Wirtschaft

Salzburg Wohnbau bekommt neue Fassade

Salzburgs zweitgrößter gemeinnütziger Wohnbauträger baut neben klassischen Siedlungen zunehmend auch die entsprechende Infrastruktur dazu - von Arztpraxen bis zu Krabbelstuben - und muss auch bei der eigenen Firmenzentrale Hand anlegen.

Für die Salzburg Wohnbau mache die "Pflicht", also die Errichtung von klassischen Wohnbauten, nur mehr zwei Drittel ihres Umsatzes aus. "Ein Drittel unseres Geschäfts besteht bereits aus der 'Kür'", sagt Geschäftsführer Christian Struber. Und dazu zählt er, die für die Nutzung des Wohnraum nötige soziale Infrastruktur zu schaffen. Hier reiche die Bandbreite von Kinderbetreuungseinrichtungen über Arztpraxen und Schulen bis hin zu Seniorenheimen und Betreuungseinrichtungen für Hilfsorganisationen (z. B. Hilfswerk, Lebenshilfe, Rettet das Kind, Rotes Kreuz etc.), erläutert Struber.


Gesundheitszentren und Hausarztpraxen als neue Herausforderung

Besonders medizinische "Nahversorgung" werde hier ein immer größeres Thema, sagt Struber: Denn in Zeiten rückgängiger ärztlicher Versorgung erhöhten Gesundheitszentren und Hausarztpraxen die medizinische Versorgungsicherheit der Bevölkerung. Bereits 2014 errichtete die Salzburg Wohnbau ein Gesundheitszentrum in Golling - mit Fachärzten aus den Bereichen Augenheilkunde, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Psychiatrie/Psychotherapie und Zahnmedizin sowie einer Logopädin. Ein weiteres modernes Gesundheitszentrum werde derzeit in Kuchl gebaut und ein zusätzliches sei in Thalgau in Planung. Eine Hausarztpraxis wurde in der neuen Wohnanlage "Vötterlgut" in Niederalm (Praxiseröffnung am 24. Februar 2017) und in der Wohnanlage für Betreutes Wohnen in Piesendorf integriert. Auch in der generationenverbindenden Wohnanlage "Freiraum Gneis", bei der die Salzburg Wohnbau 101 geförderte Miet- und Mietkauf-Wohnungen errichtet, wird eine Hausarztpraxis eröffnet werden. In Mariapfarr im Lungau entsteht gerade eine Wohnanlage mit 23 Wohnungen für Betreutes Wohnen, in die ebenfalls ein Arzt einziehen wird. Und auch am Rauchmühlen-Gelände, wo die Salzburg Wohnbau 143 geförderte Mietwohnungen der insgesamt 210 Wohnungen errichtet, ist eine medizinische Nahversorgung geplant. Aber auch der Bauträger selbst geht hier mit gutem Beispiel voran: "Deshalb haben wir auch in unserem Firmengebäude am Bruno-Oberläuter-Platz eine Hausarztpraxis integriert", so Struber.

Wohnbauträger muss die Fassade bei eigenen Firmengebäude sanieren

Apropos Firmengebäude am Oberläuter-Platz: Auch in dieses muss die Salzburg Wohnbau nun Geld stecken. Dafür gebe es gleich drei Gründe, erzählt Strubers Co-Geschäftsführer Roland Wernik: "Es gibt die Anforderung, die Fassade energietechnisch zu sanieren. Da geht es um den erforderlichen Vollwärmeschutz. Weiters wollen wir sie akkustisch sanieren. Denn wir liegen direkt an der verkehrsreichen Alpenstraße. Und es war auch eine optische Aufwertung der Fassade nötig." Daher war es auch erforderlich, das Projekt beim Gestaltungsbeirat einzureichen. Dieser hat für das von Architekt Ludwig Kofler geplante Projekt vergangene Woche grünes Licht gegeben. Kofler hatte seinerzeit bereits die Aufstockung des Firmengebäudes geplant.

Neue Fassade samt Büro-Erweiterung kostet bis zu vier Millionen Euro

Die Kosten für die neue Fassade beziffert Wernik mit 3,5 bis vier Millionen Euro. "Denn dazu kommt, dass der Zwischenraum zwischen unseren beiden Häusern mit Büroflächen - in Summe 800 Quadratmeter - verbaut wird." Damit hat der Wohnbauträger bereits im Vorjahr begonnen. Abgeschlossen werden soll der Zu- und Umbau dann Mitte 2018. Das Aussehen der Fassade beschreibt Wernik so: "Ein Teil wird aus Glas sein. Ein Teil ist der Vollwärmeschutz. Und ein großer Teil besteht aus Streckmetall." Das Verfahren im Gestaltungsbeirat sei unproblematisch verlaufen. Einzige Hürde sei gewesen, ob sich das herauskragende Vordach mit der geplanten Regionalstadtbahn, die entlang der Alpenstraße verlaufen solle, vertrage. Aber hier sei ein Kompromiss gefunden worden, versichert Wernik: "Für uns ist dieses blaue Vordach ein Symbol. Das brauchen wir zur Identifikation. Das hat uns einiges an Zeit gekostet. Wir haben es so gelöst: Sollte die Bahn kommen, würden wir das Vordach verkürzen. Es wird daher von vorneherein kürzbar ausgeführt."

Wohnbauträger verbaute 2016 rund 76 Millionen Euro

Mit dem Geschäftsgang im abgelaufenen Jahr sind die beiden Geschäftsführer zufrieden: Die Salzburg Wohnbau sei aktuell hinter der GSWB Nummer zwei bei den Wohnbau- und Hausverwaltungsfirmen im Bundesland Salzburg und im Kommunalbau Marktführer, betont Struber. 2016 wurden mit einer Bausumme von 76 Millionen Euro 168 Wohnungen in der Stadt Salzburg, im Flachgau, Tennengau, Pinzgau und Lungau fertiggestellt. Damit wurden knapp 11.000 Quadratmeter neuer Wohnraum geschaffen. In die Sanierung bestehender Wohnanlagen flossen 2016 mehr als acht Millionen Euro. Die Unternehmensgruppe, zu der auch die Kommunal Service Salzburg und die Immobilienservice Salzburg gehören, beschäftigt knapp 160 Mitarbeiter. Inklusive Hausbesorger und Hausbetreuer, die teilweise freiberuflich arbeiten, sind mehr als 450 Fachkräfte für die Salzburg Wohnbau-Gruppe tätig.



Öffnung der Wohnbauförderung für private Bauträger positiv beurteilt

Die neue Salzburger Wohnbauförderung, die seit 1. April 2015 in Kraft ist, bietet neben gemeinnützigen auch gewerblichen Bauträgern und Privatpersonen Zugang zur Wohnbauförderung bei der Realisierung von Wohnbauprojekten. "Das führt dazu, dass jetzt auch Flächen für den Mietwohnbau zur Verfügung stehen, die vorher niemals mit Wohnanlagen bebaut worden wären, sondern eher mit teuren Villen", sagen Wernik und Struber. Sie verweisen auf ein Projekt in Anif, wo Tankstellen-Eigentümer Markus Friesacher als Privatperson mit Hilfe der Landes-Wohnbauförderung rund 20 geförderte Mietwohnungen in attraktiver Lage in Kooperation mit der Salzburg Wohnbau, die hier als Auftragnehmer auftritt, errichten will.



Quelle: SN

Aufgerufen am 21.09.2018 um 11:10 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/salzburg-wohnbau-bekommt-neue-fassade-474388

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