybride waren SUVs. Und auch vier von zehn E-Pkw fallen in diese Kategorie. SUVs haben einen höheren Energieverbrauch als vergleichbare herkömmliche Modelle.

  • Die Zahlen: 7816 der insgesamt 19.026 im Vorjahr im Land Salzburg neu zugelassenen Pkw waren SUVs oder Geländewagen. Der Anteil der SUVs kletterte auf 41 Prozent und war damit fast drei Mal so hoch wie im Jahr 2010. "Auch wenn heute nicht mehr jeder SUV zwei Tonnen wiegt und es kleinere Modelle gibt: Das Problem ist, dass SUVs mehr Energie benötigen als vergleichbare herkömmliche Modelle. Und das ist genau das Gegenteil davon, was es angesichts der sich verschärfenden Klimakrise braucht", sagt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Der Trend zu größer, schwerer, PS-stärker geht einher mit einem weiterhin niedrigen Besetzungsgrad: Im Schnitt sitzen in 100 Autos lediglich 114 Personen, bei rund 90 Prozent der Autofahrten sitzt nur eine Person im Auto.
44 Prozent Anteil in der Stadt

Regional gibt es große Unterschiede. Im Bezirk Hallein ist der SUV-Anteil in Salzburg mit 34 Prozent am niedrigsten, vor Salzburg-Umgebung (37) und den Bezirken St. Johann und Zell am See (jeweils 43). Den höchsten SUV-Anteil hat der Bezirk Tamsweg mit 48 Prozent, vor der Stadt Salzburg mit rund 44 Prozent.

Weiteres Ergebnis der VCÖ-Analyse: Zwar sind die Mehrheit der in Salzburg neu zugelassenen SUVs nach wie vor Benziner, Diesel oder konventionelle Hybrid-Pkw, aber bereits drei von zehn SUVs sind ein Plug-in-Hybrid oder ein E-Auto. Und bei keinem Antrieb ist der SUV-Anteil so hoch wie bei Plug-in-Hybriden: Rund 69 Prozent der im Vorjahr neu zugelassenen Plug-in-Hybride sind SUVs oder Geländewagen.

Plug-in-Hybride als CO2-Schleudern

Plug-in-Hybride haben zusätzlich zum Verbrennungsmotor eine größere Antriebsbatterie. Sie weisen auf dem Papier niedrige CO2-Werte auf, doch in Wirklichkeit ist der CO2-Ausstoß laut internationaler Studie des Fraunhofer-Instituts doppelt so hoch, bei Dienstwagen sogar drei bis vier Mal so hoch, weil diese im Realbetrieb nur einen geringen Teil der Strecken elektrisch fahren. In Österreich wird der Kauf von Plug-in-Hybriden staatlich gefördert. "Die staatliche Förderung für den Kauf von Plug-in-Hybriden ist auf Klimaschutzsicht nicht gerechtfertigt und sollte daher rasch beendet werden", sagt VCÖ-Experte Schwendinger.

Kritik an Förderungen

Aber auch bei der Kaufförderung der E-Pkw gibt es Reformbedarf. Derzeit werden E-Pkw bis zu einem Kaufpreis von 60.000 Euro unabhängig von ihrem Energieverbrauch gefördert. Durch eine Herabsetzung der Grenze für den Kaufpreis auf 40.000 Euro könnte ein erster Schritt gesetzt werden, damit große Elektroautos mit höherem Energieverbrauch keine Förderung erhalten. Zudem sollten E-Pkw mit hohem Energieverbrauch nicht zur Gänze vom Sachbezug befreit sein, wenn sie als Firmenwagen auch privat verwendet werden.

"Auch für E-Pkw gilt: Übergewichtige und übermotorisierte Modelle haben einen höheren Energieverbrauch und damit eine schlechtere Umweltbilanz", erinnert VCÖ-Experte Schwendinger. Das belegt auch eine Studie des Umweltbundesamts: Die CO2-Emissionen eines Kleinwagens (inklusive Herstellung) betragen bei österreichischem Strom-Mix 8,5 Kilogramm pro 100 Kilometer, E-Pkw der Oberklasse verursachen im Schnitt mit 15,7 Kilogramm fast doppelt so viel CO2. Zum Vergleich: Bei Diesel-Pkw sind es zwischen 23 Kilogramm (Kleinwagen) und 30 Kilogramm CO2 (Oberklasse).

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